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Handball: Startschuss: Langenfeld muss Lücken stopfen

Handball : Startschuss: Langenfeld muss Lücken stopfen

Trainer Leszek Hoft sieht den Handball-Oberligisten angesichts vieler Ausfälle als Kandidaten fürs Mittelfeld. Heute gehts in Königshof los.

In der Theorie sah alles ganz schön aus. Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) hatte sich für die neue Saison ordentlich verstärkt und glaubte deshalb auf alle Fallstricke vorbereitet zu sein. Doch die Dinge entwickelten sich etwas anders, sodass vor allem der Auftakt heute (17.30 Uhr) bei der DJK Adler Königshof eher einem komplizierten Puzzle gleicht. Der neue Trainer Leszek Hoft hatte erst kürzlich zwei Hiobsbotschaften zu verkraften – als ihm auf der rechten Seite die Linkshänder Lars Oberdick (Knie/soll seine Karriere beenden) und Tim Schickhaus (Schulter-Operation) plötzlich wegbrachen. Größere Sorgenfalten bereitet den Langenfelder jetzt zu allem Überfluss auch Dawid Rosiak (umgeknickt), den eine Knöchelverletzung plagt. Fast tröstlich: Der aus Longerich gekommene Dustin Thöne fällt nur aus beruflichen Gründen aus – was zudem seit Langem feststand.

"Natürlich ist das für den Anfang überhaupt nicht glücklich. Das sind wichtige Spieler, die uns fehlen. Und das tut uns richtig weh", sagt Hoft, der sich jedoch mit dem Stand der Dinge abgefunden hat: "Jammern hilft ja keinem. Da müssen wir einfach durch." Dass die Mannschaft die Ausfälle durch vermehrten körperlichen Einsatz auffangen kann, steht für den Coach am Ende einer langen und intensiven Vorbereitung fest. Ob die erforderlichen Umstellungen im Ernstfall greifen, steht deshalb aber noch nicht fest. Hoft sieht dabei zwei Chancen, auf die veränderte Situation zu reagieren.

Eine Möglichkeit: Die als Rosiak-Ersatz vorgesehenen Christian Pake und Mirko Stolley, die sonst noch nicht erste Wahl gewesen wären, nutzen die Gunst der Stunde, übernehmen direkt viel Verantwortung und können die Lücke so füllen. Zweite Möglichkeit für den erfahrenen SGL-Coach: "Vielleicht müssen wir mit anderen Mitteln arbeiten – noch schneller nach vorne spielen und einfache Tore machen."

Der eindeutige Haken ist die Tatsache, dass Langenfeld in Krefeld bei der DJK Adler Königshof antreten muss – dem Absteiger aus der 3. Liga, der in der Oberliga nicht aus Zufall als eine der ersten Adressen gehandelt wird. Adler-Trainer Dirk Wolf kann auf ein starkes Team bauen, das zudem immer zahlreiche lautstarke Fans hinter sich hat. "Das wird für uns ein heißer Tanz", vermutet Leszek Hoft, "wir werden alles tun, um zu gewinnen." Insgesamt wartet er gespannt darauf, wie sein Team auf die Atmosphäre in der Halle und taktische Anforderungen reagieren wird.

Das allgemeine Saisonziel formuliert Hoft angesichts geschrumpften Personals etwas vorsichtiger als beabsichtigt: "Das ist jetzt irgendwie schwierig, Ich gehe davon aus, dass wir uns in die Mitte orientieren und dann vielleicht nach oben sehen. Ich sehe uns eigentlich im Mittelfeld." Abteilungsleiter Klaus Majeres lehnt sich nach zwei fünften Plätzen aus den vergangenen Jahren ein bisschen weiter nach vorne – trotz der aktuellen Ausfälle. "Wir haben zwar mit der Mannschaft noch keine Zielvereinbarung getroffen, aber ich erwarte einen Platz unter den ersten fünf. Natürlich wollen wir dadurch auch Erwartungen wecken. Aber die Mannschaft ist einfach stark genug dafür", betont Majeres. Klar: Eine Niederlage in Königshof hält er für möglich. Trotzdem oder gerade deshalb kann der Auftakt zeigen, in welche Richtung Langenfeld wirklich denken muss.

(RP)