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Handball: Top-Duell: Leszek Hoft in der Hauptrolle

Handball : Top-Duell: Leszek Hoft in der Hauptrolle

Die Handball-Oberligisten SG Langenfeld und SG Ratingen treffen sich heute Abend zum Spitzenspiel. Der Trainer der Hausherren arbeitet auch für die A-Jugend der Gäste. Alles spricht für viel Spannung und perfekte Unterhaltung.

Es ist eins jener Spiele, die das Prädikat außergewöhnlich tragen dürfen. Schon vorher. Erstens: Beide Mannschaften gehören als Zweiter und Dritter zu den ersten Adressen in der Handball-Oberliga. Zweitens: Die SG Langenfeld (SGL) erwartet die SG Ratingen 2011 heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) zu einem Kreisderby. Drittens: Man kennt sich, man schätzt sich. Und es gibt zahlreiche Querverbindungen. Deshalb spricht alles dafür, dass die Partie einer der Saison-Höhepunkte werden könnte.

Beide liegen mit jeweils fünf Siegen und einer Niederlage bei 10:2 Punkten dicht hinter dem Ersten HG Remscheid (10:0). Langenfeld sieht übers Torverhältnis (197:152/plus 45) geringfügig besser aus als Ratingen (184:143/plus 41). Vermutlich gehört es zu den Gesetzen eines solchen Duells, das niemand die Rolle des Favoriten annehmen möchte – auch nicht die Gäste, die über viele starke Einzelkönner verfügen. "Mir fehlt praktisch ein kompletter Rückraum", sagt Ratingens Trainer Richard Ratka, der ohne Arthur Giela, Anthony Pistolesi (verletzt) und Julian Pflugfelder (Karriere-Ende) planen muss.

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Ob sein spielender Vorgesetzter Bastian Schlierkamp an Bord sein wird, ist ungewiss. "Das wird sich erst in der Halle zeigen", erklärt der Manager/Abteilungsleiter, der im Rückraum ebenfalls zu den wichtigen Stützen gehört und sich gerade mit Schulterproblemen herumplagt. "Natürlich würde ich gerne dabei sein", betont Schlierkamp, "gerade weil es viele Überschneidungen gibt."

Der alles überragende Berührungspunkt ist Langenfelds Coach Leszek Hoft, der als Handball-Verrückter in zahlreichen Funktionen unterwegs ist. So steht er unter anderem der Ratinger Bundesliga-A-Jugend im Trainerstab mit Rat und Tat zur Seite. Einen engen Draht hat er dabei nicht nur zu Bastian Schlierkamp, der von Hoft sehr viel hält: "Eine der Langenfelder Stärken ist, dass Leszek dort Trainer ist. Er ist ein richtiger Taktik-Fuchs." Hoft kennt darüber hinaus große Teile der Ratinger Mannschaft, weil er mit vielen Spielern wie Dominic Kasal, Jens Bothe, Florian und Bastian Schlierkamp früher bereits zusammengearbeitet hat.

"Das ist für mich natürlich ein bisschen ein komisches Gefühl", räumt Langenfelds Trainer ein, "die haben viele Leute, die schnelle und richtige Entscheidungen treffen können." Unter anderem deshalb sieht er den Versuch der Gäste, ganz leise Töne anzuschlagen, als reine Verschleierungstaktik. "Wir wollen mal sehen, wie weit wir mit unserer jetzigen Besetzung kommen", meint Kollege Richard Ratka. Hoft kontert: "Worüber reden die denn? Da sind immer noch genug Leute, die in der 2. oder 3. Liga gespielt haben. Für mich bleibt Ratingen Top-Favorit auf die Meisterschaft."

Ein derartiges Personal kann die SGL nicht vorweisen, zumal in Dawid Rosiak, Tim Schickhaus (beide verletzt), Lars Oberdick (Karriereende) und Tobias Justen (Ausland) wertvolle Kräfte fehlen. Langenfeld will auf jeden Fall eine intakte Mannschaft dagegenstellen, die mit höchstem Einsatz und Leidenschaft kämpfen soll. "Das wird ein heißes Spiel", verspricht Leszek Hoft, "und ich denke, wir finden die richtige Taktik. Wir werden keinen Millimeter verschenken." Dass er sein Team zum Außenseiter erklärt, ist nachvollziehbar: "Wenn wir gewinnen, wäre es echt kurios."

Einig sind sich beide Seiten darüber, dass die Partie einen hohen Werbewert für den Handball haben könnte. Klar: Der gegenseitige Respekt ist sowieso da. "Leszek und ich kennen uns ja seit einer Ewigkeit", sagt Richard Ratka, "wir sind gut befreundet und wir sprechen regelmäßig miteinander. Langenfeld spielt eine unangenehme Deckung und sehr diszipliniert. Dafür steht Leszek." Es ist eben eins jener Spiele, die das Prädikat außergewöhnlich tragen dürfen. Schon vorher.

(RP)