Monheim: Stadt bündelt Kräfte für die Versorgung von Flüchtlingen

Monheim : Stadt bündelt Kräfte für die Versorgung von Flüchtlingen

Hans-Peter Anstatt sucht ehrenamtliche Helfer, die sich um die Menschen aus 35 Nationen kümmern.

An Geld mangelt es nicht, auch Unterkünfte sind in Monheim ausreichend vorhanden. Dringend notwendig sind hingegen persönliche Anteilnahme und Hilfen im konkreten Fall. "Wir brauchen Monheimer, die offen auf die Flüchtlinge zugehen, sie auf den Wochenmarkt mitnehmen oder bei Behördengängen begleiten", sagt Hans-Peter Anstatt, Fachbereich Ordnung und Soziales, in der Verwaltung. "Es sollte selbstverständlich sein, dass diese Menschen mitgenommen werden." Nun sollen diejenigen zusammengebracht werden, die sich haupt- und ehrenamtlich um die Flüchtlinge kümmern. Wie diese Koordination bewerkstelligt werden kann, war jetzt Thema bei einer Besprechung im Monheimer Rathaus.

Seit etwa einem halben Jahr werden die Flüchtlinge auch in von der Stadt angemieteten Wohnungen untergebracht. "Wir haben diesbezüglich eine Vereinbarung mit der LEG getroffen", sagt Anstatt. Eine Möglichkeit, die vielen anderen Städten fehlt. "Die Kommunen müssen sich der Herausforderung stellen", meint der Leiter der Abteilung Ordnung. "Wir haben die Situation im Blick."

Die genutzten LEG-Wohnungen sind Domizile, die sonst schwer zu vermieten sind. Sie liegen meist im dritten oder vierten Obergeschoss und es gibt keinen Aufzug. "Es ist zunächst wichtig, die Nachbarn darauf vorzubereiten", so Anstatt. "Durch Gespräche versuchen wir, Harmonie herzustellen." Das sei oftmals schwierig. "Es hat sich aber gezeigt, dass es den Flüchtlingen gut tut, integriert zu wohnen." Containersiedlungen oder die Unterbringung in Turnhallen will die Stadt vermeiden. "Fühlen sich die Asylbewerber erst einmal angenommen, besuchen sie schneller die Sprachkurse und passen sich dem Umfeld."

Mit einem Vorlauf von etwa drei bis vier Tagen kommen die Flüchtlinge nach Monheim, im Familienverbund oder auch als Einzelpersonen. "Die Gruppen sind meist nicht größer sieben Personen", so Anstatt. Den Menschen wird eine Wohnung zugewiesen, der SKFM macht sie mit den hiesigen Lebensverhältnissen vertraut, es folgen Gespräche im Beratungscentrum. "Wir bringen Menschen zusammen, die gut miteinander auskommen. Wir haben da auch eine soziale Verantwortung." Sollte es zu Konflikten kommen, wird eine neue Bleibe gesucht. "Es bleibt niemand ohne Dach über dem Kopf", so Anstatt.

Bis das Asylverfahren abgeschlossen ist, kann es zwei bis drei Monate dauern; oft auch noch länger. Solange leben die Flüchtlinge in den Übergangswohnheimen oder in angemieteten Wohnungen. Die meisten Flüchtlinge bleiben in Monheim. "Später folgt dann meistens der Umzug in eine eigene Wohnung", so Anstatt. "Wer bereits in einer LEG-Wohnung untergebracht ist, kann dort meistens bleiben."

300 asylsuchende Menschen aus 35 Nationen und drei Kontinenten (Europa, Asien, Afrika) leben derzeit in Monheim. Sie sind in den Übergangswohnheimen an der Nieder-, Renania-, Danzigerstraße und in Wohnungen der LEG untergebracht. Der Umbau der Wohnungen an der Renaniastraße ist geplant, auch an der Niederstraße sollen Zimmer renoviert werden.

(heis)
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