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Sportfreunde Baumberg verlieren 2:3 gegen den 1. FC Bocholt

Dramatische Schlussphase : SFB kassieren in Unterzahl erste Niederlage

Der Fußball-Oberligist aus Baumberg dreht zunächst mit zehn Mann die Partie gegen den 1. FC Bocholt – und verliert am Ende doch mit 2:3.

Es gibt Partien, die geraten schnell in Vergessenheit. Das 2:3 (1:1) der Sportfreunde Baumberg (SFB) im Oberliga-Spitzenspiel gegen den 1. FC Bocholt gehört sicher nicht dazu. Die rund 250 Zuschauer auf dem Sportplatz an der Sandstraße sahen ein ebenso tempo- wie torreiches Duell zweier fußballerisch starker Mannschaften, das allein aufgrund der denkwürdigen Schlussphase wohl noch einige Zeit nachhallen wird. „Wenn man verdient verliert, kann man das schnell abhaken. Aber bei einem solch dramatischen Endspurt braucht das schon ein, zwei Tage“, sagte SFB-Trainer Salah El-Halimi. Für ihn und sein Team war es die erste Niederlage nach zuvor drei Siegen zum Start in die neue Saison.

Der 44-Jährige erlebte am Mittwochabend eine emotionale Achterbahnfahrt. Seine Mannschaft, die ohne die kurzfristig ausgefallenen Sercan Er (Grippe) und Kosi Saka (Adduktorenprobleme) auskommen musste, begann stark. Melva Luzalunga hätte sein Team nach 13 Minuten in Führung bringen müssen, traf den Ball jedoch nicht richtig und jagte das Spielgerät aus wenigen Metern freistehend über das Bocholter Tor. Nur zwei Minuten zuvor war Bilal Sezer am Pfosten gescheitert.

Da jedoch die Gäste aus dem Westmünsterland ebenfalls ansehnlich kombinierten, kamen sie zu Beginn zu einigen guten Gelegenheiten – und nutzten im Vergleich zu den SFB auch eine davon zur Führung. In der 29. Minute erzielte Sergen Sezen das 1:0 für Schwarz-Weiß. Als kurz darauf Baumbergs Sezer wegen versuchten Nachtretens mit Rot des Feldes verwiesen wurde (31.), schienen alle Vorteile auf Seiten der Bocholter. Sie hatten die Rechnung jedoch ohne die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren gemacht. „Ich ziehe meinen Hut vor der Moral meiner Mannschaft. Sie hat wirklich Charakter bewiesen“, betonte El Halimi.

Durch einen gut getimten Heber über Bocholts Schlussmann Maurice Schumacher hinweg brachte SFB-Mittelfeldmann Robin Hömig, der erneut Dreh- und Angelpunkt der Gastgeber war, sein Team zurück ins Spiel (33.). In Unterzahl stellte El-Halimi, dessen Elf im 4-2-3-1 gestartet war, auf ein 4-4-1-System um. In der Folge gelang es seinen Baumbergern immer wieder, Entlastungsangriffe zu initiieren. „Bis zur Roten Karte war es ein Oberliga-Spiel auf höchstem taktischen und spielerischen Niveau“, sagte El-Halimi. „Danach sind die Verhältnisse ein wenig gekippt, aber meine Jungs haben echt gut gegen den Ball gearbeitet und es super gelöst.“ Allen voran Kapitän Ivan Pusic, Toschütze Hömig sowie Luzalunga, Alon Abelski und Wiren Bhaskar mussten viel Laufarbeit leisten, betonte der Trainer.

In Überzahl bestimmte der 1. FC Bocholt fortan zwar das Spielgeschehen, bis auf einige wenige Versuche aus der Distanz, die SFB-Keeper Daniel Schwabke zumeist mühelos parierte, stand die Verteidigung der Hausherren aber sicher und ließ kaum Gelegenheiten zu. Als in der 85. Minute Schiedsrichter Lukas Dyck auf Handelfmeter für die SFB entschied, und Abelski sicher zum 2:1 für die Heimmannschaft verwandelte, schien es, als könnte der El-Halimi-Elf die Überraschung gelingen. Ein folgenschwerer Ballverlust des 20-jährigen Bora Gümüs verhalf den Gästen jedoch postwendend zum Ausgleich. Es traf Alexander Lipinski (87.). Das entscheidende 3:2 für Bocholt in der Nachspielzeit durch Sven König ließ die Fußballer der SFB nach dem Schlusspfiff frustriert und im Schatten des Flutlichts auf den Kunstrasen sinken.

„Der Treffer zum 2:2 war das Schlimmste, das passieren konnte“, haderte El Halimi. „Mit einem Remis hätten wohl beide Teams leben können, aber dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen, hat meine Mannschaft nicht verdient.“ Für den Coach sei es eine der „bittersten Niederlagen, die man kassieren kann“ gewesen. Rational überwiege bei ihm der Stolz auf die Leistung seines Teams, auf emotionaler Ebene sei das 2:3 aber nur sehr schwer zu verkraften. „Es tut mir einfach leid für die Jungs.“

Bereits am Sonntag (15 Uhr) geht es für die SFB mit dem nächsten Top-Spiel bei Schwarz-Weiß Essen weiter. Der kommende Gegner verlor am Mittwoch etwas überraschend mit 0:1 beim zuvor schwächelnden SC Velbert.