1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

Handball: Stark: Langenfeld liefert ein Lebenszeichen

Handball : Stark: Langenfeld liefert ein Lebenszeichen

Der zuletzt kriselnde Handball-Oberligist gewann beim ART Düsseldorf dank einer engagierten Vorstellung verdient mit 30:20.

Es war fast wie früher. Und der in dieser Saison schon oft so krass enttäuschende Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) bot einen Wechsel auf die Zukunft an. Das Team von Trainer Leszek Hoft löffelte in der Partie beim Drittliga-Absteiger ART Düsseldorf fast beinahe genüsslich genau jene Suppe aus, die es sich zuletzt selbst eingebrockt hatte. Und für den über weite Strecke konzentriert vorgetragenen Auftritt, garniert mit viel Disziplin und Einsatz, gab es mit dem überraschend glatten 30:20 (16:10)-Erfolg auch den verdienten Lohn. "Das war unheimlich wichtig für uns", sagte der wie seine Spieler sehr erleichterte Langenfelder Coach, "wir hatten uns sehr intensiv vorbereitet. Wir waren sehr gut motiviert und haben gut durchgezogen, was wir uns vorgenommen hatten."

 Geschafft: Auch Torhüter Tobias Geske war ein Stabilitätsfaktor. Seine Paraden wehrten oft ab, was doch durch die Deckung kam.
Geschafft: Auch Torhüter Tobias Geske war ein Stabilitätsfaktor. Seine Paraden wehrten oft ab, was doch durch die Deckung kam. Foto: Ralph Matzerath (ARCHIV)

Keeper Tobias Geske, mit zahlreichen glänzenden Paraden einer der Garanten für den Erfolg, wollte sich nicht lange mit dem Ergebnis aufhalten. "Das müssen wir jetzt am nächsten Wochenende gegen Dinslaken bestätigen", betonte der 27-Jährige, "sonst war das hier nichts wert." Seinen eigenen Anteil am deutlichen Sieg mochte er ebenfalls nicht zu hoch einschätzen, weil ihn seine Vorderleute perfekt unterstützten - zum ersten Mal in dieser Saison. "Und dann ist es für einen Torhüter auch direkt viel einfacher", sagte Geske, dessen Lob für die eigene Abwehr in vollem Umfang zutraf.

  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl in Langenfeld und Monheim wissen müssen
  • Die Kathrin-Türks-Halle wird derzeit grundlegend saniert.
    Frauengeschichtskreis Dinslaken ist empört : SPD soll Antrag zur Umbenennung der Kathrin-Türks-Halle zurückziehen
  • Teströhrchen werden in einer Teststelle ausgepackt.
    Corona-Zahlen im Kreis Mettmann : Der Inzidenzwert sinkt Donnerstag unter 115

Das hatte ganz bestimmt viel damit zu tun, dass der unter muskulären Problemen leidende Deckungschef Andreas Nelte doch auflaufen konnte. Der 32-Jährige, der erfahrenste Spieler in Hofts Kader, wirkte als wichtiger Fixpunkt. Ganz nebenbei streute Nelte vorne als Kreisläufer sechs Tore bei - alleine drei davon auf der Zielgeraden, als sein Akku längst auf Reserve lief. Eine Auszeit hatte ihm Trainer Hoft bis dahin nicht gegönnt. Die einzige Pause war eine Zeitstrafe (50.) beim Stande von 24:16, als Nelte den Ball bei einem ART-Versuch absichtlich mit dem Fuß gespielt hatte.

Langenfeld legte bis zum 8:8 (17.) immer vor und anschließend durch seine glänzende Abwehrarbeit die Basis für den Sieg. André Eich (17.), Matthias Herff (18.), Eich (19.), Tim Schickhaus (20.) und der aus der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) hochgerückte Niklas Körner (21.) erhöhten durch fünf Tore hintereinander auf 13:8. Der Schickhaus-Treffer war dabei die Belohnung für eine geschickte herausgespielte Überzahl - und der Beleg für allmählich zurückkehrendes Selbstvertrauen. Richtig in Bedrängnis kam die SGL fortan nicht mehr, weil sie den Düsseldorfer Angriff oft vor unlösbare Rätsel stellte. Dass die Hausherren unter dem Strich ein bisschen zu oft über ihren Kreisläufer Niko Merten (insgesamt zehn Tore) zum Abschluss kam, blieb deshalb nur eine Randnotiz.

Bis zum 21:12 (41.) und 23:13 (43.) blieben die Gäste sehr konzentriert Herr der Lage, ehe Düsseldorfs Trainer Jens Sieberger verstärkt eine Manndeckung gegen SGL-Regisseur Eich einstreute und so vorübergehend Verwirrung stiftete. Die chaotische Phase dauerte bis zum 24:18 (52.), doch echte Gefahr wurde daraus nicht. Im Endspurt baute Langenfeld sein Polster erneut aus - und letztlich knackte Nelte mit seinem 30:20 (59.) sogar die 30-Tore-Marke. Es war der perfekte Schlusspunkt unter eine überzeugende Comeback-Vorstellung - und irgendwie ein bisschen wie früher.

SG Langenfeld: Hanke, Geske - Thöne (1), Preissegger, Körner (1), T. Lipperson (1), Herff (3/1), L. Lipperson (1), Kniesche (3), Stolley (5), Eich (5/3), Schickhaus (4), Nelte (6).

(RP)