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Handball: Wie der Gruselstreifen sein Happy End bekam

Handball : Wie der Gruselstreifen sein Happy End bekam

Handball-Oberligist SG Langenfeld steigerte sich nach einer unfassbar schwachen ersten Hälfte und gewann beim TV Jahn Hiesfeld mit 25:19.

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) ist derzeit offensichtlich für vielerlei Überraschungen gut. Erst wurde bekannt, dass Trainer Heino Kirchhoff am Ende der aktuellen Saison als Trainer in Langenfeld aufhört — und dort womöglich als Sportdirektor/Sportlicher Leiter weitermacht (wir berichteten). Dann lieferte die Mannschaft beim TV Jahn Hiesfeld für fast 40 Minuten reine Ausschussware ab, mit der niemand etwas anfangen konnte.

Klettertour: André Eich und Langenfelds Handballer hatten in Hiesfeld zumindest nach der Pause vermehrt den richtigen Durchblick. Foto: Matzerath

Am Ende stand allerdings ein 25:19 (8:6)-Sieg auf der Anzeigetafel, der das Konto auf 11:5 Punkte klettern ließ. Die SGL konnte den fünften Tabellenplatz weiter festigen und darf nun den nächsten Wochen tatsächlich einigermaßen beruhigt entgegensehen.

"Ich freue mich unheimlich darüber, dass wir das noch so hinbekommen haben", fand Kirchhoff, "so kommt kein Gerede auf." Gleichzeitig hatte der Coach schon vor der Erklärung gegenüber dem Team, dass er am Saisonende aufhört, ein deutliches Gefühl: "Ich wusste, dass es ein Drecksspiel wird." Wie tief das Niveau in der ersten Hälfte absackte, war trotzdem erschreckend. Beide Seiten boten nichts, was irgendwie mit Oberliga zu tun hatte. Dabei taten sich die Keeper als Ausnahmen hervor und Langenfelds Tobias Geske war mit vielen Glanzparaden der klar beste Spieler auf dem Feld.

Die Anzahl an Ballverlusten ließ sich zuerst kaum nachhalten und bisweilen vergingen nur ein paar Sekunden, in denen das Spielgerät gleich mehrmals den Besitzer wechselte. Bereits bis zum 1:0 (7.) durch André Eich vergingen sechseinhalb Minuten und der Halbzeitstand von 8:6 für Langenfeld sprach nahezu für sich. Kirchhoffs Addition lag nahe an der Wirklichkeit: "Wir haben Millionen an Fehlern gemacht."

Bis zum 12:11 (39.) blieb der Film ein Gruselstreifen, ehe sich die SGL freischwamm. Genau zehn Minuten später hieß es durch sechs Treffer in Folge 18:11 (49.), weil die Gäste hinten unverändert Beton anrührten — und vorn zumindest in einigen Szenen die notwendige Ernsthaftigkeit zeigten. Bezeichnend war der Tempogenstoß, als der Ball zu Matthias Herff kommen sollte und ins Aus zu segeln drohte. Herff hechtete jedoch hinterher und konnte so den mitgelaufenen Tim Schickhaus bedienen — 17:11 (39.). Kein Zufall: Schickhaus (fünf Tore) und Herff (vier) waren nach der Pause die erfolgreichsten Langenfelder Werfer.

Den Rest der Partie konnte die SGL stets kontrollieren und selbst die Rote Karte (54./dritte Zeitstrafe) für den oft unglücklich agierenden Christian Majeres verkraften. Hiesfeld versuchte es später verzweifelt sogar mit einer offenen Deckung, kam damit allerdings nicht zum Erfolg — sondern den Gästen entgegen. Die schnellen Tim Schickhaus und Matthias Herff sorgten nach dem 21:16 (56.) mit jeweils zwei Treffern für die restliche Ausbeute zugunsten der SGL, die derzeit wohl für viele Überraschungen gut ist.

SG Langenfeld: Kottwitz, Geske — Majeres (1), Rosiak (7/3), Preissegger (1), Justen, Wagener, Klimke, Felder (2), Herff (5/1), Körner, Eich (2), Nelte (2), Schickhaus (5).

(RP/rl)