Vereinssport: Das Jahr 2008: Wechselbäder der Gefühle

Vereinssport: Das Jahr 2008 : Wechselbäder der Gefühle

Die Langenfelder Vereine blicken auf ein Jahr zurück, dass von Nervenkitzel geprägt war. Der HSV Langenfeld sicherte sich den Aufstieg in die Fußball-Landesliga am letzten Spieltag. Ein hartes Los zog Badminton-Bundesligist FC Langenfeld, der am grünen Tisch den Einzug ins Mannschafts-Finale verlor. Die SGL-Handballer feierten den Aufstieg in die Verbandsliga.

Während zurzeit recht kalte Temperaturen vorherrschen, haben die Langenfelder Sportvereine auf dem Weg durch das Jahr 2008 so gut wie alle Klimazonen durchschritten.

Eiskalt erwischt wurde der Badminton-Bundesligist FC Langenfeld (FCL) nach dem Play-Off-Halbfinale der Saison 2007/2008. Der Vorjahresfinalist hatte sich im Rückspiel beim rheinischen Rivalen 1. BC Beuel mit 5:3 durchgesetzt und damit erneut die Teilnahme am Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gesichert. Doch nur sechs Tage später war die Freude bereits verflogen, da das 4:4-Unentschieden aus dem Hinspiel nachträglich in ein 0:8 umgewandelt worden war. Nachwuchs-Talent Fabienne Deprez (16), die im Mixed eingesetzt wurde, hätte laut Regelwerk nicht spielen dürfen, weil sie fürs parallel in den Niederlanden stattfindende Sechs-Nationen-Turnier U19 nominiert worden war.

Den eingelegten Einspruch zog der FCL wegen Aussichtslosigkeit zurück, noch bevor eine Entscheidung gefällt werden konnte. "Das Schlimmste für uns war die Ungewissheit", sagte Team-Sprecher Andreas Wölk, "uns ist ein Fauxpas passiert — ein kollektives Versäumnis." In der laufenden Saison rangiert der FCL mit 11:5 Punkten ziemlich sicher auf Rang drei. Nach dem schmerzhaften 1:7 gegen Beuel war die erneute Qualifikation für die Play-Offs lange Zeit kein Selbstläufer mehr. Erst die 6:2-Erfolge über EBT Berlin und Lüdinghausen brachten neue Sicherheit.

Volleyball In einem permanenten Frühling befinden sich seit über einem Jahr die Volleyballerinnen der SG Langenfeld. Die Oberliga beendete das Team um Trainer Michael Wernitz mit 36:0 Punkten und kehrte nach nur einem Jahr Abwesenheit sofort wieder in die Regionalliga West zurück. "Dass es so positiv ausgeht, war nicht zu erwarten und für uns alle eine tolle Belohnung", fand Wernitz. Nach der 2:3-Auftaktniederlage gegen den TuB Bocholt legte der Aufsteiger eine beeindruckende Siegesserie hin und stand nach dem 3:0 über den damaligen Tabellenführer TV Gladbeck sogar selber auf Rang eins. Platz zwei und 14:4 Zähler lassen den Langenfelderinnen zur Winterpause aber alle Möglichkeiten offen.

Basketball Die Basketballer der SG Langenfeld haben ihren Platz in der Oberliga gefunden und kommen in der Spitzengruppe bestens zurecht. Schon in der vergangenen Spielzeit schrammte das Team von Trainer Markus Dobke auf Rang drei (30:12 Punke) nur knapp am Aufstieg vorbei. "Hätten wir die Niederlage gegen die BG Monheim vermieden, wären wir nun aufgestiegen", ärgerte sich Dobke nach dem 79:73-Sieg am letzten Spieltag gegen den Zweiten BG Solingen. Auch in der laufenden Serie spielen die Langenfelder eine gute Rolle. Mit 18:4 Zählern liegt die SGL auf Platz drei.

Fußball Welche Wechselbäder der Gefühle Fußball erzeugen kann, demonstrierten TuSpo Richrath und der HSV Langenfeld. Dabei hätten beide Mannschaften sicherlich nichts dagegen gehabt, schon ein bisschen früher eine Entscheidung herbeiführen zu können. Punktgleich mit dem Tabellenführer Spvg. Schonnebeck ging Aufsteiger Richrath in den letzten Spieltag der Landesliga-Saison 2007/2008. Bis zur 70. Minute stand das Team von Trainer David Moreno bereits mit einem Bein in der Verbandsliga. Zwei späte Tore des Tabellenführers bedeuteten jedoch das Ende aller Träume. Die Tordifferenz sprach eindeutig für Schonnebeck. "Es hat nicht ganz gereicht, aber es war trotzdem eine riesige Saison", meinte Moreno, der zu Fortuna Düsseldorf wechselte, um dort die B-Junioren zu betreuen. Nach Startschwierigkeiten in der aktuellen Saison hat Richrath mit dem neuen Trainer Wolfgang Bergemann wieder in die Spur gefunden. Vier Siege und drei Unentschieden brachten zuletzt 15 Punkte und den Sprung auf Rang vier.

Einen glücklicheren Ausgang erwischte der HSV Langenfeld, der in der Bezirksliga mit drei Punkten Vorsprung auf den VfB Solingen ins letzte Saisonspiel ging. Trotz der 1:2-Niederlage gegen den FC Monheim reichte zum Aufstieg in die Landesliga, da der HSV in der Endabrechnung ein Tor mehr als Solingen erzielte. Nach dem Erreichen des größten Erfolgs in der Vereinsgeschichte, fehlt dem HSV in der Landesliga noch das nötige Quäntchen Glück. Daher steht das Team von Trainer Guido Röhrig mit 15 Punkten zurzeit nur auf dem vorletzten Rang.

Handball Vier Jahre bemühten sich die Handballer der SG Langenfeld um den Aufstieg in die Verbandsliga, verpassten den Fahrstuhl nach oben aber stets knapp. Im fünften Anlauf ließ die SGL nichts mehr anbrennen. Schon zwei Wochen vor dem Saisonende war den Langenfeldern der Platz an der Sonne nicht mehr zu nehmen. Die Lockerheit der Aufstiegssaison ist ihnen anscheinend auch in der Verbandsliga nicht verloren gegangen. Nach dem holprigen Start mit 2:4 Punkten folgte eine Serie von acht Partien ohne Niederlage, sodass die SGL punktgleich mit dem TuSEM Essen II (18:4) an der Tabellenspitze steht. "Wir haben nicht nur bei den starken Mannschaften gut gespielt, sondern auch die anderen Spiele souverän gewonnen", freute sich Trainer Heino Kirchhoff.

Tischtennis Mit Vladimir Rups verließ eine alles überstrahlende Leitfigur den Tischtennis-Landesligisten Unitas Langenfeld. "Wir wollen im oberen Drittel mitspielen und mit dem Abstiegskampf nicht zu tun haben", setzte daher Mannschaftssprecher Jens Kube zu Beginn der laufenden Saison etwas niedrigere Ziele. Der dritte Platz aus der Spielzeit 2007/2008 wird für die Unitas schwer zu wiederholen sein, doch mit dem neuen Spitzenspieler Klaus-Marius Bastian ist sie gut aufgestellt und liegt auf Platz fünf.

Zittern muss dagegen Liga-Konkurrent SC Germania Reusrath. Die Reusrather stiegen nach nur einem Jahr in der Bezirksliga als Tabellenführer wieder in die Landesliga auf, stehen derzeit auf Rang acht (8:14 Puntke) aber nur zwei Zähler vor dem Relegationsrang. Den Klassenerhalt schaffen soll das Team, das bereits für den erfolgreichen Wieder-Aufstieg sorgte.

American Football Im Jahr eins nach dem Abschied von Head-Coach Michael Hap mussten sich die Langenfeld Longhorns kaum umgewöhnen. Denn auch unter Sherman DJ Anderson setzten die Langenfelder ihr erfolgreiches Auftreten in der German Football League 2 (2. Bundesliga Nord) fort. Bis zum Ende der Saison hatten die Longhorns die Gelegenheit, die Meisterschaft und das damit verbundene Relegationsspiel zum Aufstieg in die German Football League (1. Bundesliga) zu erreichen. Doch das 27:27-Unentschieden beim Tabellenführer Essen Assindia Cardinals bedeutete am Ende mit 19:9 Punkten den dritten Platz.

Skaterhockey Die SG Langenfeld Devils entwickeln sich langsam zur Fahrstuhl-Mannschaft. Ein Jahr nach dem Wieder-Aufstieg müssen sich die Devils aus der 1. Skaterhockey-Bundesliga verabschieden. "Der erneute Gang in die 2. Liga tut weh", gab Devils-Sprecher Michael Kludig zu. Bis zuletzt hatten die Langenfelder noch hoffen können, doch nach der 6:7-Niederlage im Relegations-Rückspiel bei den Badgers Spaichingen war das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen. Der Vorsatz fürs neue Jahr steht schon fest: Wiederaufstieg 2009.

Motorsport Mit gut 40 km/h knallt ein Korken aus der Sektflasche. Mit weit höherem Tempo war Jörg Bergmeister mit seinem Porsche 911 GT 3 RSR in der American Le Mans Series (ALMS) in den USA unterwegs und gewann nach 2005 und 2006 zum dritten Mal die GT-2-Gesamtwertung. Für sein Team Flying Lizard Motorsports (Sonoma/Kalifornien) sprang zudem im fünften Anlauf der erste Sieg in der Mannschaftswertung heraus. Insgesamt erreichten Bergmeister und Mit-Fahrer Wolf Henzler (Nürtingen) vier erste Plätze sowie fünf zusätzliche Positionen auf dem Podium.

Was auch immer die Langenfelder Vereine im neuen Jahr erwartet, die Hoffnung sonnige Höhen zu erklimmen, dürfte alle verbinden.

(RP)