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Fußball: Unglaublich: Baumberger brutal bestraft

Fußball : Unglaublich: Baumberger brutal bestraft

Der Fußball-Oberligist war im Heimspiel gegen RW Oberhausen II klar die stärkere Mannschaft, nutzte aber selbst hundertprozentige Torchancen nicht aus. Deshalb gab es am Ende eine bittere 1:2-Niederlage.

Fußball ist bisweilen äußerst ungerecht, brutal ungerecht sogar. Diese Tatsache bekam der Oberligist SF Baumberg (SFB) am Sonntag deutlich zu spüren, denn das Team um Trainer Markus Kurth hätte im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten RW Oberhausen II unbedingt einen Sieg verdient gehabt —weil sie über den größten Teil der 90 Minuten die stärkere Mannschaft war, die viel mehr für die Partie tat. Am Ende schlichen die Hausherren allerdings tief frustriert vom Platz. Einfacher Grund: Baumberg schaffte es tatsächlich, die überlegen geführte Partie in den Sand zu setzen — 1:2 (0:0). Trainer Kurth war nahezu fassungslos: "Das ist unglaublich. Aber wenn du so viele Chancen nicht nutzen kannst, dann brauchst du dich nicht zu wundern."

Die Sportfreunde lieferten spielerisch eine überzeugende Leistung ab und wiesen dadurch erneut nach, dass die Formkurve grundsätzlich weiter nach oben geht. Baumberg trug oft sehenswerte Aktionen vor, ließ allerdings genauso oft den konsequenten Zug zum Tor vermissen — wie regelmäßig seit dem Beginn der Saison. Neun Minuten vor der Pause gabs allerdings keinen Zweifel daran, dass die Führung hätte gelingen müssen. Der von Nils Esslinger gut bediente Erkan Ari tauchte allein und frei vor Oberhausens Keeper Nurullah Can auf, ließ die bis dahin größte Gelegenheit jedoch irgendwie auf dem Kunstrasen liegen.

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Die zweite Hälfte war gerade mal 240 Sekunden alt, als es der durch sein Laufpensum erneut herausragende Ali Daour eine ähnliche Gelegenheit mit einem Schuss ans Außennetz abschloss (49.). Der fahrlässige Umgang mit derartig vielversprechenden Situationen sollte sich kurz darauf zum ersten Mal rächen, als Oberhausen praktisch aus dem Nichts heraus durch Kevin Menke das 0:1 erzielen konnte (54.).

Es spricht für Kurths Mannschaft, dass sie sich vom Rückschlag nicht aus der Bahn werfen ließ, sondern konsequent an einer Wende arbeitete. Dass die Schüsse des vorbildlich arbeitenden SFB-Kapitäns Hayreddin Maslar (60./62.) ihr Ziel verfehlten, war dann das kleinere Problem. Für kollektives Entsetzen bei den Gastgebern sorgte dafür der sonst starke Louis Klotz, der im Anschluss an den Esslinger-Pass frei auf den Oberhausener Kasten zulief — und am Torhüter scheiterte (67.). Auch die Szene von Necati Ergül (78.) wäre ein Tor wert gewesen.

Ali Daour schien sich selbst und die gesamte Mannschaft zu belohnen, als er den Schlussmann noch umkurvte und zum 1:1 abschloss (80.). Doch selbst das Unentschieden blieb den Sportfreunden verwehrt, weil die umgebaute und lange gut funktionierende Abwehr ausnahmsweise nicht aufpasste. Oberhausens Angreifer Menke nahm das Geschenk dankend an und stieß die Gastgeber endgültig in die Niederlage — 1:2 (83.).

Als Baumberg auf der Zielgeraden verzweifelt dem Rückstand hinterherrannte, kam es sogar noch dicker. Der weit aufgerückte Torhüter Björn Nowicki wollte in der Höhe der Mittellinie einen Konter unterbinden und Schiedsrichter Marco Lechtenberg (Meer) zog dafür sofort die Rote Karte — in der dritten Minute der Nachspielzeit. Direkt danach piff der Unparteiische die denkwürdige Partie ab, nach der Baumberg seinen Blick im Kampf um mehr Sicherheit auf Rang 14 wieder mehr nach unten richten muss. Das Polster zu den Plätzen, die definitiv den Abstieg bedeuten, ist auf fünf Zähler zusammengeschrumpft.

(RP)