Handball : Wie Kraut und Rüben

Handball-Oberligist SG Langenfeld landete mit dem 23:28 gegen die SG Dülken extrem unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Der Aufsteiger hatte bei seiner ersten Saison-Niederlage außer vielen Fehlern sehr wenig zu bieten.

Irgendwie war der ganze Abend total verkorkst. Erst tropfte es durch das Hallendach und eine mehr oder weniger schöne Plastikwanne musste das Wasser in direkter Nähe des Kampfgerichts auffangen. Ein paar Zentimeter dichter zum Feld hin — und der Spieltag wäre ausgefallen.

Dann blieben die Unparteiischen auf der Anfahrt stecken, sodass die Mannschaften lange warten mussten und die Partie erst mit 35 Minuten Verspätung beginnen konnte. Am Ende hätte der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) wohl nicht mal was gegen eine Spielabsage gehabt, denn er verlor nach einer ganz schwachen Vorstellung gegen die SG Dülken mit 23:28 (10:12). Für den Aufsteiger wars die erste Saisonpleite und das Ende einer beeindruckenden Serie von 35 Meisterschaftsspielen in Folge ohne Niederlage.

Die zerlegte Abwehr

Langenfeld bot vor allen Dingen Kraut-und-Rüben-Handball mit endlos vielen Fehlern. Beim 1:0 (3.) durch Dawid Rosiak lag die SGL zum einzigen Mal überhaupt vorne und anschließend begann ein mühevolles Katz-und-Maus-Spiel. Im Mittelpunkt stand Dülkens Mark Kämmerling, der die Defensive der Gastgeber zerlegte — als Kreisläufer und aus dem Rückraum. Dort hatte Kämmerling (zwölf Tore) im Kollegen Pascal Mertens (sieben) einen starken Partner, der immer wieder wichtige Zulieferdienste leistete.

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SGL-Trainer Heino Kirchhoff konnte hinterher nur fair gratulieren: "Dülken war viel ruhiger und viel cleverer als wir. Der Sieg geht völlig in Ordnung." Weniger ordentlich war der Auftritt seiner eigenen Mannschaft, die sehr oft unorganisiert wirkte und phasenweise kein bisschen Oberliga-Niveau erreichte.

Beim 6:10 (24.) deutete sich bereits intensiv an, dass eine Pleite droht. Und nach der Pause gabs keinen Ruck, sodass Kirchhoff beim 13:18 (38.) früh eine Auszeit nahm. Ergebnis: Andreas Nelte stand im Kreis (40.), Rosiak traf den Pfosten (41.), Tobias Justen vergab frei (41.) und Tim Schickhaus warf einen Gegenstoß-Pass ins Aus (42.). Dülkens Kämmerling schien dann genug zu haben, als er mit dem 20:13 (43.) die Entscheidung besorgte.

Viele Versuche, wenig Erfolg

Erst jetzt liefen die Aktionen flüssiger und verhinderten ein totales Debakel — was zuvorderst aufs Konto der vor der Pause fast abwesenden Rosiak und André Eich ging. "Ich weiß nicht, warum wir wieder so pomadig angefangen haben", fand Kirchhoff, der hinten wie vorne alle möglichen Varianten probierte. Viel Erfolg wollte sich jedoch nicht einstellen an einem Abend, der irgendwie total verkorkst war.

SGL: Hanke, Bremer — Majeres, Rosiak (8/2), Wille, Preissegger (1), Justen, Eich (4), Felder (1), Körner (5), Voigt (1), Nelte (3), Schickhaus.

(RP)