Langenfeld/Monheim: Städte unterbieten sich bei Kindergarten-Gebühren

Langenfeld/Monheim : Städte unterbieten sich bei Kindergarten-Gebühren

Erneut fordert Monheim seine Nachbarin heraus. Die Verwaltung wird im Finanzausschuss eine Elternbeitragssatzung vorlegen, nach der die Kita-Beiträge für Kinder ab zwei Jahren schrittweise um jeweils ein Drittel sinken sollen, bis sie 2015 bei Null liegen.

Und wie reagiert Langenfeld, das nach der Gewerbesteuersenkung in Monheim mit weichen Standortfaktoren wie "Familie und Arbeit im Einklang" auftrumpfen wollte? Ute Piegeler, in Langenfeld für die Kitas zuständig, bleibt gelassen: "Die Beitragsfreiheit für Kinder ab drei in Düsseldorf hat auch nicht zu einer Massenabwanderung geführt."

Sie glaubt daher nicht, dass der Rat unter dem Wettbewerbsdruck nachziehen wird. Der Unterschied sei, dass Monheim dank seiner Haushalts-Überschüsse einfach mehr ausgeben könne. "Wir machen nur das, was wir uns leisten können." Ihrer Erfahrung nach guckten Eltern aber nicht nach einzelnen Highlights, sondern legten Wert auf ein attraktives Gesamtpaket, das auch das Wohnumfeld, die Nahversorgung und Sportangebote umfasse.

Sie könne verstehen, wenn Monheim, das lange unter der Attraktivität Langenfelds gelitten habe, jetzt "im Standortpoker punkten möchte". Die Frage sei, wie lange sich dieser Standard halten lasse, sagt Piegeler und verweist auf Düsseldorf, das vor Jahren mit den Kita-Gebühren "einen Knüller landete", jetzt aber angesichts seiner maroden Schulgebäude und fehlender Mensen Defizite bei anderen Standards erkennen lasse.

Die Gebührensenkung wird das Ziel, im November 2013 schuldenfrei zu sein, nicht gefährden, stellt Bürgermeister Daniel Zimmermann klar. "Allein 2013 werden wir 44 Millionen Euro Schulden tilgen." Die schrittweise Gebühren-Senkung zeige das gebotene Augenmaß, denn die für 2016 zu erwartenden Mindereinnahmen von 896000 Euro ist "die Luft, die wir durch die Zinsersparnis gewinnen".

Bisher hat Monheim jährlich fünf Millionen Euro für die Zinstilgung ausgegeben. "Das Geld geben wird lieber den Familien als den Banken", so Zimmermann. Außerdem habe er vor, bis 2017 Rücklagen von 100 Millionen Euro aufzubauen, was einem jährlichen Zinsgewinn von acht Millionen Euro entspricht. "Wichtig ist, die rote Linie der Zinsersparnis nicht zu überschreiten. Das sagen wir auch Unternehmen, die unsicher sind, ob die Gewerbesteuersenkung dauerhaft ist", erklärt er.

(RP)