Handball: Weltreisender: Jörg Bergmeister und sein attraktiver Arbeitsplatz

Handball : Weltreisender: Jörg Bergmeister und sein attraktiver Arbeitsplatz

Jörg Bergmeister wird seinen Status als Vielflieger mühelos pflegen können und in diesem Punkt wird sich für den Porsche-Werksfahrer im Jahr 2013 wenig ändern. Dass der Langenfelder heute nach Florida aufbricht, um die 24 Stunden von Daytona zu bestreiten, ist ebenfalls sehr normal – weil er dort in der Vergangenheit eigentlich Stammgast war.

Jörg Bergmeister wird seinen Status als Vielflieger mühelos pflegen können und in diesem Punkt wird sich für den Porsche-Werksfahrer im Jahr 2013 wenig ändern. Dass der Langenfelder heute nach Florida aufbricht, um die 24 Stunden von Daytona zu bestreiten, ist ebenfalls sehr normal — weil er dort in der Vergangenheit eigentlich Stammgast war.

Es war eine tolle Zeit: Patrick Long (links) und Jörg Bergmeister gehörten zu den Top-Fahrern in der American Le Mans Series. Foto: Porsche AG

Ansonsten ist allerdings nahezu alles anders, denn der 36-Jährige beginnt einen neuen beruflichen Abschnitt — raus aus der American Le Mans Series (ALMS), rein in die World Endurance Championship (WEC). "Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe", betont Bergmeister — der in der ALMS ja nicht irgendwer war, sondern ungewöhnlich erfolgreich.

Von 2002 bis 2012 bestritt der Langenfelder in den USA genau 105 ALMS-Rennen — bei denen er 35 Siege erzielte und 65 Mal einen Platz auf dem Siegertreppchen ergatterte. Kein Wunder: 2005, 2006, 2008, 2009 und 2010 sprang jeweils der Fahrertitel in der GT-Klasse heraus. Dreimal gewann Bergmeister gemeinsam mit dem Kalifornier Patrick Long, der seit Langem mehr ist als ein Kollege im Team der Werksfahrer. Als Long kürzlich zwischen Weihnachten und Neujahr seine Hochzeit feierte, war Bergmeister als Freund natürlich dabei.

In einer Beziehung wird sich der Langenfelder trotzdem kaum umstellen müssen, denn der künftige neue Teamkollege hat mit dem alten schon mal den Vornamen gemeinsam. Der 31 Jahre alte Franzose Patrick Pilet und Bergmeister sollen im neuen Porsche 911 RSR um den Titel mitkämpfen — was allein schon deshalb kaum überraschen kann, weil es sich um einen sehr offiziellen Werks-Einsatz handelt.

Daraus folgt: Die Fahrer sind nicht — wie unter anderem in der ALMS üblich — an ausgewählte Kundenteams ausgeliehen, die außerdem mit besonderer Unterstützung durch das Werk rechnen dürfen. Porsche nimmt die kompletten WEC-Einsätze vielmehr 2013 selbst in die Hand, sodass die Fahrer perfekte Bedingungen geboten bekommen. Dass dadurch die Ansprüche nicht eben kleiner werden, sieht Bergmeister als geringes Problem. Er gilt schließlich als äußerst ehrgeizig und will ohnehin jedes Rennen für sich entscheiden. "Ich bin bereit für neue Aufgaben und wirklich sehr gespannt", betont Bergmeister, "das ist der erste Werkseinsatz seit 1998. Da gibt es keine Ausreden."

Die Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben wird entsprechend intensiv sein — und sicher nichts dem Zufall überlassen. Neben zahlreichen Tests steht für alle Porsche-Werksfahrer die obligatorische Fitness-Schulung auf dem Programm, die der eine oder andere auch schon mal mehr oder weniger liebevoll "unser Boot-Camp" nennt — weil die Anforderungen an alle Teilnehmer in der Tat extrem sind. Die Schönheiten der Ferieninsel Teneriffa werden die Werksfahrer im Februar vermutlich nur am Rande genießen können.

Der Saisonstart in Daytona ist für Jörg Bergmeister ein Sonder-Einsatz, den er in einem Porsche 911 GT 3 Cup fürs kalifornische Team TRG bestreitet (The Racer's Group). "Daytona ist ein harter Kampf vom Start bis ins Ziel und nach der langen Winterpause eine tolle Einstimmung auf die neue Saison. Ich habe das Rennen zuletzt 2009 gewonnen — eigentlich wäre ich mal wieder an der Reihe", sagt Bergmeister, der sich den Marathon mit Dominik Farnbacher (Ansbach), Ben Keating (Texas) und Kuno Wittmer (Kanada) teilt. Dass der Triumph von 2009 ebenfalls auf das TRG-Konto ging, zeigt jedenfalls, wie erfolgsorientiert die Mannschaft um Teameigner Kevin Buckler arbeitet.

Schon ein paar Stunden nach dem Rennen muss Bergmeister in Orlando wieder in einen Jet klettern, um die Heimreise anzutreten. Dann ist er ein paar Stunden zu Hause, ehe die Weiterreise zu den nächsten Tests folgt. Schon bis zum ersten Rennen der WEC am 14. April in Silverstone (England) wird Jörg Bergmeister seinen Statuts als Vielflieger mühelos pflegen können. Die insgesamt acht Rennen führen ihn dann sogar durch die ganze Welt.

(RP/rl)