Handball: Zweitliga-Spieler zu stark für Langenfeld

Handball : Zweitliga-Spieler zu stark für Langenfeld

Der Oberligist verlor gestern bei TUSEM Essen II, zog sich aber trotz des 27:33 ordentlich aus der Affäre. Die Hausherren hatten viele Leihgaben aus ihrer Ersten an Bord und die Gäste personelle Probleme. Abwehrchef Andreas Nelte fehlte.

Eine Niederlage ist immer ärgerlich und auch Leszek Hoft, der Trainer des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL), verliert nicht so besonders gerne. In Heimspielen hatte Langenfeld sowieso vom Einsatz und von der Leidenschaft her die Erwartungen erfüllt und zuletzt noch beim 26:24 gegen die DJK Adler Königshof ganz gute Eigenwerbung betrieben. Kritisch waren in erster Linie die bisherigen Auswärts-Auftritte - 19:29 beim TV Jahn Hiesfeld, 23:32 beim TV Lobberich.

Gestern Nachmittag verlor das Team bei TuSEM Essen II zum dritten Mal in fremder Halle und musste dadurch vorerst alle Hoffnungen auf einen Spitzenplatz zu den Akten legen (Elfter/5:7 Punkte. Trotzdem ging das 27:33 (13:19) als vernünftig durch. "Ich kann der Mannschaft nur ein großes Kompliment machen", betonte Hoft, "sie hat alles gegeben und sich sehr gut präsentiert." Dabei waren die personellen Voraussetzungen doppelt ungünstig.

Als Hoft den Spielberichtsbogen zur Hand nahm, schwante ihm Böses: "Essen tritt mit sieben Leuten aus dem Kader der Zweitliga-Mannschaft an." Weil die TuSEM-Erste spielfrei war, konnte sie eine Reihe starker Kräfte nach unten abgeben - unter anderem Torhüter Björn Heissenberg sowie Simon Keller, Jonas Ellwanger, Marcus Bouali und Carsten Ridder. Im Paket waren die Rückraumspieler nicht in den Griff zu bekommen, weil sie es zusammen auf 24 Tore brachten.

Allein neun Treffer gingen auf Kellers Konto. Handicaps hatte die SGL auch zu verkraften, weil der eigene Kader nicht optimal besetzt war. Auf Regisseur André Eich (aus dem Urlaub zurück, die Woche über nicht im Training) verzichtete Langenfeld freiwillig - nicht aber auf Abwehrchef Andreas Nelte, der wegen einer Zerrung passen musste. Im abwehrstarken Dustin Thöne steckte der zweite Kreisläufer auf einem der gestern vielen Staus auf den Autobahnen fest, sodass die SGL von Beginn an improvisieren musste.

Kein Wunder: Vieles lief schwierig bei den Gästen, die trotzdem schnell den offenen Schlagabtausch suchten und nicht mal nach dem beinah schon entscheidenden 8:15-Rückstand (21.) aufgaben. Selbst am Ende, als beim 24:29 (52.) und 25:30 (54.) längst alles gelaufen war, legte Langenfeld noch einmal zu und verkürzte auf 27:30 (56.). Eine Zeitstrafe gegen Frederic König war dann allerdings zu viel und Essen konnte den Sieg relativ ungefährdet über die Bühne bringen.

SG Langenfeld: Hanke, Geske - Thöne (5), Majeres (1), Preissegger (4), T. Lipperson (4), Adams (1), Schickhaus (1), Herff (3/3), L. Lipperson, Kniesche (1), Stolley (1), König (6/1), Eich.

(RP)
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