Lokalsport: Volleyballerinnen suchen neuen Schwung

Lokalsport: Volleyballerinnen suchen neuen Schwung

Die Regionalliga-Frauen der SG Langenfeld sind auch auf Talente wie Felicitas Christ dringend angewiesen.

In der Winterpause war die Situation noch glänzend. Damals belegten die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) schließlich nach einer famosen Hinrunde mit 20 Punkten den zweiten Platz - und selbst die Meisterschaft mussten sie noch nicht komplett abschreiben. Dann konnte die Mannschaft von Trainer Michael Wernitz den Schwung aber nicht mitnehmen. Sie sammelte im neuen Jahr nur neun weitere Zähler und am Ende sprang Platz fünf heraus. "Die Mannschaft hatte zum Schluss im Kopf, dass weder nach oben noch nach unten weitere Möglichkeiten bestehen. Deshalb fehlten das letzte Quäntchen Konzentration und ein entschlossener Wille", stellt Wernitz im Rückblick fest.

Ein weiteres Handicap: Die wichtige Zuspielerin Carina Zandt fiel über weite Strecken der Rückrunde verletzt aus (Sprunggelenk). Darüber hinaus nahmen meist nur neun der insgesamt 13 Spielerinnen am Training teil (Krankheiten, Prüfungen), sodass keine optimale Vorbereitung auf die einzelnen Partien möglich war. "Anfangs hätten die Spielerinnen nicht gedacht, dass ihnen jede verpasste Übungseinheit fehlen würde", sagt Wernitz, für dessen Team ohnehin lediglich zwei Mal pro Woche Training auf dem Programm stand.

Seit Jahren zeigt die SGL erhebliche Defizite in der Annahme. Tina Steinacker konnte sich zwar auf der Libero-Position deutlich weiterentwickelt, aber andere haben oft große Schwierigkeiten. "Manche können die Tipps einfach nicht umsetzen. Die älteren Spielerinnen brauchen mehr Zeit, um sich zu verbessern", findet der erfahrene Coach. Ihm fiel auf, dass die Langenfelderinnen häufig auf die Aufschläge der Gegner zu spät reagierten.

Langenfeld hatte vor der Saison nach dem Abstieg aus der 3. Liga West ohnehin nur einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle als Ziel ausgegeben. In der Regionalliga-Rückrunde trat die SGL dann immerhin beim TV Gladbeck II (3:1) und gegen die SG SV Werth/TuB Bocholt (3:1) sehr stark auf. Wernitz: "Die Mädels können es und sie haben ihre Qualität ja nicht urplötzlich verloren. Doch mich macht traurig, dass sie ihr Potenzial wieder zu selten abgerufen haben."

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Abgesehen von kleineren Konflikten hielt die Mannschaft sehr gut zusammen. Die Ersatzspielerinnen fieberten immer mit und freuten sich über jeden Punktgewinn. "Das Team ist fast immer nach den Heimspielen zusammengeblieben und hat noch Pizza bestellt. Alle zwar neben dem Sport viel zu tun, aber sie verlieren nie den Spaß an der Sache", lobt der Trainer.

Spielführerin Diana Kiss sowie ihre erfahrenen Team-Kolleginnen Silke Althaus und Jana Nahrstedt konnten die SGL immer wieder wachrütteln, weil sie aufgrund ihres ausgeprägten Ehrgeizes etwas gegen Nachlässigkeiten hatten. Die routinierten Kräfte harmonierten auf dem Spielfeld nach und nach besser mit dem 17 Jahre jungen Talent Felicitas Christ (Mittelblock).

Hinter Christ liegt eine enorme Entwicklung. Zuerst schaffte sie es oft nicht in den Kader, ehe sie nur auf der Bank Platz nehmen durfte. Am Ende der Serie sicherte sie sich dann sogar einen Platz in der Startformation. "Feli hört gut zu und passt auf, was die Älteren und ich sagen. Sie hat sich die Anerkennung der Mannschaft erarbeitet, nachdem sie sich aufgrund des Altersunterschiedes einige Zeit aneinander gewöhnen mussten", meint Wernitz. Christ verbesserte ihre Technik im Training bei der SGL und in weiteren Einheiten am Leistungsstützpunkt in Leverkusen. Um in der nächsten Saison erneut erfolgreich und für die weitere Zukunft gerüstet zu sein, ist Langenfeld auf Talente wie Christ angewiesen.

(fas)