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TuS 82 Opladen empfängt SG Langenfeld in der Regionalliga

Handball : Topspiel mit beschränkter Bedeutung

Der TuS 82 Opladen empfängt Samstag die SG Langenfeld in der Handball-Regionalliga, das Duell zwischen dem Spitzenreiter und dem Verfolger könnte die Aufstiegsfrage wieder spannend machen – doch die SGL will gar nicht hoch.

Am Samstag (19.15 Uhr) empfängt der TuS Opladen als Spitzenreiter der Handball-Regionalliga den ersten Verfolger SG Langenfeld. Nach Minuspunkten trennen die beiden Kontrahenten fünf Zähler, sollten die in diesem Jahr ausschließlich siegreichen Langenfelder am Samstag gewinnen, wären sie bis auf drei an den Tabellenführer herangerückt – unabhängig vom Ausgang ihres weiterhin noch nicht terminierten Nachholspiels gegen den HC Weiden. Auf der Zielgeraden könnte so noch einmal Spannung im Aufstiegsrennen entstehen. Könnte.

Denn die SGL geht mit Gelassenheit in das anstehende Topspiel. Noch vor drei Monaten war nicht ansatzweise zu erahnen, dass aus der verkorksten Hinrunde eine Rückserie mit Sieg-Garantie werden würde. Doch das Team von Trainer Markus Becker ließ sich von den Pokalerfolgen beflügeln und will möglichst in Topform in die Finalrunde des DHB-Amateurpokals in drei Wochen in Hamburg gehen – sofern sie überhaupt stattfindet. Denn das nationale Finalturnier der Profis, in dessen Rahmen auch die Amateure den Pokalsieger ausspielen, wurde am gestrigen Donnerstag verlegt und soll frühestens am Saisonende der Bundesliga nachgeholt werden. Was das für das Turnier der Amateure bedeutet, ist noch nicht klar.

Gerade für Becker dürfte die starke Serie mit bislang acht Siegen in der Liga Genugtuung sein. Denn nachdem im Winter bekannt geworden war, dass Becker die SGL im Sommer verlässt, war ein „Lame-Duck-Effekt“ zu befürchten: ohne Ziel in der Liga, ohne Trainer mit Perspektive. Doch Becker und der sportlichen Führung gelang es, die Mannschaft einzufangen, der breite Kader zahlte sich während der pokalbedingten Englischen Wochen bereits mehrfach aus.

Dass ein erneuter Drittliga-Aufstieg für die Klubbosse trotz der furiosen Siegesserie nie zur Debatte stand, war ein kleiner Dämpfer, aber folgerichtig. Der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister hatte unserer Redaktion zuletzt gesagt, dass sein Klub gar nicht für die Dritte Liga gemeldet habe und so auch einen möglicherweise sportlich erreichten Aufstieg nicht wahrnehmen werde. Denn die SGL tut nach zuletzt zwei Aufstiegen mit den direkt folgenden Abstiegen gut daran, sich in der Regionalliga zu etablieren und die vorhandenen guten Strukturen weiter mit Geduld auszubauen. Das machte sich schon jetzt bezahlt. Etwa, indem man den wichtigen Spielmacher Andre Boelken auch gegen verlockende Angebote der Opladener Konkurrenz halten konnte.

Langenfeld geht so in der bequemeren Lage in das Derby: Mit dem Wissen, viel gewinnen und wenig verlieren zu können. Abgesehen von den länger fehlenden Alexander Riebau (Tor, krank) und Sebastian Pagel (Rückraum, Ellenbogenverletzung) kann Becker zudem auf seinen gesamten Kader zurückgreifen.

Nichts wissen möchte derweil Opladens Trainer Fabrice Voigt von einem etwaigen Aufstiegsverzicht der Langenfelder. „Man hört viel, aber damit beschäftigen wir uns gar nicht. Uns geht es in dem Spiel um die beiden Punkte. Das ist das Einzige, das wir beeinflussen können“, sagt der Coach, der auch das Coronavirus und dessen eventuelle Folgen so weit wie möglich von seinem Team fernhalten möchte. „Wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel vor und gehen davon aus, dass wir spielen können. Wir werden aber wohl jeden einzelnen Zuschauer registrieren müssen.“

Der sportliche Druck ist beim TuS wieder ein Stück weit gewachsen. Sollte die Mannschaft gegen das „Team der Stunde“ in der Regionalliga verlieren, würde der Vorsprung  schmelzen. Dass die Langenfelder in der Lage sind, den Spitzenreiter zu schlagen, bewiesen sie beim 32:26 im Hinspiel, als sie den Opladenern ihre erste Saisonniederlage beibrachten. „Langenfeld bestraft jeden Fehler und geht ein sehr hohes Tempo“, weiß Voigt. „Fehler dürfen wir uns nicht leisten, sonst werden wir gnadenlos ausgekontert.“

Der Trainer ist zuversichtlich, denn die personelle Situation hat sich trotz eines neuerlichen Rückschlags verbessert. Sebastian Hindrichs hat sich das Knie verdreht und wird definitiv fehlen. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen der erkälteten Eric Prützel und Aaron Ellmann. „Mit Ausnahme von Peer Pütz, der mit seinem Innenbandriss weiterhin nur die Siebenmeter werfen kann, sind wir komplett“, sagt Voigt, der glücklich ist, dass die Trainingstage mit sieben oder acht Spielern vorbei sind.

Sollte der TuS übrigens die Spitze verteidigen, würde er den Gang in die Dritte Liga wagen. „Wir haben die Lizenz beantragt“, sagt der Trainer. „Zumindest gehe ich fest davon aus.“