Freiwilligenjahr: Langenfelderin betreut Heimkinder in Bolivien

Freiwilligenjahr : Langenfelderin betreut Heimkinder in Bolivien

Nach dem Abitur über längere Zeit für ein soziales Projekt ins Ausland - Lea Antkowiak aus Langenfeld hat es gewagt. Und gewonnen. Seit September arbeitet die Immigratherin ein Freiwilligen-Jahr in Bolivien, in einem Heim für Straßenkinder. In einem eigenen Internet-Blog berichtet die Absolventin der Opladener Marienschule von ihren bereichernden Erfahrungen aus Südamerika (/blogs.strassenkinder.de/leainbolivien/" \\h). Der RP sandte sie jetzt einen Zwischenbericht:

Nach dem Abitur über längere Zeit für ein soziales Projekt ins Ausland - Lea Antkowiak aus Langenfeld hat es gewagt. Und gewonnen. Seit September arbeitet die Immigratherin ein Freiwilligen-Jahr in Bolivien, in einem Heim für Straßenkinder. In einem eigenen Internet-Blog berichtet die Absolventin der Opladener Marienschule von ihren bereichernden Erfahrungen aus Südamerika (/blogs.strassenkinder.de/leainbolivien/" \\h). Der RP sandte sie jetzt einen Zwischenbericht:

Die Einrichtung, in der ich arbeite, ist ein Kinderheim der Salesianer Don Boscos in Santa Cruz. Ein Heim für bis zu 160 Jungen im Alter von 6 bis 17 Jahren. Das Projekt wird im Sinne Don Boscos geführt, eines Priesters, der sich für Straßenkinder einsetzte. Die Kinder bekommen dort ein Zuhause und gehen in die Schule. Jetzt wohne ich in einer Wohngemeinschaft mit meist zwölf anderen Volontären zusammen.

Mit 1,5 Millionen Einwohnern ist Santa Cruz die bevölkerungsreichste Stadt Boliviens, also schon ein ziemlicher Unterschied zu Langenfeld. Trotzdem gefällt es mir hier sehr gut, denn es ist immer etwas los. Oft gibt es Feste, sowohl im Projekt als auch nationale Feiertage. Die Jungs leben in zwei unterschiedlichen Gruppen. Ich arbeite in der Gruppe mit Kindern bis zwölf. Mein Dienst beginnt morgens damit, die Kinder zu wecken und zu schauen, dass alle Betten gemacht und Zähne geputzt sind. Danach gibt es Frühstück und kleine Aufgaben, wie einen Flur fegen oder Mülleimer ausleeren. In der Zeit, in der die Jungs morgens Förderunterricht haben, lege ich mit einer Erzieherin die Uniformen für die Schule am Nachmittag raus. Außerdem kümmern wir uns um andere Dinge, die anfallen, vom Bettlakenverteilen bis Schlüssel- oder Zahnbürstenbeschriften.

Vor dem Mittagessen haben die Jungs noch eine Pause, in der sie Basket- oder Fußball spielen, Sammelkarten tauschen oder schaukeln können. Nach dem Essen müssen sie sich für die Schule umziehen. In dieser Zeit bin ich immer bei den ganz Kleinen, wasche Füße, verteile T-Shirts und kontrolliere ein weiteres Mal das Zähneputzen. Wenn dann alle Kinder fertig sind, rennen sie zur Schule und ich versuche hinterherzukommen. Am Tor verabschiede ich sie dann, und damit ist mein Arbeitstag zu Ende.

Die Wochenenden laufen lockerer ab: Messe feiern, Videos schauen und Schwimmbadbesuche. Jetzt, in den Sommerferien, wird ebenfalls viel gespielt, besonders im Ferienlager, in das wir die Kinder begleitet haben. Dort in der Natur, außerhalb der Stadt, gab es viel zu entdecken: Mangos an jedem Baum, riesige Insekten und dichte Wälder mit Vögeln und Affen. Es war eine tolle Erfahrung, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen mit den Kindern zusammen zu sein. Aber es ist natürlich auch anstrengender. Trotzdem freue ich mich, dass es noch ein weiteres Ferienlager geben wird.

(RP)
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