1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

Handball: Wie Beton: Starke Abwehr die Basis zum Sieg

Handball : Wie Beton: Starke Abwehr die Basis zum Sieg

Handball-Oberligist SG Langenfeld gewann beim TuS Treudeutsch Lank nach einer einseitigen zweiten Halbzeit ungefährdet mit 29:17.

Es war hektisch, es war lärmend, es gab ein hochoffiziell an einer Scheibe erläutertes Harzverbot und permanent an irgendeiner Stelle der Halle etwas zu wischen. Auch aufgrund der ungewohnten Atmosphäre hatte der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) in der vergangenen Saison vom TuS Treudeutsch Lank nur ein sehr mühevolles 23:23 mitgenommen. Obwohl diesmal über weite Strecken wieder der große spielerische Glanz fehlte, ließ sich nach den 60 Minuten ein gravierender Unterschied auf der Anzeigetafel ablesen. Dort stand ein glattes 29:17 (14:10) für Langenfeld, das im dritten Saisonspiel den dritten Sieg holte und weiter an der Tabellenspitze liegt.

Noch ein krasser Unterschied zu 2012: Seinerzeit taten sich Matthias Herff (neun Treffer) und Dawid Rosiak (vier) als beste Werfer hervor — die jetzt gar nicht mitmachen konnten. Rosiak bewegte sich auf Krücken durch die Gegend (Syndesmoseband gerissen), während sich Herff (Beschwerden an der Achillessehne) die ganze Angelegenheit zur Schonung von der Bank aus ansah. "Wir hätten ihn nur zur größten Not eingesetzt", erklärte Trainer Leszek Hoft, der den Plan jedoch in der Schublade lassen konnte.

Die SGL lag einmal hinten, als den Hausherren durch Jan Verholen das 1:0 gelang (2.). Nach dem 5:2 (11.) und 7:5 (17.) blieb die Partie bis zum 9:7 (20.) halbwegs eng, ehe weitere drei Treffer hintereinander für den ersten richtig klaren Vorsprung der Gäste sorgten — 12:7 (24.). Weil Hofts Team offensichtlich am Muster mit den Dreier-Serien Gefallen gefunden hatte, sorgten sie so auch für die Entscheidung. André Eich (42.) und Christian Majeres (45.) erhöhten vom 18:13 aus 20:13, bevor Vinzenz Preissegger mit einem spektakulären Tor von Linksaußen das 21:13 anbrachte (45.). Nach dem 25:15 (54.) durch Majeres war das Ergebnis zum ersten Mal zweistellig und der Rest der zunehmend einseitiger gewordenen Partie eher eine Art Verwaltungsdienst.

Die SGL konnte sich vor allem in der zweiten Halbzeit auf eine kompromisslose Abwehr verlassen. "Das war die Basis für den Erfolg", fand auch Trainer Hoft, "nur sieben Gegentore in 30 Minuten sind schon stark." Im Angriff gabs dafür eine Mischung aus Licht und Schatten. Auf der einen Seite bot Langenfeld nach Ballgewinnen sehenswerte schnelle Aktionen — wie beim 8:5 (17.), als Philipp Wolter einen weiten Pass von Torhüter Tobias Geske verwertete. Darüber hinaus traf Christian Majeres (acht Tore) erneut sicher, während Spielmacher Eich (sieben) wieder als Dreh- und Angelpunkt wirkte. Auf der anderen Seite kamen dafür regelmäßig störende Ballverluste vor.

Die nach Rosiaks Verletzung entstandene Lücke im linken Rückraum konnten Christian Pake und Mirko Stolley diesmal nicht passend ausfüllen. Was das alles ingesamt zu bedeuten hat, dürfte allerdings erst das Heimspiel am kommenden Samstag (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den TV Aldekerk zeigen — der zu den Top-Teams gerechnet wird. Lank war kein Maßstab dafür, was die SGL tatsächlich zu leisten vermag.

SG Langenfeld: Hanke, Geske — Thöne (2), Majeres (8), Wolter (1), Preissegger (5), Klimke (1), Herff, Stolley (1), Eich (7/3), A. Boelken (1), Pake (1), Nelte (2).

(RP)