Helau: Monheimer Altstadt-Funken feiern ihr 90-Jähriges

Helau: Monheimer Altstadt-Funken feiern ihr 90-Jähriges

Die Festhalle Bormacher ist bis zum Bersten gefüllt und keinen hält es auf den Stühlen, als der Düsseldorfer Spielmannszug Blau-Weiß den beliebten Marsch "Laridah" erklingen lässt und gemeinsam mit dem Funkenkorps und den Reservisten einzieht. Die Altstadt-Funken Monheim hatten zum Festkommers zu ihrem 90. Geburtstag eingeladen. Dabei wurden sie nicht nur vom befreundeten Spielmannszug Blau-Weiß unterstützt, sondern auch vom Orchester der Monheimer Musikschule, das die Jubiläumsfeier begleitete, sowie der Prinzengarde Bergisch Gladbach.

Gerade mal rund 3000 Einwohner hatte Monheim, als sich Anfang 1928 die Altstadt-Funken unter der "Dorfeech" am Kradepohl gründeten. Der wichtigste Wirtschaftszweig war die Landwirtschaft und das größte Projekt zu jener Zeit der Bau eines hochwassersicheren Deichs. Das Ziel des Vereins war damals schon, den Rheinischen Frohsinn zu erhalten und die heimischen Bräuche zu pflegen. Und daran hat sich in 90 Jahren nichts geändert. Das bewies vor allem der Auftritt der Tanzgarde, die sich von den beengten Platzverhältnissen auf der kleinen Bühne nicht hindern ließ und ihre Bewegungsfreude deshalb in die Höhe wachsen ließ. Nicht nur die akrobatischen Hebefiguren sorgten für frenetischen Applaus, auch flogen hier buchstäblich die Funken-Mariechen durch die Luft. Bei den Reservisten - "unseren schönsten Männern", wie Kommandant Horst Eichholz betonte - ging es etwas gesetzter zu, schließlich hatten sie sich aus dem heimischen "Sauerstoffzelt" in die Festhalle begeben.

Bereits im Gründungsjahr waren die Altstadtfunken beim Rosenmontagszug dabei und 1934 auch das "Altstadt-Funken-Corps". Nicht nur alle Utensilien stellten die Altstadt-Funken in Eigenregie her, auch die erste Fahne des Vereins, dessen Embleme Schelmenturm und Bergischer Löwe noch heute im Wappen der Funken abgebildet sind. Ein außergewöhnlicher Höhepunkt ihrer 90-jährigen Vereinsgeschichte ist sicherlich das "Schürefest am Kradepohl", das die Altstadt-Funken 1953 ins Leben riefen. Seither ist das alle vier Jahre stattfindende Sommerkarnevals-Fest nicht mehr wegzudenken. Auch im Jubiläumsjahr ist vom 8. bis zum 11. Juni fideles Treiben in der Monheimer Altstadt angesagt. Bürgermeister Daniel Zimmermann freut sich jetzt schon auf das diesjährige "ganz besondere Schürefest auf dem Kradepohl, denn diesem wichtigen und zentralen Altstadtplatz, der Gründungsstätte unserer Altstadt-Funken, verhelfen wir in städtischer Leistung gerade zu ganz neuem Glanz."

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Der Kradepohl solle ein Ort Monheimer Geselligkeit bleiben. "Die Funken sind ein Modell, das Menschen verbindet", sagte der Vorsitzende Manfred Godek. So ist derzeit das jüngste Mitglied 16 Jahre alt und der älteste Uniformierte zählt 89 Lenze. "Wir stehen für unsere Heimatstadt Monheim und repräsentieren den Monheimer Karneval in der näheren und weiteren Umgebung", betonte Godek.

Sandra Grünwald

(gruenwald)