Langenfeld: Stadt nun doch gegen Helikopter-Platz

Langenfeld: Stadt nun doch gegen Helikopter-Platz

Bürgermeister Schneider bittet Unternehmer Witte, sich einen anderen Landeplatz als den an der Dückeburg zu suchen.

Im Streit um den geplanten Hubschrauber-Landeplatz in Reusrath vollzieht Bürgermeister Frank Schneider (CDU) jetzt eine Kehrtwende. Hatten sich CDU-Politiker bereits öffentlich für den Standort an der Dückeburg ausgesprochen, waren SPD, Grüne und BGL vehement dagegen. Doch die Reusrather Bürger machten mobil. Günther Striewe, Karl Wilhelm Bergfeld und Wolfgang Daub gründeten eine Initiative und luden zu einer Versammlung ein, in der sie den Protest öffentlich formulierten.

Die Einwände der Bürger hätten für ihn den Ausschlag gegeben, sich gegen den Standort in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet zu entscheiden, sagte das Stadtoberhaupt. "Ich habe viele Gespräche geführt und einige Mails erhalten." Die Menschen fürchteten erhebliche Einschränkungen und Ruhestörungen, so Schneider. Ihm sei aber vorher schon klar gewesen, dass es Widerstände gegen die Pläne von Gerhard Witte geben würde. Der Chef des Langenfelder Unternehmens Control Expert mit Sitz an der Hans-Böckler-Straße und mehr als 250 Festangestellten hat bei der Bezirksregierung einen Sonderflugplatz für Hubschrauber nahe der historischen Hofanlage beantragt. Dort wohnt er seit drei Jahren.

In einem Brief an den Firmenchef schreibt Schneider, er werde die Stellungnahme der Stadtverwaltung als Träger öffentlicher Belange in den kommenden Tagen gegenüber der Bezirksregierung abgeben. Er bittet Witte zu prüfen . . ., "ob Sie das Antragsverfahren unterbrechen können, um ernsthaft nach einem anderen Standort für einen Landeplatz zu suchen". Der Presse teilte Schneider mit, die Stadt fordere in ihrem Schreiben an die Bezirksregierung neben der vorrangigen Suche nach Alternativen auch eine Begrenzung der Starts auf maximal 100 im Jahr. Wenn möglich, sollen es sogar weniger sein. Sie sollen ausschließlich gewerblichen Zwecken dienen. Die Hubschrauberroute dürfe nicht über Wohngebiete führen, sie solle vielmehr über die A 3 und A 542 verlaufen. Eine höchstens 200 Quadratmetern große Halle solle als Unterstand für die Helikopter gebaut werden.

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Das Schreiben lag Gerhard Witte gestern vor, wie sein Büro bestätigte. Der Unternehmer, so hieß es dort, könne jedoch aus terminlichen Gründen keine Meinungsäußerung abgeben. Witte hatte sich aber erst bei der kürzlich in Reusrath einberufenen Bürgerversammlung zu Wort gemeldet und betont, eine schnelle Erreichbarkeit der Großkunden in ganz Deutschland sei für Control Expert äußerst wichtig. Die Firma ist auf die elektronische Auftragsdaten-Verarbeitung von großen Versicherungs- und Autokonzernen spezialisiert. Um das firmeneigene Flugzeug in Mönchengladbach zu erreichen, vergehe viel Zeit. Der Helikopter-Platz in Reusrath könne das Problem lösen. Er rechne mit maximal 100 Starts jährlich. Im Genehmigungsverfahren seien 200 Flugbewegungen genannt.

Schneider betonte, die Stadt sei nicht die genehmigende Behörde, sondern werde lediglich von der Bezirksregierung angehört. Volker Klagges (Bezirksregierung) merkte an: "Wenn alle Stellungnahmen eingegangen sind und keine ergänzenden Unterlagen erforderlich sind, wird von mir . . . über den Antrag auf Zulassung eines Hubschrauber-Landesplatzes entschieden."

(RP)