Volleyballerinnen der SG Langenfeld empfangen den TSV Bayer Leverkusen

Porträt Silke Althaus : Mittelblockerin im Mittelpunkt der SGL

Silke Althaus ist eine der prägenden Figuren bei der SGL: Seit sieben Jahren ist die 31-Jährige bei den Langenfelder Volleyballerinnen, die nun das nächste Topspiel haben und als Tabellenzweiter der Regionalliga den -dritten TSV Bayer Leverkusen empfangen.

Im Frühjahr 2012 wurde die Grundlage für eine lange Erfolgsgeschichte gelegt. In der Halle des damaligen Herren-Zweitligisten TSG Solingen Volleys sah Silke Althaus einem Spiel zu und sprach während einer Pause mit Diana Kiss, die bereits für die Drittliga-Frauen der SG Langenfeld (SGL) aktiv war. Althaus liebäugelte mit einem Abschied vom SV Bayer Wuppertal und wurde gleich zum SGL-Probetraining eingeladen. „Ich habe Diana einfach mal gefragt, ob die Langenfelderinnen noch neue Leute brauchen können. Ihr Trainer Michael Wernitz war direkt für mich offen“, erinnert sich Althaus, die im Sommer desselben Jahres wechselte.

Die ersten Spielzeiten waren für die 1,88 Meter große Mittelblockerin nicht einfach, denn sie musste sich auf ihrer Position mit einer großen Konkurrenz messen. In der einen oder anderen Partie blieb nur ein Platz auf der Bank übrig. Trotzdem ließ Althaus nicht den Kopf hängen, sondern arbeitete in jeder Trainingseinheit mit viel Leidenschaft an ihren Fähigkeiten. „Bis heute ist Silke sehr fleißig und stellt sich bei allem Ehrgeiz in den Dienst der Mannschaft. Weil wir nur zweimal trainieren, hält sie sich durch Laufen und Radfahren fit“, lobt SGL-Coach Wernitz. Außer Kiss, Carina Zandt, Jana Nahrstedt und Althaus spielt heute niemand mehr aus dem Kader von 2012 in Langenfeld.

Vor rund zwei Wochen wurde der hohe Stellenwert von Althaus für den heutigen Regionalligisten mal wieder deutlich. Beim ehemaligen Angst-Gegner SC 99 Düsseldorf brachte die Mittelblockerin eine herausragende Leistung, die erheblich zum 3:1-Erfolg beitrug. Auf der einen Seite wurde Althaus von den Zuspielerinnen Zandt und Lara Sanders sehr gut bedient, sodass sie sehr platzierte Schläge hervorbringen konnte. Auf der anderen Seite gelangen Althaus eine ganze Reihe an gefährlichen Aufschlägen, die den SC ebenfalls vor unlösbare Rätsel stellten. Auch aufgrund ihrer hohen Spielerfahrung konnte die 31-Jährige oft die richtigen Entscheidungen treffen.

Da Anna Boytinck im Sommer nach Langenfeld wechselte, stehen Wernitz jetzt zusammen mit Althaus, Anne Schmittmann und Jil Molitor gleich vier Mittelblockerinnen zur Verfügung. „Silke zeichnet im besonderen Maße dadurch aus, dass sie nie aufgibt. In den vergangenen sieben Jahren hat sie sich durch neue Konkurrenz nicht verunsichern lassen, sondern sie wurde vielmehr noch stärker angespornt“, lobt Wernitz. In der vergangenen Vorbereitung agierte Althaus besonders konzentriert, sodass sie sie sich in der Abwehr und Annahme verbessern konnte. Im Block will die Mittelblockerin noch handlungsschneller werden.

Vor einigen Jahren stand der Abgang von Wernitz zur Diskussion, weil er über einen Vereinswechsel nachdachte. Insbesondere Althaus hat sich für seinen Verbleib stark gemacht. „Ich möchte Michael nicht missen. Damen-Mannschaften sind zwar schwer trainierbar, aber Michael hat ein Händchen dafür, um alle Spielerinnen ins Boot zu holen“, sagt Althaus, die seit drei Jahren Lehrerin an einer Gesamtschule mit den Fächern Biologie und Geschichte ist.

Dass die Langenfelderinnen zuletzt beim TuS Herten (2:3) ihre erste Saisonniederlage einstecken mussten, lag auch an der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff. Das Team war in der Annahme zu instabil, sodass Zandt und Sanders Mittelblockerin Althaus nur selten in Szene setzen konnten. Trotzdem liegt der Zweite Langenfeld (15 Punkte) in der Tabelle nur hauchdünn hinter dem Spitzenreiter Herten (16/ein Spiel mehr). Doch auch der Dritte TSV Bayer 04 Leverkusen (14), den die SGL am Sonntag (15 Uhr, Halle Hinter den Gärten) zum nächsten Top-Duell erwartet befindet sich in Reichweite.

„Durch die überraschende 1:3-Niederlage von Leverkusen gegen den SC Düsseldorf ist deren Nimbus gerissen. Es wird wieder ein heißer Tanz werden“, sagt Wernitz. Die Leverkusenerinnen können auch auf die gefährliche Außenangreiferin Jana Ritter zurückgreifen. „Wenn jede unserer Spielerinnen stabil bleibt und wir als Team zusammenspielen, können wir etwas holen. Wir wollen in jeder Begegnung alles geben und müssen weiter demütig sein“, fordert Althaus.

Um sich auch persönlich weiter zu steigern, nimmt die Mittelblockerin gerne die Ratschläge ihres Trainers in Anspruch. „Es macht riesigen Spaß, mit so einem liebevollen Menschen wie Silke zu arbeiten. Für mich ist es der schönste Moment, wenn sie einen Punktgewinn macht, mit den anderen Mädels feiert und ihr strahlendes Lächeln zeigt“, sagt Wernitz. „Silke kann lächeln wie eine Gewinnerin.“ Am Sonntag will Althaus wieder einen Grund zum Lächeln haben.

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