Langenfeld: Stadtmuseum zeigt Miniatur-Theater

Langenfeld: Stadtmuseum zeigt Miniatur-Theater

In Langenfeld wird heute die Ausstellung "Wunderbare Bühnenwelten" eröffnet.

Heute sind sie fast vergessen, im 19. Jahrhundert durften sie hingegen in keinem gutbürgerlichen Haushalt fehlen: Papiertheater entstanden um 1810 als zauberhafte Miniaturbühnen, an denen sich die großen Theater im Kleinen nachahmen ließen. Das Stadtmuseum Langenfeld, Hauptstraße 83, widmet sich ab heute dieser fast in Vergessenheit geratenen Theaterform, die Groß wie Klein gleichermaßen faszinierte. Die Ausstellung "Wunderbare Bühnenwelten" wird heute Abend mit geladenen Gästen eröffnet, ab morgen ist sie dann täglich außer montags, 10 bis 17 Uhr, zu sehen. Bis zum 7. Februar. Der Eintritt ist frei.

Die Schau umfasst rund 30 Papier- und Figurentheater namhafter Hersteller aus Deutschland, England, Tschechien, Dänemark, England und der Türkei aus der Sammlung des Kölner Künstlers Dirk Schmitt. "Wir haben auch einige seiner eigenen künstlerischen Interpretationen des Themas in die Ausstellung integriert", berichtet Museumsleiterin Hella-Sabrina Lange.

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Hergestellt wurden die Papierbühnen seinerzeit für den "Hausgebrauch" aus Ausschneidebögen. Von winzig kleinen Theatern bis hin zu ganz stattlichen Kulissen war alles vertreten, was für den entspre-chenden Geldbeutel erschwinglich war. In ihrer Ausstattung boten die "Papiertheater" all das, was auch zur großen Bühne gehörte: Proszenien, Prospekte, Beleuchtung, Schnürboden, pompös barock anmutende Theatervorhänge und natürlich Spielfiguren. Auch detailgetreu gezeichnete Bühnenbilder gehörten dazu: Feengärten, ägyptische Tempel oder tropische Wälder. Ob "Aschenputtel", "Hänsel und Gretel", "Wallenstein" oder "Don Quichote", für jedes Stück gab es die entsprechende Kulisse.

Die aufkeimende Theaterbegeisterung in der Bürgerschaft im 19. Jahrhundert konnte so im heimischen Kaminzimmer weiter ausgelebt werden. "Heute sind ,Papiertheater' begehrte Sammlerobjekte, für die stattliche Summen gezahlt werden", weiß Museumschefin Lange.

(gut)