Fußball : Stress ohne Ende

Der Fußball-Landesligist TuSpo Richrath zeigte keinen spielerischen Glanz, aber später viel Kampf. Deshalb gabsnach dem 0:2 noch ein 2:2 gegen den SV Hilden-Nord. TuSpo-Trainer Ganija Pjetrovic hatte trotzdem Bauchschmerzen.

Zum Schluss standen sie ziemlich bedröppelt da. Dass der Fußball-Landesligist TuSpo Richrath mit dem 2:2 (0:1) im Duell der Nachbarn gegen den SV Hilden-Nord nicht so viel anfangen konnten, hatte aber wenig mit dem lästigen Nieselregen zu tun. "Ich habe kein gutes Spiel gesehen", fand der gestresste TuSpo-Trainer Ganija Pjetrovic, "wir machen uns das Leben immer wieder selbst schwer." Die Einschätzung traf präzise zu.

Nord, als Spitzenreiter angereist, verfügte grundsätzlich über die bessere Spielanlage. Richrath hatte dem für eine ganze Weile nichts und später Kampf bis Leidenschaft entgegenzusetzen. Nach einem Ballverlust konnte Tobias Ockenfels den Rückstand auf der Linie soeben noch verhindern (16.), aber neun Minuten später wurde die Schlafmützigkeit der Gastgeber bestraft. Als Hildens Abwehrchef Claudio Salvador den Ball weit nach vorne geschlagen hatte, übersah Agon Balaj den hinter ihm lauernden Norder Alfred Ziegler – 0:1 (25.).

Auf der anderen Seite ließ der freie Osei Opoku die Gelegenheit zum Ausgleich kläglich aus (35.). Vor dem Wechsel konnten sich vor allem noch die Keeper auszeichnen. Zieglers Konter endete bei TuSpo-Torhüter Pascal Tillges (41.), während Hildens Sebastian Herweg gegen Castens rettete (45.).

Das Ding mit dem Kapitän

Einen besonderen Auftritt steuerte Nord-Kapitän Benjamin Thoma bei. Erst erzielte der Mittelfeldmann gegen die zusehende Abwehr der Hausherren das 2:0 (64.), ehe er wenig später ein Foul an seinem TuSpo-Kollegen Castens beging. Folge: Thomas, vor der Pause wegen Meckerns verwarnt, sah die Gelb-Rote Karte (67.). TuSpo bekam plötzlich Oberwasser und setzte alles auf eine Karte – nicht spielerisch überzeugend, doch mit Herz. Castens wurde für sein nimmermüdes Engagement auf der rechten Seite belohnt, als er den Lattentreffer von Osei Opoku zum 1:2 verwertete (73.). Was folgte, war ein ebenso seltsamer wie unerträglicher Auftritt des TuSpo-Angreifers Opoku.

Das Ding mit der Bank

Keine 60 Sekunden nach dem Anschlusstreffer provozierte der Stürmer die Hildener Bank – und wurde dafür verwarnt (74.). Nun glückte dem aufgerückten Michael Forisch aus dem Gewühl vor dem Tor in der hektischen Schlussphase sogar der 2:2-Ausgleich (84.), weil von den Hildenern nichts mehr zu sehen war. Opokus Irrwitz: Wieder zog es ihn zur Gäste-Bank und wieder folgte die Strafe auf dem Fuß. Mit der Gelb-Roten Karte erwies er sich und dem Team einen miesen Dienst. Kein Wunder, dass wenig später alle bedröppelt aussahen.

(RP)
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