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Lokalsport: Volland befreit sich und die Werkself

Lokalsport : Volland befreit sich und die Werkself

Der 4:0-Erfolg gegen den SC Freiburg hatte viele Väter. Einer von ihnen war Kevin Volland, der gegen die Breisgauer eine zuletzt schmerzlich vermisste Qualität wiederentdeckte: seinen Torinstinkt.

Das nicht nur um Fußball bekannte Sprachbild vom "wichtigen Schritt in die richtige Richtung" befand Heiko Herrlich nach dem Schlusspfiff wohl als besonders treffend für die Analyse des 4:0 (3:0)-Sieges gegen des SC Freiburg. Gleich mehrfach verwendete der Trainer der Werkself die Redewendung, um seiner sichtlich gelösten Gefühlslage Ausdruck zu verleihen. Immerhin konnte Bayer 04 unter seiner Regie den ersten Heimsieg seit dem 3:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt im Februar feiern.

Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hatte Herrlich vor der Partie gegen die Breisgauer die Mentalität seines Teams in Frage gestellt. Nur ein Zähler sprang aus den ersten drei Partien heraus, zuletzt setzte es eine 1:3-Schlappe in Mainz, trotz früher Führung. "Man muss eben manchmal auch den Sack zu machen", sagte der 45-Jährige und ließ das nächste berüchtigte Sprachbild folgen, für das in einschlägigen Fußballtalkshows wohl ein paar Euro Strafe fällig gewesen wären. "Entscheidend ist jetzt, dass wir das Selbstvertrauen nach Berlin mitnehmen", betonte der Coach mit Blick auf die Partie am Mittwochabend. "Da müssen wir jetzt die Mentalität zeigen, dass wir nachlegen wollen. Unbedingt."

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Ein zentraler Spieler für den tabellarisch wie psychisch wichtigen Sieg der Werkself war Kevin Volland. In den vergangenen Wochen wirkte der Angreifer zwar stets engagiert und motiviert, doch gleichzeitig agierte er gehemmt vor dem Tor. Ein Erfolgserlebnis blieb ihm verwehrt - bis jetzt. Gegen Freiburg erzielte er mit einem Treffer der Marke "Traumtor" aus knapp 20 Metern die Führung (21.) und ließ nach dem 2:0 des bärenstark aufspielenden Charles Aránguiz (29.) auch noch das 3:0 folgen (34.). Julian Brandt stellte kurz vor dem Schlusspfiff den Endstand her (86.). In der Bundesliga war es Vollands vierter Doppelpack - aber sein erster für Bayer 04. Der befreite Jubel des 25-Jährigen nach seinen Treffern sprach für sich. Nur der Videobeweis verhinderte, dass es ein Dreierpack wurde. Dem vermeintlichen Treffer war ein Foulspiel Vollands an Çaglar Söyüncü vorausgegangen (70.).

"In den vergangenen Spielen hatte ich einige Chancen, bei denen ich vielleicht zu viel nachgedacht habe, einen Kontakt zu viel gemacht habe, zu langsam abgeschlossen hatte", sagte Volland. Manchmal brauche man als Stürmer auch mal ein "Ding" wie das 1:0, "wo ich nicht so viel nachdenke und einfach draufhaue." Wichtiger sei gewesen, dass das Team drangeblieben sei und schnell nachgelegt habe. "Ein Doppelpack tut natürlich immer gut." Nach dem Abgang von Chicharito im Sommer ist vorerst vor allem Volland für das Toreschießen bei der Werkself zuständig. Bis der Argentinier Lucas Alario spielberechtigt ist, könnte es noch mindestens eine Woche dauern. Nach wie vor zieht sich der Transferstreit mit dessen Ex-Klub River Plate Buenos Aires hin. Nun liegt der Fall beim Weltverband Fifa. Volland freut sich auf Alario - zumal er sich selbst nicht als vorderste Spitze sieht: "Der klassische Stoßstürmer bin ich jetzt nicht unbedingt." Die klassische Doppelspitze sei hingegen eher seine Sache. "Lucas zeigt im Training seine Qualität und er wird uns weiterhelfen." Bis es aber so weit ist, bleibt Volland der zentrale Mann für die sensible Aufgabe der effektiven Chancenverwertung. "Entscheidend ist jetzt, dass wir in Berlin so weitermachen - und nicht wieder in ein Loch fallen."

(RP)