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Städtepartnerschaft zwischen Langenfeld und Gostynin in Polen besteht 20 Jahre.

Langenfeld : Gostynin ist seit 20 Jahren Partnerstadt

Uwe Augustin zeigt im Langenfelder Rathaus eine Ausstellung über Langenfelds polnische Partnerstadt Gostynin.

Kennenlernen ist oft der beste Weg, um Vorurteile abzubauen – das kann auch Uwe Augustin bestätigen: „Wenn Schüler aus unterschiedlichen Ländern sich treffen, dann tauschen sie sich über Alltägliches aus, wie viel Taschengeld sie bekommen oder welche Musik sie hören“, erzählt der 57-Jährige. Als Mitbegründer und stellvertretender Vorsitzender des „Fördervereins des Partnerschaftskomitees der Stadt Langenfeld“ organisiert er immer wieder auch Reisen für Jugendliche und Erwachsene. Und Ende der Woche empfängt er eine vierköpfige Delegation aus dem polnischen Gostynin.

Seit genau 20 Jahren unterhält die Gemeinde im Herzen des östlichen Nachbarlandes offiziell eine Städtepartnerschaft mit Langenfeld. Für alle Beteiligten ist das zweifellos ein Grund zum Feiern – und für eine besondere Ausstellung, die vom 1. bis 19. Oktober im 1. Obergeschoss des Langenfelder Rathauses während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen sein wird. Uwe Augustin, von Hause aus Historiker, dokumentiert darin Aktivitäten von Stadt, Vereinen und privaten Initiativen, um die Beziehungen zwischen beiden Städten zu pflegen.

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Bei den letzten beiden Jahrzehnten lässt er es jedoch nicht bewenden. Denn verbandelt sind die beiden Städte schon deutlich länger: Bereits vor 53 Jahren übernahm Langenfeld eine Patenschaft für die ehemaligen Bürger der Stadt und des Kreises Gostynin. Von dort waren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 80 Familien geflohen und schließlich in Langenfeld heimisch geworden. Ihnen ist ebenso ein Teil der Ausstellung gewidmet wie der Historie der Gemeinde in der Woiwodschaft Masowien.

Bis zum 4. Oktober werden die Gäste in Langenfeld bleiben: Für Samstag ist eine Rundfahrt durch das Bergische Land vorgesehen. Am Sonntag um 11 Uhr trägt sich die Delegation beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft im Freiherr-vom-Stein-Haus ins Goldene Buch der Stadt ein. Am 1. Oktober um 11 Uhr wohnen sie der Ausstellungseröffnung im Rathaus bei. Und am Tag der Deutschen Einheit feiern die Besucher gemeinsam mit den Gastgebern den 70. Stadtgeburtstag Langenfelds.

Die nächste Bürgerreise nach Polen ist ebenfalls schon in Planung. Sie soll die die Interessierten auch in andere polnische Städte, wie Lodz, Warschau oder Breslau führen. Für eine Teilnahme motivieren will Uwe Augustin auch mit seiner Ausstellung über die Partnerstadt. Denn die beinhaltet auch Infos über Gostynin und mögliche Ausflugsziele. Das Interesse an partnerschaftlichen Aktivitäten sei bislang „noch ausbaufähig“, räumt Augustin ein, und nennt vor allem die Unsicherheit wegen einer möglichen Sprachbarriere als Grund. Dabei sei die gerade in größeren polnischen Städten gar kein Problem – zumal ein Dolmetscher die Gruppe begleitet.

„Brücken bauen“ klinge ihm zu sehr nach politischer Worthülse, betont Augustin. Dabei ist es genau das, was er und seine Mitstreiter tun: „Wir wollen, dass Menschen zusammenkommen.“ Eine Verbindung ist dabei auch für ihn oft der Sport: Seine Tätigkeit als Rock’n’ Roll-Tanztrainer machte sich Augustin bereits zunutze: „Es gibt zum Beispiel eine Rock’n’Roll-Schule in Krakau.“ Und eine Gruppe der Kopernikus-Realschule, die gemeinsam mit Gleichaltrigen aus Gostynin in diesem Jahr nach Berlin reiste, stand dort vor einer wichtigen Herausforderung – beim gemeinsamen Erklimmen einer Kletterwand: „Da wurden gemischte Gruppen gebildet“, erklärt Augustin, „und die mussten zusammen finden.“