Fußball : Vater – der Hammer

Für Jörg Broch, den Physiotherapeuten des Landesligisten TuSpo Richrath, ist der Fußball wichtig. Im Tippspiel tritt der 40-Jährige gegen die Lokalsport-Redaktion der Rheinischen Post an. Viel wichtiger ist aber der kleine Sohn Fynn.

Jörg Broch wirkt immer wie die Ruhe selbst und ihn kann so schnell keiner aus der Fassung bringen. Das ist allerdings kein großes Wunder, denn er war früher beim Fußball-Nachbarn FC Union Solingen unterwegs. Schon dort gabs schließlich immer wieder viel Theaterdonner. Seit dem Sommer 2003 arbeitet Broch als Physiotherapeut für die erste Mannschaft von TuSpo Richrath – was ebenfalls nie langwierig wird. Als Broch kam, war Manfred Dum als Trainer für die Richrather in der Verbandsliga verantwortlich. Wenig später gings (inzwischen ohne Dum) runter bis in die Bezirksliga. Zurzeit sind die Richrather in der Landesliga zu Hause, wo sie morgen (15 Uhr, Burgstraße) das brisante Abschluss-Derby der Saison 2008/2009 beim bedrohten Aufsteiger HSV Langenfeld bestreiten. Klar, dass Broch hier auf einen Erfolg seiner Richrather setzt: "Wir gewinnen mit 2:1." Vorher tritt er zum Tippspiel gegen die Lokalsport-Redaktion der Rheinischen Post an.

Leidenschaft für Patienten

Sollte es allerdings anders kommen und der HSV verdient gewinnen, würde der 40-Jährige dem Gegner gratulieren: "Das ist selbstverständlich." Die Einstellung dürfte viel mit seiner beruflichen Tätigkeit zu tun haben, denn der früherer Handballer Broch kümmert sich seit 20 Jahren als Krankenpfleger aus Leidenschaft um die Patienten des Hildener Krankenhauses St. Josef. Gleichzeitig ist er dort Mitglied des Betriebsrates und dessen stellvertretender Vorsitzender.

  • Lokalsport : TuSpo Richrath trennt sich von seinen Trainern
  • Lokalsport : TuSpo Richrath holt Mirtic und Dresen
  • Fußball : TuSpo Richrath setzt die guten Vorsätze nicht um

Das größte aller Erlebnisse hatte Broch aber vor rund vier Monaten zusammen mit seiner Frau Silvia (40), als am 30. Januar der kleine Fynn auf die Welt kam. "Das ist der Hammer", erzählt Broch, "und so etwas stellt dein ganzes Leben total auf den Kopf. Man fühlt sich ganz anders." Die Nächte mögen inzwischen kürzer geworden sein, doch es war für die beiden nicht mehr ganz jungen Eltern eine sehr bewusste Entscheidung – und insgesamt eine echte Bereicherung.

Bleiben für Pjetrovic

Jörg Broch hängt trotzdem weiter am Fußball und wird Richrath auch in der nächsten Saison zur Verfügung stehen. Es gab allerdings eine Zeit in dieser Saison, als er mit dem Gedanken ans Aufhören spielte. Aber seit feststeht, dass Ganija Pjetrovic (zurzeit 1. SpVg. Solingen 03) als neuer Trainer kommt, ist davon keine Rede mehr. Broch und Pjetrovic schätzen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei der Solinger Union. Ganz klar: Vom künftigen Coach hält der Physiotherapeut sportlich wie menschlich eine Menge. Und aus der Fassung bringt ihn zurzeit ohnehin nur Sohnemann Fynn.

(RP)