Monheim: Stadt sagt Elterntaxis vor Schulen Kampf an

Monheim: Stadt sagt Elterntaxis vor Schulen Kampf an

Ein Arbeitskreis aus Vertretern der Schulen, Polizei, Verwaltung und Politik will Situation entschärfen. Freies Bus-Ticket wird diskutiert.

Kurz vor acht Uhr wird es beinah täglich auf den Straßen vor vielen Monheimer Grundschulen eng: Eltern halten in zweiter Reihe und lassen ihre Kinder schnell aus dem Auto springen. Einige Schüler rennen ohne nach rechts und links zu schauen los. Immer wieder haben Verwaltung und Polizei in der Vergangenheit versucht, das Elterntaxi-Problem mit einzelnen Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Ohne Ergebnis. Ein ganzheitlicher Ansatz soll jetzt helfen, Lösungen zu finden. Alle Akteure aus Verwaltung, Politik, Polizei und Schulen werden an einen runden Tisch gebracht. Dies beschlossen der Jugendhilfeausschuss sowie der Ausschuss für Schule und Sport jetzt einstimmig. Auch ein Antrag der Grünen, Grundschülern eine kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu ermöglichen, soll in dem Gremium diskutiert werden.

Zuvor hatte Jörg Schwenzfeier-Brohm (Grüne) daraus hingewiesen, seiner Fraktion gehe es nicht darum, flächendeckend Tickets zur Verfügung zu stellen. Vielmehr könne man sich vorstellen, dass Kinder "wenn es dicke regnet, mal mit dem Schülerticket einsteigen können". Hohe Kosten, wie die Verwaltung vermutet, würden so nicht entstehen. Außerdem könne man damit die Selbstständigkeit der Kinder fördern und den Autoverkehr vor den Schulen verringern. Ausschussvorsitzende Lisa Pientak (Peto) verwies darauf, eine Lösung müsse hier gemeinsam mit den Bahnen der Stadt und den Verkehrsverbünden gefunden werden. Peter Rischard (evangelische Kirche) ergänzte, Sonderregelungen wären möglich. Er nannte die Semestertickets für Studenten als Beispiel. Christoph Schröder, Leiter der Winrich-von-Kniprode-Schule begrüßte es, dass ein Konzept erarbeitet wird. "Das wünschen sich auch viele Eltern." Ein kostenloses Busticket ist aus seiner Sicht nicht unbedingt notwendig, weil die Kinder "in der Regel einen bis 1,5 Kilometer von der Schule entfernt wohnen".

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Simone Feldmann, in der Verwaltung zuständig für den Fachbereich Kinder, Jugend und Familien, erläuterte die weiteren Schritte, die in anderen Städten bereits den Anteil der Schüler, die von ihren Eltern gebracht werden, um die Hälfte reduziert hätten. Zuerst sollen die Eltern Auskunft über die Schulwege ihrer Kinder geben, um die Hauptstrecken, auf denen besonders viele Schüler unterwegs sind, herauszufiltern. In einem zweiten Schritt möchte die Verwaltung Hol- und Bringzonen einrichten, die aber einen ausreichenden Abstand zur Schule haben, so dass ein Teil des Weges noch zu Fuß zurückgelegt wird, erläuterte Feldmann. So sollen gefährliche Situationen direkt vor den Schulen verhindert werden. Die dritte Säule sei die pädagogische Begleitung in den Schulen. Man könne Kinder beispielsweise belohnen, wenn sie zu Fuß zur Schule kommen. Feldmann möchte auch die Eltern einbinden. Andreas Apsel (Fachbereich Bauwesen) soll zunächst versuchen, alle Verantwortlichen - auch die Schulleiter - zu gewinnen, um eine Projektgruppe einzurichten.

(pc)
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