Handball: Unfassbar: Langenfeld wieder zerlegt

Handball : Unfassbar: Langenfeld wieder zerlegt

Der Handball-Oberligist musste in der Partie beim TV Lobberich ohne Spielmacher André Eich auskommen und wirkte deshalb völlig überfordert. Das Team von Trainer Leszek Hoft hat nach dem 23:32 nichts mehr mit der Spitze zu tun.

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) zeigte erneut sein schlechtes Gesicht und der Saisonstart ist jetzt endgültig in den Sand gesetzt. Die 23:32 (12:14) Pleite beim Aufsteiger TV Lobberich kam gestern aufgrund der zuletzt steigenden Form der Langenfelder mehr als überraschend - und insbesondere die Höhe wirkt schockierend, weil die SGL bereits vor zwei Wochen in Hiesfeld mächtig unter die Räder gekommen war (19:29). Beim turbulenten 21:21 gegen die Bergischen Panther hatte das Team von Trainer Leszek Hoft dann ihr tatsächlich vorhandenes Potenzial angedeutet. In Lobberich konnte sie diesen Eindruck nun nicht bestätigen. Folge: Nach vier Partien rennen die Langenfelder mit ihren mageren 3:5 Punkten und dem zehnten Tabellenplatz deutlich hinter den eigenen Ansprüchen her.

Hoft musste diesmal an einer entscheidenden Stellschraube drehen. Spielmacher André Eich plagt sich mit einer schmerzhaften Oberschenkelverletzung herum (Pferdekuss), die einen Einsatz in Lobberich zu riskant erscheinen ließ. An seiner Stelle übernahmen Mirko Stolley und Frederic König das Ruder. Auf die Option, den zuletzt starken André Boelken aus der zweiten Mannschaft (war am Wochenende in der Verbandsliga spielfrei) mit nach Lobberich zu nehmen, hatte Hoft verzichtet.

Schon in Hiesfeld konnte Eich - bedingt durch Fieber - nur einen Bruchteil seiner Leistungsmöglichkeit abrufen. Und gegen Lobberich machte sich sein komplettes Fehlen ähnlich krass bemerkbar. "André haben wir insbesondere in den entscheidenden Situationen schmerzlich vermisst", sagte Hoft. Im ersten Abschnitt sah er, wie seiner Mannschaft zahlreiche Ungenauigkeiten im Passspiel und beim Abschluss unterliefen. Dennoch lief die Begegnung zunächst weitgehend auf Augenhöhe. Hoft: "Mit dem ersten Abschnitt bin ich größtenteils zufrieden, weil wir diszipliniert aufgetreten sind. Machen wir unsere Abspielfehler nicht, führen wir."

Der Knackpunkt kam unmittelbar nach Beginn der zweiten Hälfte. In dieser Phase hätten die Gäste die Partie durch zwei Tempogegenstöße sowie einen Siebenmeter drehen können. Weil sie jedoch alle Möglichkeiten ausließen und Lobberich den folgenden Ballbesitz jeweils zu Toren umwandelte, lag die SGL plötzlich mit fünf Treffern hinten - 12:17 (37.). Hoft reagierte und stellte die Deckung um, was sich jedoch nicht auszahlte.

Auch in der Offensive traf die junge Langenfelder Mannschaft oft die falschen Entscheidungen. "Wir haben zu schnell die Brechstange ausgepackt", stellte Hoft fest. Hoft wollte beim Stande von 17:24 (50.). durch eine offensive Deckung noch versuchen, das Wunder herbeizuführen - was misslang: "Lieber verliere ich deutlich, als dass ich nicht alles versucht habe."

SG Langenfeld: Geske, Hanke - Preissegger (4), Herff (3), König (7/4), Kniesche (3), Majeres (1), Adams (2), Schickhaus (1), Nelte (2), L. Lipperson, Thöne, Stolley.

(mol-)