Fußball : Typisch Abstiegskampf

Fußball-Landesligist TuSpo Richrath musste im schwachen Duell gegen den VfB Solingen mit einem bescheidenen 1:1 zufrieden sein. Mehmet Sezer nutzte einen Elfmeter wenigstens zum Unentschieden für oft einfallslose Gastgeber.

Die Partie hatte keinen Sieger verdient, weil unter dem Strich beide Seiten den Nachweis ihrer Klassentauglichkeit meistens schuldig blieben. Und das 1:1 (0:0) half in der Fußball-Landesliga keinem weiter – nicht dem Gastgeber TuSpo Richrath, der das Heimdebüt seines neuen Trainers Marek Lesniak beinah gründlich verpatzt hätte, und auch nicht dem ähnlich gefährdeten VfB Solingen, der lange von einem Sieg träumen durfte. "Wir müssen fast froh sein, dass wir dann irgendwie den Ausgleich machen", räumte Lesniak ein, "wir haben die erste Halbzeit verpennt. Deshalb geht das Ergebnis unter dem Strich vielleicht in Ordnung."

Davide Lo Martire scheiterte für den VfB früh an TuSpo-Keeper Jan Conradi (9.), der ansonsten vor der Pause herzlich wenig zu tun bekam. Die Chancen der Hausherren waren ebenfalls spärlich gesät, aber vor allem bei Aydin Türksoy hochkarätig (44.). Plus der Gäste: Die Elf des ehemaligen Richrather Trainers Karsten Ditscheid wirkte in den meisten Szenen viel bissiger.

Überflüssige Aktion

Die äußeren Bedingungen schienen das Beste am sonnigen Herbstnachmittag zu bleiben, bevor das Duell der Nachbarn wenigstens dramaturgisch Fahrt aufnahm. Erst entschied der Unparteiische nach der überflüssigen Aktion von Jens Weidenmüller gegen Solingens Lo Martire auf Elfmeter, den Serkan Gürdere zum 1:0 des VfB verwandelte (60.). Vermutlich hatte der Solinger aber keinen Spaß daran, zum möglichen Helden der Partie aufzusteigen. Nur fünf Minuten darauf ließ sich der bereits verwarnte Angreifer im Strafraum dazu hinreißen, Conradi zu attackieren – nicht richtig rüde, aber auffällig wie völlig unnütz. Folge war die Gelb-Rote Karte, die den Hausherren für die letzten Viertelstunde eine Überzahl auf dem Silbertablett servierte.

Mehr Personal, kaum Gefahr

Was die Hausherren daraus machten, war meistens einfallslos. Hätte Lo Martire beim Konter genauer gezielt (76.), wäre Richrath sogar verloren gewesen. Obwohl Lesniak längst alles an offensiven Leuten im Kader auf dem Platz hatte, sprang wenig Gefahr heraus – bis Türksoy im Strafraum an Solingens Torhüter Florian Kölmel vorbei war und dann zu Fall kam. Mehmet Sezer, zum ersten Mal nach seiner langen Verletzungspause (Schlüsselbein) an Bord, verwandelte – 1:1 (84.). So blieb den Hausherren wenigstens ein Zähler und ein Lob ihres Trainers: "Die Mannschaft hat letzte Woche alles gegeben und sie hat auch heute den richtigen Einsatz gezeigt." Damit nannte er allerdings höchstens die elementaren Werte für den Abstiegskampf.

(RP)
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