Fußball Viele Karten, viel Staub

Fußball · Eine aufregende Angelegenheit war das 1:1 des Fußball-Landesligisten TuSpo Richrath beim SuS Haarzopf. Die Gäste attestierten dem Schiedsrichter eine miserable Leistung und dem Aschenplatz einen katastrophalen Zustand.

Bisweilen sind Väter auch dazu da, ihre erwachsenen Söhne zu schützen. Also musste Marek Lesniak (48), der Trainer des Fußball-Landesligisten TuSpo Richrath, zur Halbzeit des Spiels beim SuS Haarzopf eingreifen, um Mittelfeldspieler Wojciech Lesniak (26) aus der Partie zu nehmen und so vor einem Platzverweis zu bewahren – den der Schiedsrichter zuvor mehr oder weniger sehr deutlich angekündigt hatte. Der Unparteiische Bektas Bicici (SV Bottrop 1911) war es ohnehin, der später nach dem 1:1 (0:0) im Mittelpunkt des Richraths Zorns stand. "So eine Leistung habe ich im ganzen Leben noch nicht gesehen", urteilte der Sportliche Leiter Jörg Broch, während Marek Lesniak mit dem Zählen gar nicht mehr richtig nachkam: "Ich glaube, der hat heute ungefähr 27 Gelbe Karten an beide Mannschaften verteilt."

Der Richrather Ärger hatte allerdings nicht allein mit den Pfiffen des Schiedsrichters zu tun, sondern auch mit den miserablen Platzverhältnissen. "Hier konntest du gar keinen Fußball spielen", urteilte Broch. Trainer Lesniak bescheinigte seiner Elf eine insgesamt tadellose Einstellung: "Da muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben den Kampf hier gut angenommen." Dass es letztlich doch nur zu einem Unentschieden reichte, passte zum Gesamtbild.

Zwei ziemlich späte Treffer

Nach der Vorsichtsmaßnahme mit Wojciech Lesniak und der Zwangs-Auswechslung von Kapitän Jens Hülsen (75./Leistenprobleme) mussten die Gäste zunächst ihr defensives Mittelfeld umstricken – was sehr ordentlich gelang. Und als Dennis Lichtenwimmer drei Minuten vor dem Ende der normalen 90 Minuten das 1:0 erzielte (87.), freuten sich die Gäste insgeheim bereits über drei Punkte. Nun wurden jedoch aus den angezeigten vier Minuten Nachspielzeit fast sechs und Sekunden vor Schluss lenkte ausgerechnet der bis dahin überragend ackernde Julian Ramos-Lucas den Ball ab – zum 1:1 ins eigene Gehäuse (90.+6).

(RP)
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