Fußball: Warum Trainer Lesniak den falschen Film sah

Fußball : Warum Trainer Lesniak den falschen Film sah

Der schwache Fußball-Landesligist TuSpo Richrath fand beim 1:4 in Niederwenigern vor dem Seitenwechsel praktisch gar nicht statt,

Der Fußball-Landesligist TuSpo Richrath ist um eine Hoffnung ärmer, denn das vorzeitige Absetzen ins gesicherte Mittelfeld scheint auszufallen. Nach der verdienten 1:4 (0:3)-Pleite beim Fünften SF Niederwenigern konnte Trainer Marek Lesniak zudem kaum glauben, was ihm seine Mannschaft diesmal angeboten hatte. "Das war brutal und die erste Hälfte ganz schlimm. Da habe ich gedacht, dass ich im falschen Film bin." Der nicht minder frustrierte Sportliche Leiter Jörg Broch bestätigte die Einschätzung punktgenau: "Wir haben überhaupt nicht stattgefunden."

Die Partie war gerade mal zwölf Minuten alt, als die Gäste bereits deutlich hinten lagen — 0:1 (10.), 0:2 (12.). Besonders bitter für die Richrather: Beim zweiten Gegentreffer patzte selbst der sonst so zuverlässige Keeper Jan Conradi, der ansonsten in einigen Szenen auch tatsächlich einen größeren Schaden verhindern konnte. Vor der Pause kassierte TuSpo trotzdem das 0:3 (28.) und die Partie war damit vorzeitig gelaufen. "Die hätten noch mehr Tore erzielen müssen", fand Lesniak, "wir sind mit dem 0:3 wirklich gut bedient gewesen."

Die allgemein kräftige Kabinenkritik führte immerhin dazu, dass die Richrather nun zur Teilnahme am Spiel bereit waren — nachdem sie vorher kein einziges Mal aufs gegnerische Tor geschossen hatten. Das gesteigerte Engagement führte wenigstens zu einer halbwegs ausgeglichenen Begegnung, aber für einen Sieg kam Lesniaks Elf zu keinem Zeitpunkt in Frage. Der Anschlusstreffer durch Necati Ergül zum 1:3 (78.) blieb am Ende höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein und das 1:4 in der Nachspielzeit störte dann fast keinen mehr.

Der Blick auf die nächsten Tage zeigt, dass Richrath definitiv eine Menge Arbeit vor sich hat. Morgen soll es ein Treffen der Mannschaft mit dem in der vergangenen Woche gewählten neuen Vorstand geben —der dann erste Vorstellungen über seine Pläne für die Zukunft vortragen soll. "Das müssen wir abwarten", erklärt Ex-Profi Lesniak, dessen eigener Verbleib für die kommende Saison wohl gehörig in der Schwebe sein dürfte.

Ganz sicher weiß der Coach dafür, dass auf TuSpo am kommenden Sonntag (15 Uhr, Schlangenberg) mit dem Heimspiel gegen den Dritten RW Essen II eine richtig schwierige Aufgabe wartet: "Das sollten wir nicht verlieren, sonst wird es vielleicht richtig eng." Um eine Hoffnung ärmer sind die Richrather allerdings jetzt schon.

(RP)
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