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Jugendfußball: Wenn aus der Leidenschaft ein Beruf wird

Jugendfußball : Wenn aus der Leidenschaft ein Beruf wird

Bei Benjamin Budak dreht sich alles um Fußball. Seine Schule sieht er nicht als Vereins-Konkurrenz, sondern als Ergänzung für Kinder.

Benjamin Budak hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der 25-jährige Monheimer ist beinahe täglich auf dem Sportplatz oder in der Halle. Die Mission: Den Jüngsten den Spaß am Fußball zu vermitteln. Budak hat sich vor gut zwei Jahren mit einer eigenen Fußballschule selbstständig gemacht. Die Zielgruppe besteht dabei vorrangig aus Kindern im Alter bis zu zehn Jahren. Deswegen heißt das Unternehmen auch "Grundschulfußball". Gedacht ist das Ganze als Angebot für junge Spieler, denen zwei Mal Training pro Woche im Verein zu wenig ist. "Es gibt Kinder, die wollen am liebsten jeden Tag was mit dem Ball machen", erklärt Budak.

Der Anfang war alles andere als einfach - und im Grunde gar nicht so geplant. Als vor einigen Jahren in den Schulen die Ganztagsbetreuung zur Regel wurde, waren die meisten Einrichtungen erst einmal ratlos. Eine Schule in Köln-Höhenberg suchte jemanden, der eine Fußball-AG in der Nachmittags-Betreuung leiten sollte. Budak, damals mit seinen 20 Jahren noch selbst aktiver Fußballer, bewarb sich - und kam dadurch in Kontakt mit den Kindern. "Damals habe ich parallel noch ein Fernstudium im Fußballmanagement gemacht. Da wurde immer viel über Fußballschulen geredet. Irgendwann habe ich mir gedacht: Du kannst das auch", berichtet der gebürtige Düsseldorfer.

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Am Anfang standen vor allem viele Schwierigkeiten, Gespräche und Werbemaßnahmen. Budaks eigene Spieler-Laufbahn - damals immerhin in der Bezirksliga bei der SSVg. Haan - war zudem relativ schnell beendet. Stattdessen stand Budak nun immer häufiger in Schulen und Kindergärten und leitete eigene Kurse sowie Ferienangebote. Inzwischen ist "Grundschulfußball" als Marke in Monheim und Umgebung etabliert. Mittlerweile hat Budak sogar Mitarbeiter eingestellt, um alle Nachfragen erfüllen zu können.

Der junge Unternehmer sieht sich nicht als Konkurrenz zum Vereinsfußball, sondern als Ergänzung. Besonders wichtig ist ihm die Qualität seines Angebots. "Viele Fußballschulen legen einfach einen Ball in die Mitte - und das war es dann. Ich möchte, dass die Kinder optimal betreut werden. Dafür muss man manchmal auch mal etwas mehr ausgeben", findet Budak. Neben der Trainingsgestaltung meint er damit die Ausrüstung und Verpflegung während seiner Kurse. Trotz der hohen Qualität geht es Budak aber nicht darum, Kinder zu Profis auszubilden: "Ich werbe nicht damit, dass ich aus den Kindern den nächsten Marco Reus oder Mesut Özil mache. Darum geht es nicht. Die Kinder sollen Spaß am Fußball finden und etwas lernen. Alles andere kommt von ganz alleine."

Dass Fußball sogar noch ganz anders geht, beweist die Aktion "Bolzplatzhelden" in Düsseldorf. Hier engagiert sich Budak als Trainer unter anderem für Kinder, die keine Möglichkeit haben, in Vereinen oder Fußballschulen zu spielen. "Bei uns war das doch früher auch so. Wir haben gebolzt, eine Garage abgeschossen und Ärger bekommen. Diesen Kindern bietet die Aktion ein vernünftiges Training unter Aufsicht auf öffentlichen Plätzen", erklärt Budak. Die Umgangsformen sind in diesem Projekt zum Teil ganz anders: "Da kann man nicht immer rein pädagogisch agieren - das muss man leben!"

Privat ist Budak - was keine Überraschung ist - vor allem Fußballfan. Sein Lieblingsverein ist Real Madrid und sein Favorit als Spieler Cristiano Ronaldo - obwohl der Portugiese bei der aktuell laufenden Weltmeisterschaft in Brasilien nicht überzeugen konnte. Um das Bild abzurunden, trainiert Budak zurzeit noch eine Bambini-Mannschaft beim TSV Eller 04. Benjamin Budak hat eben tatsächlich seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

(RP)