Lokalsport: Volleyball-Trainer Wernitz bleibt doch

Lokalsport : Volleyball-Trainer Wernitz bleibt doch

Der Damen-Coach geht in seine zwölfte Saison bei der SG Langenfeld, die verstärkt eigene Talente fördern will.

Das Problem klingt simpel. Es spielen viele junge Mädchen und Frauen Volleyball bei der SG Langenfeld (SGL), doch in der jüngeren Vergangenheit schaffte niemand den richtigen Durchbruch aus der Jugend oder den zweiten Damen in die erste Mannschaft (Regionalliga West). Damit eigene Talente eine höhere Chance bekommen, will die SGL nun den sperrigen Begriff "Jugend-Leistungs-Förderungskonzept" mit Leben füllen. "Wir wollen die ganze Geschichte durchlässiger machen und talentierte Mädels sollen schneller in die Erste kommen können. Das Ziel gibt es bei schon lange, aber bisher ist nicht viel dabei herumgekommen", erklärt Stephan Schumacher, der zuletzt als Coach mit den Damen II in die Landesliga aufgestiegen ist.

Schumacher trainiert viele Jugend-Teams und er ist auch für die Herren verantwortlich. Gemeinsam mit Abteilungsleiter Tobias Dietrich hat er sich viele Gedanken über die Zukunft des Volleyballs gemacht. "Es soll weiterhin in allen Bereichen um Leistung gehen, die den Ausschlag gibt. Die jungen Mädels sollen nicht aus Prinzip in der Ersten mitspielen. Es ist noch nicht klar, inwiefern wir unser Ziel umsetzen und wann die Jugendspielerinnen etwa in der Ersten mittrainieren", stellt der 49-Jährige klar. Schumacher und Dietrich planen außerdem, eine dritte Damen-Mannschaft zu gründen, damit alle Spielerinnen genügend Praxis erhalten.

Bei der Jahreshauptversammlung der Volleyballer stellten Schumacher und Dietrich ihre Gedanken vor. Die Regionalliga-Volleyballerinnen und deren Trainer Michael Wernitz waren aufmerksame Zuhörer. "Ich finde die Angelegenheit sehr gut. Die Reserve soll definitiv gestärkt werden und eventuell den nächsten Aufstieg anpeilen, damit der Unterschied zu meiner Mannschaft nicht zu groß ist. In Kürze werde ich mich mit Schumacher darüber absprechen, wer schon jetzt für meine Mannschaft geeignet ist", sagt Wernitz. In den vergangenen Wochen wirkte bereits Lisa Cebull als Zuspielerin mit.

Im Anschluss an die Versammlung blickten die Regionalliga-Volleyballerinnen gesondert auf ihre eigene Saison 2017/2018 zurück. Wernitz war sich zuletzt nicht sicher, ob er seine Trainer-Tätigkeit bei der SGL fortsetzen solle - und gab die Entscheidung an die Spielerinnen ab. Das Ergebnis fiel sehr deutlich aus: "Die Mannschaft ist sich ganz klar einig darüber, dass sie gerne mit Michael in die anstehende Saison gehen möchte", betont Spielführerin Diana Kiss.

Wernitz freut sich über das Votum, strebt allerdings Veränderungen innerhalb der Mannschaft an. "Das Team war mit meiner Betreuung und mit meinem Training zufrieden, doch einige würden lieber auf anderen Positionen spielen. Ich hoffe, dass wir trotz einiger Abnutzungserscheinungen wieder neuen Elan schöpfen, indem einige Gespräche stattfinden. Darüber hinaus muss in Zukunft unbedingt die Trainingsbeteiligung besser werden, obwohl Krankheiten und berufliche Verpflichtungen natürlich manchmal auftreten", meint der Coach, der demnächst in seine zwölfte SGL-Saison gehen wird.

Der 14 Spielerinnen umfassende Kader der Langenfelderinnen bleibt wohl erhalten. Lediglich eine Position ist fraglich: Zuspielerin Vivian Brauns absolviert in den kommenden Wochen ein Probetraining beim Oberligisten TV Hörde, weil sie sich bei der SGL nicht gegen Carina Zandt durchsetzen konnte. "Zudem wird sich Diana Kiss einem Gesundheits-Check unterziehen und Jana Nahrstedt möchte in die zweite Reihe treten, wenn bessere Spielerinnen dazustoßen sollten", erläutert Wernitz, dessen Team am 8. Mai das Training zur Vorbereitung auf die Saison 2018/2019 aufnimmt.

(fas)