Fußball: "Wir haben einen unglaublichen Rückenwind"

Fußball : "Wir haben einen unglaublichen Rückenwind"

Der Jugendleiter des SSV ist von Anfang an dabei. Die Zukunft sieht er als gesichert an - auch ohne den bisherigen Partner SF Baumberg.

LANGENFELD Der SSV Berghausen ist am kommenden Wochenende zum elften Mal der Gastgeber für den Provinzial-U 15-Cup. Von Beginn an dabei ist Berghausens Fußball-Jugendleiter Helmuth Höhn. Er weiß alles über den Ablauf, den Titelfavoriten und die Zukunft des gut besetzten Turniers.

Der SSV Berghausen und die Sportfreunde Baumberg trugen den Cup zehn Jahre lang gemeinsam aus. Weshalb ist Berghausen diesmal der alleinige Veranstalter des Vorbereitungsturniers?

Höhn Die Baumberger Jugendabteilung hat leider aus vereinsinternen Gründen bereits frühzeitig ihre Teilnahme am Provinzial-Cup abgesagt, was wir sehr schade finden.

Welche Konsequenzen zieht es für das Turnier nach sich, dass nun die Partien lediglich auf einer Sportanlage stattfinden?

Höhn Wir können nicht mehr zehn Mannschaften im Spielplan unterbringen, weil ein einziger Platz bei zweimal 30 Minuten nicht ausreicht. Das klappt zeitlich nicht. Die Vereine wollen meistens am Finaltag wieder abreisen und viele Spieler müssen am nächsten Tag in die Schule. In diesem Jahr sind also nur noch acht Teams dabei, die in zwei Gruppen eingeteilt sind.

Erklären Sie, warum die Mannschaft des Gastgebers nicht teilnimmt.

Höhn In meiner Funktion als Jugendleiter musste ich der Entwicklung der letzten Jahre entgegenwirken. Zuletzt sank das Niveau unserer U 15 und sie musste deshalb den Profiklubs immer mehr Tribut zollen. In Baumberg sah das ähnlich aus. Um nicht wieder die Schießbude zu sein, tritt unsere Elf nicht an.

Warum entschied sich Ihr Verein dazu, das Turnier trotz aller Komplikationen auszutragen?

Höhn Wir tragen den U 15-Cup auch deshalb zum elften Mal aus, weil wir einen unglaublichen Rückenwind verspüren. Unsere Sponsoren bleiben uns erhalten und unterstützen uns sehr gut. Außerdem haben uns Landrat Thomas Hendele und der Langenfelder Bürgermeister Frank Schneider ermutigt, weiterzumachen. Unser Turnier ist eine gute Werbung für den Sport in Langenfeld.

Nun ist es sicherlich ein noch größerer Kraftakt, das Turnier zu organisieren. Schließlich nahmen zuvor die Eltern der Berghausener und Baumberger Spieler die Talente der von weit angereisten Profiklubs auf.

Höhn: Das stimmt. Zum Beispiel zog eine Mutter ihr Angebot zurück und wollte nicht mehr ihre zwei Spieler aufnehmen, weil ihr Sohn nicht dabei ist. Dann haben wir den Eltern dargelegt, dass es hier nicht um ein einziges Team, sondern um den ganzen Verein geht. Schon jetzt nehmen viele Eltern vier oder sogar sechs Kinder auf. Der U 15-Cup ist ein sehr familiäres Turnier.

Wie gelang es Ihnen, erneut ambitionierte Mannschaften wie Borussia Mönchengladbach oder den 1. FC Union Berlin zu gewinnen?

Höhn Es gibt in Nordrhein-Westfalen kein Turnier, das mit unserem vergleichbar ist. Der U 15-Cup ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Deshalb fragen viele namhafte Klubs bei uns an. Der SV Sandhausen nahm extra seine Saison-Vorbereitung früher auf, um dabei sein zu können.

2013 fiel vor allem die starke physische Verfassung der Akteure auf, die oft den Unterschied ausmachte. Worauf kommt es diesmal an?

Höhn Eine gute Kondition und Psyche werden den Ausschlag geben. Technisch sind ohnehin alle Teams beschlagen.

Düsseldorf gewann das Turnier bereits im Jahr 2004. Die Mönchengladbacher holten sich 2012 und 2013 den Cup. Wer ist diesmal Ihr Favorit auf den Turniersieg?

Höhn Holstein Kiel, SV Sandhausen und Union Berlin sind für uns noch ein unbeschriebenes Blatt. Es ist vieles offen. Sicher ist aber auf jeden Fall, dass Düsseldorf und Gladbach vorne landen werden.

Ein solches Turnier erfordert monatelange Planung. Werden Sie den Cup auch im kommenden Jahr austragen?

Höhn Der U 15-Cup steht jeweils sieben bis acht Monate vor seiner Durchführung. Wir müssen schauen, wie wir das in Zukunft hinbekommen. Ich bin aber guten Mutes, dass es ein zwölftes Turnier gibt.

FABIAN SCHMITT FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(fas)