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Skaterhockey: Skaterhockey: Die Mischung der Devils stimmt

Skaterhockey : Skaterhockey: Die Mischung der Devils stimmt

Trainer Thomas Schütt hat beim Langenfelder Zweitligisten erfahrene und junge Spielern zu einer ganz starken Einheit geformt.

Die SG Langenfeld Devils können ganz entspannt in ihr letztes Meisterschaftsspiel beim Spitzenreiter Düsseldorf Rams gehen. Der Aufsteiger hat den Klassenerhalt in der 2. Skaterhockey-Bundesliga Süd längst in der Tasche - und auch den vierten Rang kann den Teufeln keiner mehr nehmen. Mit 34 Punkten aus 17 Spielen liegt das Team von Trainer Thomas Schütt voll im Soll. Trotzdem will der 45-Jährige zum Abschluss der Spielzeit alles aus seiner Mannschaft herauskitzeln. "Wir haben noch eine Rechnung offen wollen in Düsseldorf gewinnen", sagt er mit Blick auf die 5:9-Niederlage aus der Hinrunde, "das wäre der perfekte Abschluss für die Saison."

Thomas Schütt gehört bei den Devils praktisch zum Inventar, denn seit 1999 ist er in der Abteilung tätig. Fast acht Jahre lang trainierte er die erste Mannschaft, die zeitweise in der Bundesliga zu Hause war. Ab 2009 widmete sich Schütt vorrangig der Jugendarbeit, bevor nach dem Abstieg des Teams 2012 wieder auf der Trainerbank Platz nahm - und gleich im ersten Jahr der Rückkehr den Sprung in die 2. Liga schaffte, in der sich die Devils im oberen Drittel der Tabelle festgesetzt haben. "Mir war klar, dass wir eine starke Mannschaft haben", sagt Schütt, der nach all den Jahren immer noch viel Ehrgeiz hat und trotz der positiven Saisonbilanz mit der einen oder anderen Niederlage nicht viel anfangen kann: "Wir haben ein paar Spiele ziemlich unglücklich verloren."

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Eine seiner Kernaufgaben nach dem Abstieg war es, aus erfahrenen Kräften wie Jost Henke oder Tommi Melkko und Spielern aus der eigenen Jugend ein neues Team zu formen. Lars Grabisch, Victor Uhl, Steffen Gerlach, Tim Wilmshöfer - die Liste der Talente, die in den Kader aufrückten, ist lang. Hinzu kommen Rückkehrer wie Moritz Matzkies, der lange Zeit in der Bundesliga aktiv war, und Stammspieler wie die Brüder Christoph und Henrik Hermes, die meist im Angriff für Furore sorgen. "Das ist eine gute Truppe, der ich mittelfristig auch die Bundesliga zutraue", meint der Trainer.

Die Langenfelder Mischung aus erfahrenen und jungen Leuten stimmt jedenfalls. Gleichzeitig haben die Ergebnisse des Aufsteigers sicher auch die Zweitliga-Konkurrenz aufhorchen lassen. Von Taktik redet Schütt dennoch nicht gerne. Seine Spielphilosophie beruhe eher auf Prinzipien, sagt er. Teamgeist, Einsatz, Moral und Kampfeswille sind ihm ebenso wichtig wie taktische Finessen und Finten. "Beides ist nötig, damit eine Mannschaft gut funktioniert", sagt Schütt, der vor allem viel Wert auf schnelles Umschaltspiel legt: "Mir ist es wichtig, dass alle Spieler zusammenspielen können und flexibel sind. So bleiben wir taktisch variabel."

In der kommenden Saison wird Schütt erneut die sportlichen Geschicke der Devils lenken. Was danach passiert, weiß er nach eigenem Bekunden bisher nicht. Für Team-Kapitän Tommi Melkko ist der Trainer hundertprozentig ein "Glücksfall" für den Verein. "Es gibt in Deutschland wohl kaum jemanden, der so viel Sachverstand im Skaterhockey besitzt", erklärt der Routinier, "der Saisonverlauf zeigt, dass Team und Trainer gut zusammenpassen." In dieser Konstellation sei künftig vielleicht mehr als der vierte Platz in der 2. Liga möglich.

Als Schütt seine Trainerlaufbahn begann, war Skaterhockey eine komplette Randsportart, die viele Ähnlichkeiten mit dem Eishockey hat. Der gebürtige Düsseldorfer war selbst lange auf dem Eis aktiv - er spielte in der 2. Bundesliga unter anderem für Eschweiler und Düsseldorf. In Solingen ging er ebenfalls aufs Feld, ehe er im Anschluss an die sportliche Karriere die Eishockey-Trainerlizenz erwarb.

"Die Devils waren damals auf der Suche nach einem Trainer und ich habe mir das Ganze mal angeschaut", berichtet der Coach, "mir hat es auf Anhieb gefallen. Das ist bis heute so geblieben." Sorgen um die Zukunft der Devils macht er sich angesichts der mehr als 250 aktiven Mitglieder nicht: "Wir haben inzwischen eine breit aufgestellte Jugendarbeit, aus der noch viele Spieler den Weg in die erste Mannschaft finden können. Langenfeld hat sich zu einer Skaterhockey-Stadt entwickelt." Es sieht ganz danach aus, als könnten die Devils nicht nur das Saisonfinale, sondern auch die nächste Saison entspannt angehen.

(dora)