Tuspo Richrath will den Aufstieg aus der Kreisliga A schaffen

Fußball : Torjäger Kluthe bringt Tuspo zurück in die Spur

Die Richrather Fußballer wollen aufsteigen, mussten aber eine schwere Phase überstehen. Nun besteht wieder etwas Hoffnung, und sollten sie am 16. Dezember gegen Spitzenreiter Solingen-Wald gewinnen, würde diese noch größer werden.

Die Kreisliga-Fußballer des Tuspo Richrath hatten sich im Sommer viel vorgenommen für die anstehende Spielzeit 2019/2020. Nach Platz vier in der Vorsaison hatten die Richrather ihren Kader durch namhafte Zugänge noch einmal deutlich verbessert und sahen sich gut genug gerüstet, um als Saisonziel den Aufstieg in die Bezirksliga auszurufen.

Davon ist das Team von Trainer Rudi Mirtic aktuell allerdings ein gutes Stück entfernt. Nach den ersten 14 Spielen sind die Langenfelder lediglich Vierter und haben derzeit acht Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter 1. Spvg. Solingen-Wald 03. In der Kreisliga, in der die Spitzenmannschaften tendenziell eher selten Punkte liegenlassen, ist das schon ein ziemlich großer Abstand. „Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir die Ziele, die wir uns gesteckt haben, bisher nicht gehalten haben. Da müssen wir uns auch als Trainerteam fragen, was wir falsch gemacht haben“, sagt Tuspo-Trainer Mirtic.

Dabei sah es in den ersten Spielen erst einmal so aus, als könnten die Richrather den eigenen hohen Erwartungen durchaus gerecht werden: Gegen den DV Solingen II (8:1), Anadolu-Munzur Solingen (9:1) und den VfL Witzhelden (6:1) feierten die Langenfelder drei Kantersiege. Und auch wenn sich die drei Gegner letztendlich in der unteren Tabellenhälfte einsortierten, hatte Tuspo dennoch ein Zeichen ausgesendet an die Konkurrenz. Auch in der Folge lief es weiterhin rund und abgesehen vom 3:3-Unentschieden beim FC Monheim II blieb die Richrather Weste bis zum achten Spieltag sauber. Auffällig war aber auch in dieser Phase bereits, dass es Tuspo selbst gegen die vermeintlich schwachen Gegner kein einziges Mal gelang, zu Null zu spielen. Beim BV Bergisch-Neukirchen kassierte die Mirtic-Elf in einer wilden Partie sogar fünf Gegentore und ging beim 8:5-Erfolg nur wegen einer bärenstarken Offensivleistung als Sieger vom Platz.

Der Bruch erfolgte schließlich am achten Spieltag beim TSV Solingen II: Torjäger Alen Vincazovic schien die Richrather mit seinem späten Treffer zum 3:2 doch noch vor einem Punktverlust bewahrt zu haben, doch Aufderhöhe schoss in der Schlussminute den 3:3-Ausgleich. Zu allem Überfluss zog sich Kevin Kluthe, mit 25 Torbeteiligungen Tuspos Top-Scorer, in dieser Partie eine Knieverletzung zu, die ihm in den folgenden Wochen noch zu schaffen machen sollte – und Richrath seiner vielleicht gefährlichsten Waffe beraubte. Im darauffolgenden Spitzenspiel gegen Solingen-Wald wirkte Kluthe unter Schmerzen zwar noch mit und erzielte sogar ein Tor, am Ende unterlag Richrath aber mit 1:2 und musste die zu diesem Zeitpunkt verlustpunktfreien Solinger auf schon sieben Punkte davonziehen lassen. Der nächste Rückschlag folgte im Derby bei der Zweitvertretung des SSV Berghausen, in dem sich die Richrather mit 0:1 geschlagen geben mussten. Und als zwei Wochen danach auch der Gastauftritt beim 1. FC Solingen mit einer 1:4-Niederlage endete, war der Traum vom Aufstieg beinahe schon begraben. „Der Aufstieg wird eben nicht nur in den Spitzenspielen entschieden, sondern auch und vor allem in den vielen Spielen gegen Mannschaften, die in der Tabelle weiter hinten stehen“, sagt Mirtic.

Am vergangenen Wochenende gab es dann aber wieder einen Hoffnungsschimmer: Gegen den zuvor elf Mal in Folge siegreichen Spitzenreiter BV Gräfrath setzten sich die Richrather durch zwei Kluthe-Treffer mit 2:0 durch und blieben dabei erstmals in dieser Saison ohne Gegentor. Zwar ist der Rückstand auf den neuen Tabellenführer Solingen-Wald (37 Punkte) mit acht Zählern immer noch beträchtlich – und selbst wenn die Solinger patzen sollten, wären eher der Tabellenzweite Monheim II und der Dritte Gräfrath (34) aktuell die heißeren Anwärter auf den Aufstieg. Doch könnte der Sieg im Spitzenspiel den Richrathern noch einmal den dringend benötigten Schwung geben. „Auch wenn wir zur Zeit nicht vom Aufstieg reden müssen, glaube ich persönlich immer noch daran, dass es noch eine Chance gibt. Sonst wäre ich auch falsch hier“, sagt Mirtic, der bis zum Winter wieder richtig Fahrt aufnehmen will.

Die kommenden Aufgaben beim Aufsteiger HSV Langenfeld II und gegen den Tabellenvorletzten TSV Solingen III scheinen dafür wie gemacht zu sein. „Die Saison ist noch lang, und wir werden weiterhin versuchen, unsere Spiele so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Mal abwarten, wie es dann aussieht, wenn wir in die Winterpause gehen“, erklärt Mirtic. Bevor die Weihnachtsferien beginnen könnte es für die Richrather dann schon zum endgültigen Endspiel kommen, denn am 16. Dezember steht auf dem heimischen Platz am Schlagenberg das Rückspiel gegen Spitzenreiter Solingen-Wald auf dem Programm. Sollte sich der Tuspo bis dahin schadlos halten und dann womöglich im direkten Duell weitere Punkte gutmachen, es dürfte zum Jahreswechsel womöglich wieder geträumt werden in Richrath.

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