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Handball: Top-Tempo: Langenfeld radiert das Debakel aus

Handball : Top-Tempo: Langenfeld radiert das Debakel aus

Der Handball-Oberligist, der in Hinrunde gegen Jahn Hiesfeld mit 19:29 verloren hatte, drehte das Ergebnis beim 29:19 kurzerhand um.

Für Uwe Stolley war die Sache irgendwie klar. "Die haben extra kein Tor mehr geworfen, weil sie genau dieses Ergebnis haben wollten", urteilte der stellvertretende Abteilungsleiter des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL). Seine Miene drückte deutlich aus, dass er ganz gute Laune hatte -was wiederum kein Wunder war. Kurz zuvor hatte das Team von Trainer Leszek Hoft im Heimspiel schließlich den TV Jahn Hiesfeld mit 29:19 (14:8) abgefertigt und dadurch das Resultat aus der Hinrunde auf den Punkt genau wiederholt. Das 19:29 vom 20. September 2014 dürfte deshalb abgearbeitet sein. Gleichzeitig baute die SGL ihre Serie auf acht Spiele hintereinander ohne Niederlage aus, sodass der extrem durchwachsene Saisonstart mit mageren 5:9 Zählern ebenfalls der Vergangenheit angehören sollte.

Der Wille, das damalige Debakel zu korrigieren, war von der ersten Minute an deutlich zu spüren. Die Gäste kamen bis zum 4:0 (6.) kaum nach, ehe sie vorübergehend den Kontakt halten durften - 5:3 (11.), 7:5 (16.). Langenfeld, das immer eine hohe Geschwindigkeit vorlegte, blieb trotzdem jederzeit überlegen. Dafür gab es jede Menge an Beweisen - wie etwa das 12:6 (21.) durch den schnellen Rechtsaußen Tim Schickhaus, der hinten den Ball selbst eroberte und vorne den Tempogegenstoß nach einem Sprint über das ganze Feld abschloss.

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Langenfeld konnte sich selbst die eine oder andere Atempause und das Auslassen einiger klarer Torchancen erlauben, ohne in Gefahr zu geraten. Die Phase bis zum 16:11 (38.) ging wegen des Holperstarts der Hausherren sogar an Hiesfeld, das allerdings nur vorübergehend von einem halbwegs günstigen Ergebnis träumen durfte. Beim 23:13 (47.) führte Hofts Mannschaft zum ersten Mal mit zehn Treffern Differenz, beim 26:14 (51.), 27:15 (53.) und 28:16 (54.) waren es sogar zwölf Tore mehr. Hier hatten aber längst das muntere Durchwechseln begonnen - verbunden mit dem Versuch, ein paar im Training einstudierte Dinge unter Wettkampf-Bedingungen zu testen. "Wir hätten höher gewinnen können", stellte Hoft fest, "aber wir wollten etwas probieren. Wann sollen wir es denn tun, wenn nicht bei einem solchen klaren Ergebnis?"

Langenfeld zeigte über weite Strecken erneut, warum seine Deckung wieder die beste der Liga ist. Vor dem glänzend aufgelegten Torhüter Tobias Hanke, der diesmal über die gesamten 60 Minuten für Tobias Geske zwischen den Pfosten stand, verdiente sich Abwehrchef Andreas Nelte eine Top-Note. "Was Andi geleistet hat, war echt große Klasse", urteilte Hoft, der seinem Team sogar mit die beste Leistung in dieser Saison bescheinigte: "Ich bin wirklich zufrieden. Unsere Ideen greifen langsam und wir kommen immer besser in Schwung."

Die SGL bestätigte dieses Urteil tatsächlich, weil sie meist mit viel Bewegung und sehr variabel unterwegs war - in allen Bereichen des Spielfeldes. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende stellten beide Teams dann beim Stande von 29:19 trotzdem wie nach einer geheimen Vereinbarung die Torproduktion komplett ein. Langenfeld verlor einmal den Ball unnötig und Lars Lipperson nahm sich einen eher brotlosen Wurfversuch. Bei den Gästen warfen Bastian Schwengers und Philipp Tuda mehr oder weniger unbedrängt über den Kasten. Vielleicht lag der Abteilungs-Vize Stolley mit seiner Vermutung sogar ein bisschen richtig, Ein Gute-Laune-Abend war es auf jeden Fall.

SGL: Hanke, Geske - Thöne (2), Majeres, Preissegger, T. Lipperson (2), Adams, Schickhaus (5), L. Lipperson, Kniesche (6), Stolley (1), König (8/3), Eich (2), Nelte (3).

(RP)