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Stadt Monheim versteigert Fundsachen

Hingehen : Stadt versteigert heute Fundsachen

Auf dem Monheimer Eierplatz kommen ab 14 Uhr gut 100 Sachen untern Hammer, Fahrräder vor allem, aber auch Schmuck und Werkzeug.

Wer sich heute zum Monheimer Eierplatz bringen lässt und noch noch nicht weiß, wie er wieder nach Hause kommen soll, für den hat Marc Steven einen Tipp parat: Einfach mitsteigern und ein Fahrrad abgreifen. „70 kommen ab 14 Uhr unter den Hammer“, sagt der Chef des Bürgerbüros im Rathaus. Und wer es auf dem Rückweg etwas gemächlicher mag, auch für den ist bei der Fundsachen-Versteigerung etwas dabei: „Ich weiß nicht, wie der Vorbesitzer seinen Weg nach dem Verlust fortgesetzt hat, aber diesmal wird auch ein Rollator versteigert“, verrät Steven.

Einmal im Jahr schart sich auf dem Eierplatz viel Publikum um das Team vom Monheimer Fundbüro. Um mitzubieten – oder auch nur um zuzugucken. Hälse recken sich, Kinder sitzen auf den Schultern ihrer Eltern, manch einer klettert auf einen Mülleimer, um einen Blick zu erhaschen auf das, was hinter rot-weißem Flatterband zusammengekarrt wurde: hauptsächlich Fahrräder, aber auch Taschen, Schmuck, Werkzeug. Auch Krücken wurden schon versteigert, Kindersitze oder ein Laptop.

Zu besichtigen ist die Auktionsware in der Regel ab einer Stunde vor dem ersten Aufruf, diesmal also ab 13 Uhr. Neben Schaulustigen und Gelegenheits-Schnäppchenjägern finden sich dann auch „Profis“ ein: Gebrauchtfahrradhändler und Bastler. „Überblick verschaffen, Liste machen, persönliche Limits für die einzelnen Fahrräder setzen“, erklärt einer dieser Auktionsroutiniers seinen Standard-Matchplan.

Heute kommen laut Steven rund 100 Fundsachen untern Hammer. Neben Rädern und E-Bikes – „der Schwerpunkt und meist auch das Wertigste, was versteigert wird“ – zählen diesmal ein Reisekoffer, Schlittschuhe und eine Bohrmaschine dazu. „Der Koffer ist aber leer“, sagt der 34-Jährige. Keine Selbstverständlichkeit, denn wer etwa für eine Damenhandtasche den Zuschlag erhält, erwirbt nicht selten auch den Inhalt mit: Labello-Stift, Tempo-Tücher, Spiegel ... „In den Inhalt einer Fundsache dürfen wir laut Recht nicht eingreifen“, sagt Steven und ergänzt augenzwinkernd: „Selbst wenn sich ein altes Mettbrötchen darin befände.“

Rund 200 Gegenstände, schätzt der Abteilungsleiter, werden jährlich im städtischen Fundbüro, sprich Bürgerbüro, abgegeben. Der ehrliche Finder erwirbt bei der Aufgabe der Fundanzeige den Anspruch, das Fundstück zu behalten – falls sich der eigentliche Eigentümer nicht binnen eines halben Jahres meldet. „Diesen Anspruch machen aber die wenigsten Finder geltend“, sagt Steven. Noch am ehesten sei dies bei Uhren und Schmuck der Fall. Und bei Geldscheinen. „Ja, auch Geldscheine werden abgegeben“, versichert der Rathaus-Mann. Aber sie kämen praktisch nie unter den Hammer. Wäre ja auch drollig: „Als nächstes aufgerufen werden 20 Euro. Wir steigen bei 10 Euro ein. Wer bietet 10 Euro für diesen wunderschön erhaltenen 20-Euro-Schein?“

Dass Fundsachen an ihren eigentlichen Eigentümer zurückkehren, ist eher selten. Ausnahme: Portemonnaies. „Da dürfte das bei jedem zweiten der Fall sein“, schätzt Steven. „Der Eigentümer kommt zu uns. Oder wir machen ihn oder sie aufgrund der Dokumente in der Geldbörse ausfindig“, beschreibt Steven diesen „Teil unseres Dienstleistungsgedankens“. Und was ist mit Smartphones? Ja, auch verlorene Handys treiben etliche Monheimer ins Bürgerbüro, bestätigt dessen Leiter. Mobiltelefone, deren Vorbesitzer sich nicht melden, kommen ebenfalls unter den Hammer, wenn auch in einem ganz wörtlichen Sinn: „Vom Billighandy bis zum i-Phone – sie werden verschrottet“, sagt Steven. „Datenschutz!“

In puncto Zuschlagssumme sollten sich die Monheimer an der Spannbreite orientieren, die bei der letzten Fundsachen-Auktion in Langenfeld im September bilanziert wurde. Bei einem Standard-Startaufruf von einem Euro wurden 38 Fahrräder für 8 bis 202 Euro versteigert. „Alles weg“, sagte anschließend ein zufriedener Auktionator Fabian Einert. Denn Platz zu schaffen in den Abstellräumen und Tresoren des Fundbüros, das ist in Langenfeld wie in Monheim praktischer Hauptzweck der Versteigerung. Finanziell einträglich ist solche eine Auktion nach Angaben aus den Rathäusern nämlich nicht. Der Aufwand sei insgesamt um ein Vielfaches höher als die Einnahmen.