Motorsport : Wie geschmiert

Motorsportler Jörg Bergmeister hatte in Salt Lake City zum dritten Mal hintereinander in der American Le MansSeries 2009 die Nase vorne. Der Titelverteidiger, der selbst begeistert war, erlebte ein perfektes Renn-Wochenende.

Jörg Bergmeister ist sehr ehrgeizig, aber kein Lautsprecher. Und er neigt sicher nicht zu Übertreibungen. Wenn der Motorsportler von "perfekt" redet, muss was dran sein – wofür nach dem vierten Saison-Rennen der American Le Mans Series (ALMS) in Tooele bei Salt Lake City (Utah) viel sprach. Bergmeister gewann mit dem US-Teamkollegen Patrick Long zum dritten Mal hintereinander und festigte in seinem Unternehmen Titelverteidigung die Führung. "Da hat wirklich viel gepasst. Das war wahrscheinlich mein bestes Renn-Wochenende in der ALMS", fand der 33-Jährige, der immerhin schon seit 2002 in den USA erfolgreich ist.

Nach den beiden April-Siegen auf den Stadtkursen von St. Petersburg (Florida) und Long Beach (Kalifornien) nutzten die Fahrer und Flying Lizard Motorsports (Sonoma/Kalifornien) den Schwung direkt zu intensiven Tests aus – auf dem Kurs im Miller Motorsports Park von Tooele. Dort erzielten Bergmeister und Long in allen Trainings-Sitzungen die schnellste Zeit. Das für die Startaufstellung entscheidende Qualifying absolvierte der Langenfelder dann in famosen 1;47,120 Minuten mit einem GT-2-Klassen-Rekord für die 4,9 Kilometer. Weil die Top-Zeit auf Anhieb gelang, wars zugleich eine reifenschonende Angelegenheit und damit eine optimale Grundlage fürs Rennen.

  • City-Trainer Pep Guardiola jubelt mit seinen
    Stadtrivale United verliert : Manchester City ist englischer Meister - Guardiola will drei Titel
  • Sitzt schon seit vier Jahren als
    Das besondere Hobby : Neusserin fühlt sich im Cockpit zu Hause
  • Traf doppelt gegen Paris Saint-Germain: ManCity-Star
    Mahrez macht alles klar : Manchester City zieht nach Sieg über PSG in Champions-League-Finale ein

Alles unter Kontrolle

Startpilot Bergmeister fiel im bestens vorbereiteten Porsche 911 GT 3 RSR kurz auf den zweiten Platz zurück, übernahm aber schnell wieder die Führung und setzte sich allmählich ab, sodass beim Fahrerwechsel rund zehn Sekunden zwischen dem Führungsduo und der verfolgenden Konkurrenz lag. Als Patrick Long nach 70 Minuten des 2:45-Stunden-Rennens das Steuer übernahm, konnte er das Feld zuerst kontrollieren – und zum geeigneten Zeitpunkt endgültig davonziehen. Die kluge Taktik und erkennbare Reifen-Vorteile brachten bis zur Zielflagge noch einen deutlichen Vorsprung von mehr als einer Minute ein. Und ganz nebenbei fabrizierte Long mit 1:48,811 Minuten noch die schnellste Rennrunde.

Reichlich Punkte übrig

Nach vier von zehn Terminen in der Saison haben Jörg Bergmeister und Patrick Long 80 Zähler auf dem Konto – genau 21 mehr als die Ferrari-Verfolger (59). Weil es für einen Sieg meistens 20 Punkte gibt, siehts ganz beruhigend aus – wovon Bergmeister wiederum sehr wenig wissen möchte. "Es gibt noch reichlich Punkte zu verteilen", warnt der Werksfahrer, der am liebsten immer gewinnen möchte. Ehrgeizig wird er bleiben, aber von lauten Tönen hält er offensichtlich nichts.

(RP)