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Fußball: TuSpo feuert Coach Francisco Carrasco

Fußball : TuSpo feuert Coach Francisco Carrasco

Im Kampf um den Klassenerhalt zieht der Fußball-Landesligist bereits nach zwei Meisterschaftsbegegnungen und zwei Niederlagen die Notbremse. Der freigestellte Trainer beklagt mangelnden Rückhalt durch den Richrather Vorstand.

Es kam plötzlich und unerwartet. Nach nur zwei Spielen der neuen Saison setzte Landesligist TuSpo Richrath seinen Trainer Francisco Carrasco vor die Tür. Sein Team stand nach zwei Niederlagen am Schlusslicht der Tabelle, dennoch überrascht der ungewöhnlich frühe Zeitpunkt der Freistellung.

"Ich bin sehr enttäuscht über die Entscheidung des Vereins", erklärte der Ex-Coach am Tag nach seiner Entlassung. Uwe Gehlhaar, Sportlicher Geschäftsführer des Vereins, teilte Carrasco die Nachricht noch am Abend nach der Niederlage gegen den SV Union Velbert (0:3) im Namen des Vorstands mit. "Wir haben das Gefühl, dass der Trainer nach den zwei Niederlagen keine Verbindung mehr zur Mannschaft hat", begründet Gehlhaar die Vorgehensweise des Vorstands. "Hätten wir weiter abgewartet, wäre es im Kampf um den Klassenerhalt vielleicht zu spät gewesen."

Hier allerdings unterscheiden sich die Meinungen beider Seiten. "Die Mannschaft steht hinter mir, nur der Vorstand nicht. Nach der Vorbereitung habe ich noch ein sehr positives Feedback von meinem Team bekommen", betont Carrasco, der im Sommer einen großen Umbruch in der Richrather Mannaschft vornehmen musste, da einige Leistungsträger den Verein in Richtung Oberliga verließen. Lediglich vier Spielern schreibt Carrasco eine desolate Leistung zu, auf die er mit Konsequenzen auch reagieren wollte. Doch dazu konnte es nicht mehr kommen.

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"Bei sechs Spielern war keine Verbindung zum Trainer vorhanden", schildert Gehlhaar seine Sicht der Dinge, "und die Spieler können wir aufgrund unserer personellen Lage leider nicht einfach so rausnehmen. Deswegen ist der Trainer das schwächste Glied in der Kette." Nach Meinung des Vorstandes hätte sich die Situation unter dem Trainer Francisco Carrasco nur verschlimmert und nicht verbessert, sodass der Klub die Notbremse zog. "Gerade im Spiel gegen Velbert hat jeder Besucher, der auf dem Platz war, gesehen, dass etwas nicht stimmte. Die Führung von außen hat eindeutig gefehlt", findet Gehlhaar.

Der 38 Jahre alte Trainer sieht die Dinge jedoch anders. "Ich habe nicht die Zeit bekommen, die man mir versprochen hat", erklärt der freigestellte Übungsleiter wütend. Er habe vom Verein die Aufgabe bekommen, bei den Neuverpflichtungen im Sommer sehr auf das Geld zu achten. "Da ist es doch logisch, dass sich eine Mannschaft auch nach der Vorbereitung erst einmal finden muss", meint Francisco Carrasco.

Co-Trainer Benjamin Uhlenbrock übernimmt vorerst kommissarisch die Trainingsleitung. Über einen Namen für den freigewordenen Trainerplatz wird aber bereits spekuliert. So ist Daniel Cartus wohl ein sehr heißer Kandidat auf die Nachfolge Carrascos. "Ich wünsche meinem Nachfolger alles Gute, aber er muss wissen, worauf er sich einlässt", meint Carrasco, der damit speziell die mangelnde Rückendeckung seitens des Vereins kritisiert und zusätzlich bemängelt, dass sich der Vorstand zu sehr von außen beeinflussen lässt.

(mol-)