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Volleyball: Jessica Eisler ist eine große Stütze der SG Langenfeld

Porträt Jessica Eisler : Kein Weg zu weit zum Volleyball bei der SGL

Die 30-jährige Außen-Annahmespielerin Jessica Eisler würde mit dem Team von Trainer Michael Wernitz gerne noch in Liga drei aufsteigen. Sie will noch mindestens zwei, drei Jahre auf dem Niveau des Regionalligisten SG Langenfeld spielen.

Sie nimmt auch die insgesamt rund 120 Kilometer lange Fahrt gerne in Kauf. Für ihre Leidenschaft ist ihr schließlich keine Reise zu weit. Um für die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) in der Außen-Annahme aktiv zu sein, kommt Jessica Eisler gerne etwa dreimal pro Woche aus ihrem Wohnort Siegburg über die A3 vorbei. „Ich treffe in Langenfeld viele nette Mädels, mit denen die üblichen Zickereien eher Seltenheiten darstellen. Mit der hier vorherrschenden Einstellung komme ich gut klar, weil Volleyball vor allem als liebes Hobby gesehen wird. Jede Spielerin akzeptiert, wenn der Job ihrer Kollegin mal etwas mehr Einsatz erfordert und Fehlzeiten entstehen“, erklärt Eisler, die in einer Behörde angestellt ist und mitunter weit entfernt gelegene dienstliche Termine auf sich nehmen muss.

Bereits 2011 wechselte die damalige Diagonalspielerin Eisler vom Landesligisten Solingen Volleys zum früheren Drittligisten Langenfeld – wo sie unter Trainer Michael Wernitz erfolgreich eine Umschulung von der Diagonalposition zur Außen-Annahme durchlief. Ein Angebot vom Konkurrenten Moerser SC lehnte Eisler umgehend ab. „Das Angebot aus Moers hat mir genug Selbstvertrauen gegeben, um mich bei Michael zu melden“, betont die Volleyballerin aus Leidenschaft. „Dass Michael nicht die nötige Trainer-B-Lizenz hat, bedeutet nicht, dass er keine Inhalte vermitteln kann.“

Stattdessen arbeiten Wernitz und Eisler seit nunmehr neun Jahren eng zusammen. Insbesondere in ihrem Defensivverhalten konnte sich die Wahl-Siegburgerin deutlich verbessern. „Jessica ist sehr abwehrstark. In jedem Spiel agiert sie sehr emsig und eifrig, sodass sie der Mannschaft ganz klar weiterhelfen kann“, lobt der Coach, der mit seinem Schützling bisweilen eine Fahr-Gemeinschaft bildet.

Weil Eisler flexibel einsetzbar ist, dient sie dem Gebilde der SGL als große Stütze. In ihrer Laufbahn sammelte Eisler bereits neben der Diagonalposition einige Erfahrungen im Mittelblock des Verbandsligisten Bayer Wuppertal. In Langenfeld ist sie auch eine Alternative für die Libero-Position, wenn Tina Steinacker oder Christin Nadolski mal passen müssen. Entscheidend: Eisler stellt sich immer in den Dienst des Teams – und ordnet sich dem gemeinsamen Erfolg unter.

„Es ist normal, dass Jessica eine Erklärung fordert, wenn sie mal nicht aufgestellt wird. Trotzdem ist sie sehr verständnisvoll und akzeptiert meine Entscheidungen. Ich bin sehr froh darüber, dass sie so umgänglich ist. Man kann sich einfach auf sie verlassen“, lobt der Coach. Alle Trainingsübungen absolviert Eisler mit höchster Disziplin. Die 30-Jährige will sich insbesondere in der Athletik und Technik weiter verbessern, um weiter für die Start-Formation in Frage zu kommen.

Mit Spielführerin Diana Kiss, Sarah Brust und Lara Dietrich kämpft Eisler einen fairen Wettbewerb um Einsätze. Wernitz ist mit Eisler sehr zufrieden und hat nur noch einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn Jessica manchmal mit Enttäuschungen noch besser umgehen würde. Wenn ihr mal ein Fehler unterläuft, macht sie sich schnell Gedanken, und ich muss sie deshalb mitunter sogar auswechseln.“

Durch die Coronavirus-Pandemie wurde die Spielzeit frühzeitig abgebrochen, sodass Langenfeld den vierten Platz erreichte. Insbesondere zum Saisonstart dominierte die SGL aber das Geschehen – und träumte sogar vom Aufstieg. Dass sich Eisler mit der Serie nicht komplett zufrieden zeigt, ist daher kein Wunder: „Wir würden gerne in die 3. Liga West aufsteigen. Ich will gerade die jüngeren Spielerinnen wie Carina Zandt und Sarah Brust bei unserem großen Ziel unterstützen, denn sie könnten sich in einer höheren Liga noch besser weiterentwickeln.“

Die 30-Jährige befindet sich momentan weiter im Homeoffice – und hält sich durch Joggen und Mountainbikefahren fit. „Ich will noch mindestens zwei oder drei Jahre auf dem hohen Niveau in Langenfeld spielen“, betont Eisler. „Wenn sich zum Beispiel meine Familiensituation ändert, könnte ich möglicherweise kürzertreten.“ Da Wernitz auch den Verbandsligisten TV Menden trainiert, steht eine Alternative für den Abschluss der Karriere schon bereit.