Sportfreunde Baumberg empfangen in der Oberliga die SpVg. Schonnebeck

Fußball : SFB setzen auf Dauerbrenner Daour

Stürmer Ali Daour ist der einzige Baumberger, der bislang alle 13 Saisonspiele in der Fußball-Oberliga absolviert hat. Seine Qualitäten kann Trainer Salah El Halimi auch am Sonntag im Heimspiel gegen Schonnebeck gut gebrauchen.

Die Oberliga-Fußballer der Sportfreunde Baumberg (SFB) blicken auf das 4:4-Unentschieden beim FC Kray am vergangenen Sonntag auch mit etwas Abstand mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Auf der einen Seite war der Punktgewinn beim Tabellenvierten sicherlich ein gutes Ergebnis. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass die Baumberger zuvor eine kleine Negativserie hingelegt hatten und auch am Wochenende zuvor den bereits abgeschlagenen Tabellenletzten Sportfreunde Niederwenigern, der in der ganzen Saison bis heute nur einen Punkt gesammelt hat, nur knapp mit 4:3 niedergerungen hatten.

Auf der anderen Seite wäre für die Sportfreunde, die gegen Essen wieder die zuvor gesperrten Stammspieler Alon Abelski und Kapitän Ivan Pusic mit an Bord hatten, aber auch noch mehr drin gewesen: Nach zwei Roten Karten gegen Kray hatte das Team von Trainer Salah El Halimi beinahe die gesamte letzte halbe Stunde in doppelter Überzahl gespielt und sich über die ganze Partie hinweg gesehen auch genügend Chancen erspielt, um die Partie ganz für sich zu entscheiden. So verpasste nach dem späten 4:4-Ausgleichstreffer von Roberto Guirino der eingewechselte Melva Luzalunga noch die Möglichkeit zum Siegtor – der 19-Jährige setzte seinen Kopfball haarscharf neben das Essener Tor. „Es hätten definitiv zwei Punkte mehr sein können, und so war die Mannschaft am Ende auch ein wenig enttäuscht. Wir hatten uns von der langen Überzahl mehr versprochen und hatten eigentlich auch die nötigen Chancen, um das Spiel zu gewinnen“, sagt Baumbergs Trainer El Halimi. Andererseits habe man mit Kray aber auch „einen richtig guten Gegner gehabt, der gerade in der Offensive über unheimlich viel Potenzial verfügt“.

Am Sonntag wartet auf die Sportfreunde gleich der nächste Gegner aus Essen: Die Aufgabe gegen die Spvg. Schonnebeck dürfte aber nicht minder anspruchsvoll werden, schließlich liegt der kommende Kontrahent in der Tabelle sogar noch einem Platz vor dem FC Kray auf Rang drei. „Schonnebeck halte ich sogar für noch etwas stärker als Kray, weil sie in allen Mannschaftsteilen richtig stark besetzt sind. Sie sind körperlich unheimlich robust und spielen sehr routiniert“, analysiert El Halimi.

Gerade die Abgezocktheit kommt bei den Essenern nicht von ungefähr, schließlich verfügt der Schonn­ebecker Kader über zahlreiche Akteure, die vorher schon in höheren Klassen unterwegs waren. So wird die Mannschaft angeführt vom routinierten Mittelfeldmann Markus Heppke, der auf eine beeindruckende Vita mit Stationen beim FC Schalke, Rot-Weiß Oberhausen, dem Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen zurückblicken kann. Als weiteres Beispiel dient Abwehrspieler Kai Nakowitsch, der in der vergangenen Saison noch Stammspieler beim Regionalligisten RW Oberhausen war, ehe er zu Schonnebeck wechselte. „Das sind abgebrühte Jungs, die kaum Fehler machen“, sagt El Halimi. Auf der anderen Seite verfügen aber auch die Baumberger über Akteure von gehobenem Format, man denke nur an Offensivmann Robin Hömig, der in den vergangenen drei Oberliga-Spielzeiten jeweils mehr als 20 Tore für die SFB erzielte.

Auch Baumbergs Tim Knetsch war mit dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen schon in der Regionalliga unterwegs und stellte seinen Wert erst vor Kurzem wieder unter Beweis: Beim Sieg gegen Niederwenigern vor zwei Wochen erzielte er zwei Tore, und auch in Kray steuerte er einen Treffer bei. Mitte der zweiten Halbzeit fiel ihm allerdings sein Gegenspieler nach einem Foul auf das Bein, sodass Knetsch wenig später mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste. Auch wenn das Ergebnis der MRT-Untersuchung noch aussteht, schwant El Halimi Böses: „Das sieht aktuell leider nicht gut aus. Für Tim und auch für die Mannschaft wäre eine Verletzung ein großer Rücksschlag, weil er in den letzten Wochen in überragender Verfassung war.“

Während das Verletzungspech den Sportfreunden also weiterhin treu bleibt und auch der Einsatz von Roberto Guirino gegen Schonne­beck noch fraglich ist, hat Angreifer Ali Daour als einziger Baumberger bislang alle 13 Oberliga-Spiele bestritten. Dabei war der 28-Jährige, der schon seit 2012 bei den Sportfreunden ist und damals sogar noch mit seinem jetzigen Trainer El Halimi zusammenspielte, in den vergangenen Jahren selbst immer wieder verletzungsanfällig. Doch weil Daour zuletzt viel im präventiven Bereich gearbeitet hat, avanciert er in dieser Saison zum Dauerbrenner bei den SFB. Dabei kommt ihm auch seine Flexibilität zugute, denn Daour kann in der Offensive beinahe alle Positionen besetzen – egal ob im Zentrum oder auf dem Flügel. „Er bringt körperlich ganz viel Qualität mit, hat ein sehr gutes Timing für die vertikalen Läufe und sucht vorne auch immer wieder das Eins-gegen-Eins. Er hat auf dem Platz ein sehr selbstbewusstes Auftreten, manchmal mit dem Hang zu übertreiben. Da muss man ihn immer mal wieder in die Realität zurückholen, aber da ist er bei mir genau beim Richtigen“, scherzt El Halimi. Gut möglich, dass der Trainer auch in seiner Startaufstellung gegen Schonnebeck wieder einen Platz für Daour findet – und dieser im 14. Saisonspiel als einziger Baumberger seinen 14. Einsatz verzeichnen darf.

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