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Sportfreunde Baumberg: Bilal Sezer glaubt an den Regionalliga-Aufstieg

Fußball: Oberliga : Sezer glaubt an den Regionalliga-Aufstieg

Viele Jahre träumte der Fußballer der Sportfreunde Baumberg von einer Karriere als Profi, doch Verletzungen standen dem 26-Jährigen im Weg. Im Oberliga-Team hat er jetzt zurück zu alter Stärke gefunden – und sich hohe Ziele gesetzt.

Gesundheit ist das höchste Gut. Um seinen Körper zu schützen, wollte Bilal Sezer Ende Dezember 2017 seine Laufbahn eigentlich beenden. Gerade hatte der Mittelfeldmann des Fußball-Regionalligisten FSV Wacker Nordhausen (Staffel Nord) bereits seinen zweiten Knorpelschaden erlitten. „Ich wollte nicht schon wieder dasselbe Risiko eingehen. Dann lief aber die Heilung sehr gut, und ich hatte wieder richtig Lust auf Fußball“, sagt Sezer. Nach 18 Monaten Pause schloss er sich daher im Sommer 2019 dem Oberligisten Sportfreunde Baumberg (SFB) an.

An der Sandstraße musste sich der Deutsch-Türke mit viel Fleiß an seine ursprüngliche Verfassung heranarbeiten. Zunächst waren Einsätze nicht möglich, und Sezer trainierte oft individuell. Im Februar sammelte er im Test gegen den Regionalligisten Fortuna Köln (5:1) erstmals wieder Spielpraxis über 90 Minuten. „Bilal ist ein super Fußballer“, lobt Trainer Salah El Halimi. „Er hat einen überragenden ersten Kontakt mit seiner Ballan- und -mitnahme. Ich kenne niemanden, der technisch so versiert ist.“ Dadurch kann Sezer das Baumberger Spiel erheblich beschleunigen.

Bevor die Zwangspause eintrat, entwickelte sich der 1,78 Meter große Mittelfeldmann zu einer wichtigen Figur. Sezer stand in vier von fünf Rückrundenspielen in der Startelf – und erzielte dabei drei Treffer. „Mit einer solchen Ausbeute hat Bilal wohl selber nicht gerechnet“, sagt El Halimi und lacht. „Seine Torgefährlichkeit ist aber ein großer Vorteil für ihn. Außerdem ist Bilal zweikampfstark und hat ein gutes Spielverständnis.“ Weil mitunter sogar Robin Hömig, Alon Abelski, Ivan Pusic und Sercan Er gleichzeitig ausgefallen sind, war Sezer besonders wertvoll.

Mitten in der Pause verlängerten die Baumberger den Vertrag mit Sezer um ein weiteres Jahr. Für den 26-Jährigen war es eine einfache Entscheidung, weil er seinen Coach besonders schätzt. „Ich fühle mich hier sehr wohl und kann mir sogar vorstellen, auch über die kommende Saison hinaus zu bleiben. Zwar habe ich schon mit sehr vielen Trainern zusammengearbeitet, aber Salah ist anders. Er kommuniziert wahnsinnig viel mit uns und gibt gute Tipps. Außerdem verstehen wir uns auch als Mannschaft gut und reden auch über private Themen miteinander.“

Lange träumte Sezer von einer Profikarriere, da er 15 Jahre lang bei Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde und fast alle Jugendmannschaften durchlief. Bereits im Alter von 14 Jahren erlitt er seinen ersten Knorpelschaden. Nach der U19-Auswahl erhielt Sezer sogar einen Vertrag im Lizenzspielerkader und durfte schon als Teenager hin und wieder im Bundesliga-Team mittrainieren. „Ich war sogar in drei oder vier Trainingslagern dabei. Auch bei Nachwuchsturniern durfte ich mit Stars wie Granit Xhaka oder Oscar Wendt zusammenspielen. Die Nachwuchsrunde war auch eine gute Plattform, aber es waren letztlich kleine Unterschiede, wie das etwas höhere Tempo, entscheidend“, sagt der in Neuss lebende Sezer.

Immerhin entwickelte sich der Deutsch-Türke in der U23-Auswahl der „Fohlen“ zu einer Säule. In der Saison 2014/2015 war er Stammspieler – und erreichte in der Regionalliga-West die Meisterschaft. Weil Sezer auch aserbaidschanische Wurzeln hat, wurde er für die EM-Qualifikationsspiele der U23 eingeladen. Nachdem er gegen Österreich durchspielte, saß er gegen Deutschland nur auf der Bank. „Das war eine große Enttäuschung und hat mich traurig gemacht. Trotzdem war die Nationalmannschaft eine tolle Erfahrung“, betont der Mittelfeldmann, der momentan ein Studium in Sportmanagement an der Sporthochschule Köln absolviert.

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Hinrunde der Saison 2017/2018 in Nordhausen und einer langen Verletzungspause konnte er jetzt in Baumberg wieder Fuß fassen. Und Sezer will noch mehr. „Wir können den Aufstieg in die Regionalliga schaffen, weil wir eine Mannschaft von hoher technischer Qualität sind. In der Sommerpause wird sich im Team nur wenig personell verändern, so dass wir mindestens unter die besten Drei kommen sollten.“