Motorsport : Spaß unter Brüdern

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring waren Jörg und Tim Bergmeister mal wieder gemeinsam unterwegs – aber für verschiedene Teams. Nach einer langen Nacht gabs auch ein direktes Duell der Porsche-Fahrer.

Beide haben dieselbe Leidenschaft, gehen aber beruflich fast immer getrennte Wege. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring entwickelte sich mal wieder das gemeinsame Erlebnis der Faszination Motorsport – und am Ende ein klarer Sieger im Familienduell. Jörg Bergmeister (33), der seit einigen Jahren meistens in den USA unterwegs ist, musste seinem überwiegend in Europa tätigen Bruder Tim (34) den Vortritt lassen.

Die Nacht in der Eifel war schon vorbei, als sich auf der Nordschleife die Wege der beiden Langenfelder kreuzten – mit Tim Bergmeister im Porsche 911 GT 3 Cup S des Teams Mühlner Motorsport (Spa-Francorchamps/Belgien) und mit Werksfahrer Jörg Bergmeister im Porsche 911 GT 3 Cup S des Teams Mamerow Racing (Adenau). Einhellige Meinung: "Das hat richtig Spaß gemacht." Den etwas größeren Spaßfaktor hatte wohl Tim Bergmeister – sogar in doppelt Hinsicht. Erstens konnte er im internen Zweikampf überholen. "Da gibts nichts schönzureden. Er saß im schnelleren Auto", bestätigte Jörg Bergmeister, dessen größter möglicher Einsatz am Ende ohnehin wenig brachte.

Gegen das Risiko

Nach 20 Stunden gabs am Mamerow-Porsche mit der Startnummer 19, der auf Rang fünf lag, einen Radlager-Schaden und damit das Ende aller Hoffnungen auf eine vernünftige Platzierung. Die Reparatur kostete bereits viel Zeit und drei Stunden später entschied Teamchef Peter Mamerow, kein weiteres Risiko einzugehen, sondern das Abenteuer Nürburgring abzubrechen.

Tim Bergmeister, der sich bei den Tag- und Nachtschichten die Arbeit mit Frank Schmickler (Rösrath), Heinz-Josef Bermes (Willich) und Oliver Kainz (Kottenheim) teilte, sah das Ziel als Achter der Gesamtwertung. "Gar nicht so schlecht", urteilte Bergmeister, der sich – wie viele andere – gar keine echten Siegchancen ausrechnen durfte. "Die übliche Taktik, bei 24 Stunden durchzurollen, hat nicht funktioniert", fand der 34-Jährige.

Sprints ohne Pause

Weit weniger erfreulich fand es Teamchef Bernhard Mühlner: "Wir können mit Platz acht nicht zufrieden sein. Unser Ziel war es, mindestens in den besten fünf zu landen." Vorne fuhren die werksunterstützten Teams (Porsche, Audi) praktisch einen irren Sprint nach dem anderen. Außerdem hatte Mühlner ebenfalls einige technische Probleme (zweimal Licht, defekter Auspuffkrümmer). Gut, dass ab und zu ein Duell unter Brüdern für einen größeren Spaßfaktor sorgen kann.

(RP)