Sportfreunde Baumberg und FC Monheim trennen sich 1:1 in der Oberliga

Fußball : Stadt-Derby hatte keinen Verlierer verdient

Der FC Monheim gleicht in der Fußball-Oberliga kurz vor dem Ende die 1:0-Führung der Sportfreunde Baumberg noch aus. Allerdings fühlen sich die Gastgeber um einen ihrer Meinung nach klaren Elfmeter gebracht, der mit dem möglichen 2:0 die Vorentscheidung hätte bringen können. Die Torhüter auf beiden Seiten zeigen hervorragende Leistungen.

Rund 500 Zuschauer waren Augenzeugen eines hochklassigen Oberliga-Derbys zwischen den Sportfreunden Baumberg (SFB) und dem 1. FC Monheim (FCM). Der offene Schlagabtausch bei vorzüglichen Bedingungen bot alles, was das Fußballherz begehrt. Am Ende einer äußerst abwechslungsreichen Partie trennten sich zwei spiel- und kampfstarke Konkurrenten leistungsgerecht 1:1 (1:0).

Die erfrischend aufspielenden Baumberger versäumten es in der ersten Halbzeit, gegen den seit mittlerweile elf Spielen ungeschlagenen Zweiten für klare Verhältnisse zu sorgen, während die Monheimer in Durchgang zwei trotz Unterzahl eine gute Moral bewiesen und für ihre intensiven Bemühungen belohnt wurden. Die hervorragenden Torhüter Daniel Schwabke (SFB) und Björn Nowicki (FCM) wuchsen in der chancenreichen und verbissen geführten Begegnung über sich hinaus und vereitelten mehrfach weitere Treffer.

Nachdem die Gäste während der ersten zehn Minuten das Spiel beherrscht hatten, läutete ein Schuss des starken SFB-Kapitäns Ivan Pusic eine vehement starke Drangperiode mit einem gewaltigen Chancenplus für die Hausherren ein. Mit einem präzisen Pass in die Schnittstelle bediente Wiren Bhaskar den durchgestarteten Roberto Guirino, der Nowicki per gefühlvollem Heber keine Abwehrchance ließ – 1:0 (11.). „Genau das hatten wir uns vorgenommen und mehrmals hervorragend durchgespielt, ohne den erforderlichen Ertrag zu erzielen“, fand SFB-Coach Salah El Halimi, dessen Team danach das Kommando übernahm und die Monheimer Defensiv­abteilung aufgrund dieser Variante ein ums andere Mal in Verlegenheit brachte. „Allerdings führten unsere Ballstaffetten nicht zum gewünschten zweiten Erfolg, auch weil der gegnerische Keeper einen großartigen Tag erwischt hatte“, sagte El Halimi.

In der 19. Minute bediente Louis Klotz mit einem präzisen Pass Alon Abelski, der an Nowicki scheiterte. Eine Minute später verfehlte ein Kopfball von Patrick Jöcks nach einer Ecke von Klotz knapp das anvisierte Ziel (20.). Erst in der 37. Minute kam der FCM wieder durch Daud Gergery und Philipp Hombach (38.) zu Chancen, doch Schwabke erwies sich als sicherer Rückhalt. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff des bis dahin souverän leitenden Unparteiischen Robin Braun scheiterten für die nicht nachlassenden Gastgeber Guirino (44.) und Pusic (45.) am weiterhin sehr aufmerksamen Nowicki im Monheimer Tor.

Rund 500 Zuschauer zog das Stadt-Derby an, die Hausherren hatten vor der Partie mit deutlich mehr gerechnet. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Nach dem Wechsel verpassten Guirino und Jöcks den Ball nach einer scharfen Hereingabe um Haaresbreite (46.). Danach übernahm die Truppe von Dennis Ruess das Kommando: Fünf Minuten später fand ein Zuspiel des hervorragenden Dennis Ordelheide den mitgelaufenen Hombach, der knapp verzog (51.). Nach einem weiten Pass war der agile Guirino auf dem Weg zum Tor und wurde im Strafraum elfmeterreif gefoult – der Pfiff des Schiedsrichters blieb zum Entsetzen der SFB-Verantwortlichen und -Fans aus (55.). „Ein klarer Elfer, der unerklärlicherweise nicht gegeben wurde. Das hätte das vorentscheidende 2:0 sein können“, meinte El Halimi, dessen Team danach den stark auftrumpfenden Gästen das Feld größenteils überließ.

Trotz der gelb-roten Karte gegen Julian Meier nach einem Foul an Jörn Zimmermann (74.) startete der FCM eine nicht mehr für möglich gehaltene und imponierende Schlussoffensive und Aufholjagd. In der 78. Minute spielte Ordelheide den eingewechselten Nikola Aleksic frei, der am großartig reagierenden Schwabke scheiterte, ehe ein Kopfball von Christoph Lange nach einer Flanke von Ordelheide vor der Linie per Kopf geklärt wurde (80.). Vier Minuten vor Spielende setzte sich Ordelheide auf der rechten Seite gekonnt durch und spielte diagonal auf den eingewechselten Jannik Tepe, der aus halblinker Position ins linke untere Eck traf – 1:1 (86.).

Auch in den Schlussminuten drängten beide Teams auf den Siegtreffer – ein großartiges Spiel, das keinen Verlierer verdient hatte. In der anschließenden Pressekonferenz unter der Regie von Ilja Ludenberg (ehemals Sadionsprecher bei Fortuna Düsseldorf) waren beide Trainer der gleichen Meinung.

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