Lokalsport: Wolf erinnert ihr Team an seine Stärken

Lokalsport : Wolf erinnert ihr Team an seine Stärken

Die Elfen-Trainerin appelliert vor dem Spiel in Oldenburg an die Einstellung.

Am Debakel gegen den TuS Metzingen stimmte Freunde des Leverkusener Frauen-Handballs vor allem eine Tatsache nachdenklich: Immer wieder suchten Elfen ihr Heil lieber in einem raschen Abspiel, statt die sich durchaus bietenden Chancen entschlossen zu nutzen. Selbst Nationalspielerin Kim Naidzinavicius schien es neben anderen Defiziten insbesondere an Selbstvertrauen zu mangeln.

Eine der wichtigsten Aufgaben von Trainerin Renate Wolf unter der Woche war denn auch der dringend nötige Weckruf - verbunden mit der Erinnerung, welch großes Potenzial in diesem Team schlummert, wenn sich alle ihrer Stärken endlich bewusst werden und an sich glauben.

Unterstützung erhält die "Arbeitsgruppe Selbstvertrauen" nun ausgerechnet vom nächsten Gegner. Obwohl der VfL Oldenburg zur starken Spitzengruppe gehört und Bayer (derzeit) zu den Kellerkindern, haben die Niedersachsen sich für das Heimspiel gegen die Elfen (morgen, 16.30 Uhr, EWE-Arena) für eine aufsehenerregende Rückholaktion entschieden. Zumindest für dieses eine Spiel kehrt Ex-Nationalspielerin Wiebke Kethorn aus dem sportlichen Ruhestand zurück.

Zu dieser Maßnahme sahen sich die Verantwortlichen swegen ihrer Verletzungssorgen gezwungen. Dabei fallen lediglich Nadja Jensen (Knieverletzung) und Caro Müller (Kreuzbandriss) definitiv aus. Für Julia Wenzl (schwere Prellung) kommt die Partie vermutlich auch noch zu früh. Allerdings hoffen die Oldenburgerinnen auf die Rückkehr von Kim Birke (Muskelfaserriss). Dass die inzwischen als Nachwuchstrainerin tätige Alt-Internationale, die noch regelmäßig mit dem Bundesliga-Team trainiert, ein Kurz-Comeback gibt, zeigt den großen Respekt vor der Klasse der Leverkusenerinnen. So lange die sich der eigenen Möglichkeiten aber nicht oder nur phasenweise bewusst sind, sind sie ein nicht eingelöstes Versprechen.

Das Selbstvertrauen ist eine wichtige Komponente auf dem Weg, endlich den Schalter umzulegen, ehe die Tabellensituation noch bedrohlicher wird. Um bei den glänzend aufgelegten Oldenburgerinnen Zählbares mitzunehmen, appelliert Wolf auch an die Einstellung ihrer Schützlinge. Ihr hat überhaupt nicht gefallen, dass auch gestandene Spielerinnen zuletzt den Eindruck erweckten, sich nicht ausreichend zu quälen, nicht dorthin zu gehen, wo auch nur leichte Gefahr besteht, dass es weh tun könnte. "Das ist indiskutabel. So dürfen wir einfach nicht auftreten", kommentierte sie den fragwürdigen Auftritt vor eigenem Publikum. Es sage eine Menge aus, dass gegen Metzingen Bayer im Überzahlspiel bei drei Zeitstrafen des Gegners auf eine Bilanz von 0:2 Toren kam.

So etwas können sich die Elfen bei 2:8 Punkten genauso wenig leisten wie Selbstzweifel - zumal im Kräftemessen mit einem der Top-Teams.

(RP)