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Langenfeld: Stadt begrüßt 15 neue Tageseltern

Langenfeld : Stadt begrüßt 15 neue Tageseltern

Um die Betreuung von Unter-Dreijährigen sicherzustellen, setzt die Stadt Langenfeld nicht nur auf Kindergärten. Jetzt haben 14 weitere Tagesmütter und ein Tagesvater ihr Zertifikat erhalten. Die RP stellt vier von ihnen vor.

Auf den Tischen des Raumes 102 in der Volkshochschule stehen schmackhafte Leckereien und Sekt. Die Stimmung ist vertraut und fröhlich. 14 Frauen und ein Mann haben allen Grund zur Freude. Sie dürfen sich nun offiziell Tagesmutter oder Tagesvater nennen. Die 15 Teilnehmer des 160-stündigen Lehrgangs der VHS Langenfeld erhielten jetzt ihre Zertifikate als "Qualifizierte Kindertagespflegeperson".

"Alle stehen der Stadt von nun an zwei Jahre lang für die Tagespflege zur Verfügung", sagt Sandra Caspers vom Referat Kindertageseinrichtungen, Schule und Sport. Die Fachberaterin ist für die Teilnehmenden des Lehrgangs Ansprechpartnerin und führt auch die Vorgespräche. Bereits seit 2003 qualifiziert die Stadt Tagesmütter und -väter. Seit dem 1. August gibt es einen geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. Derzeit gibt es 1800 Kitaplätze in Langenfeld mit 455 U3-Plätzen. Die Stadt deckt damit 38 Prozent ab und liegt etwa fünf Prozentpunkte über der Landesempfehlung. 150 offizielle Tagesmütter und Väter sind in der Tagespflege tätig. Die Qualifizierung von neuen Tagespflegepersonen ist für die Stadt ein wichtiger Baustein zum Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Finden Eltern keinen Platz, dann können sie auf eine Tagesmutter oder einen Tagesvater zurückgreifen, die ihnen das Jugendamt vermittelt.

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Für Stefanie Emgenbroich war der Lehrgang naheliegend. Die 31-jährige Erzieherin ist Jungmutter und wollte ihren Sohn von zu Hause aus betreuen. "Bis November werde ich fünf Tageskinder haben. Mein Sohn kann so mit anderen Kindern zusammen aufwachsen, das ist super", freut sich die Erzieherin.

Angelika Bohne war als pädagogische Fachkraft lange Zeit in einer Kita tätig. Als auch sie einen Sohn bekam, wollte sie selbstständig tätig sein. Jetzt arbeitet sie mit einer Kita zusammen und betreut in einem angemieteten Raum ihre Tageskinder. Pro Kind erhält sie vier Euro die Stunde. Davon muss sie Steuern, Sozialabgaben, Spielzeug und Nebenkosten bezahlen. Die 36-Jährige fühlt sich nach dem Kursus jedoch gut gerüstet. "Wichtig fand ich es, etwas über die rechtliche Situation für Tagesmütter und -väter im Lehrgang zu erfahren".

Die Qualifizierungsmaßnahme wird von der VHS in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Jugend, Schule und Sport der Stadt Langenfeld angeboten. Diplom-Sozialpädagogin Andrea Behr-Fischer leitet den Lehrgang. Zu den Schwerpunkten zählen Erziehung, Ernährung, Erste Hilfe am Kind, Haushaltsmanagement sowie Rechts- und Versicherungsfragen. Aber auch Themen wie Spiel-, Bewegungs-, Musik- und Medienpädagogik, Trennung und Scheidung gehören zum Unterrichtsstoff. Um die Pflegeerlaubnis zu erhalten, müssen die Teilnehmer auch ein 20-stündiges Praktikum in einem Kindergarten absolvieren.

"Besonders gut hat mir im Lehrgang der Musikunterricht gefallen. Wir haben viele Musikinstrumente selbst gemacht", sagt Gerhard Emmert. Der 65-jährige Vater von drei Kindern möchte seine Erfahrungen auch im Alter weitergeben und betreut zwei einjährige Kinder mit seiner Frau zusammen, die sich auch als Tagesmutter hat qualifizieren lassen. "Gerhard Emmert ist unser dritter Tagesvater in Langenfeld. Es können gerne noch mehr werden", sagt Sandra Caspers.

Heike Simonides ist Mutter von drei Kindern im Alter von 13, 17 und 18 Jahren. "Ich wollte immer schon Kindergärtnerin werden, jetzt habe ich die Chance als Tagesmutter ergriffen", erzählt die 36-Jährige. Obwohl sie mit ihren eigenen Kindern schon viel Praxiserfahrung hat, freut sie sich immer wieder über den regen Austausch mit den Lehrgangskolleginnen und ihrem Kollegen. "Wir sind als Gruppe toll zusammengewachsen", sagt Heike Simonides.

(vg)