Handball : Zwischen Soll und Anspruch

Handball-Oberligist SG Langenfeld kann mit 8:4 Punkten gut leben, zumal die personelle Lage gerade im Training bisher oft schwierig war. Spielerisch hinkt der Aufsteiger trotzdem hinter den eigenen Erwartungen her.

Auch diese Medaille hat zwei Seiten und die Oberliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) sind gerade dabei, die Meisterschaftspause für eine Bestands-Aufnahme zu nutzen.

Da gilt es zunächst die 8:4 Punkte zu berücksichtigen, die dem Aufsteiger (Vierter) eine gute Basis für den weiteren Kampf um den Klassenerhalt eingebracht haben. "Insgesamt sind wir im Soll", sagt auch Trainer Heino Kirchhoff. Dem steht gegenüber, dass die bisherigen Leistungen oft nicht besonders überzeugend waren. Hier hinken die Langenfelder nicht zuletzt dem eigenen Anspruch hinterher.

Nach dem überraschenden 24:14 vom Saisonstart bei der HSG Düsseldorf II gabs einen erst spät gesicherten 34:28-Sieg über den MTV Rheinwacht Dinslaken und ein erquältes 31:29 bei der SG Solingen BHC 06 II. Dann folgte mit dem 23;28 gegen die SG Dülken der erste echte Rückschlag.

"Darüber ärgern wir uns richtig", sagt Kirchhoff, "weil das ein Gegner war, den wir an einem guten Tag schlagen können." Von einem guten Tag zeigte die SGL dann was beim Favoriten Neusser HV — trotz des 24:28. Das folgende Spiel gegen den TV Lobberich gab wieder Rätsel auf, weil Langenfeld das Heft beim 35:24 erst über einen ziemlich langen Anlauf in die Hand nehmen konnte.

Schwierige Mischung

"Wir sind im Angriff zu wechselhaft und zu einfallslos", stellt Kirchhoff fest. Dafür nennt er vor allem den Grund, dass im Training bisher nie ein kompletter Kader zur Verfügung stand — eine Mischung aus zum Teil langwierigen Verletzungen sowie beruflichen und privaten Angelegenheiten. "Wir sind immer auf der Suche nach Verbesserungs-Möglichkeiten", betont Kirchhoff.

Heißt übersetzt: In einer internen Gesprächsrunde erzielten alle Beteiligten eine Einigung darüber, dass sich einige Stellschrauben vielleicht anders justieren lassen. "An manchen Dingen wird aber nichts zu ändern sein", weiß der Coach. Neben dringenden beruflichen Verpflichtungen gehört dazu das Fehlen einiger Stammkräfte. Matthias Herff, Tobias Kottwitz (beide Kreuzbandriss) und Alexander Klimke (Rücken-Operation) werden in naher Zukunft sicher nicht zur Verfügung stehen.

Vier Absteiger, starke Gegner

Rückraumspieler Fabian Düllberg (Muskelfaserriss überstanden) konnte immerhin beim Sieg über Lobberich sein Saison-Debüt geben. Das Comeback mit neun Toren war umso wichtiger, weil die Oberliga-Saison im Grunde gerade erst begonnen hat. Auf Langenfeld warten weitere 22 Spiele und allein in der Hinrunde noch richtig starke Gegner. Bei vier Absteigern ist Aufsteiger Langenfeld im Soll, doch längst nicht am Ziel. Auch diese Medaille hat eben zwei Seiten.

(RP)
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