Lokalsport: SGL-Zweite beherrscht das Spitzenspiel

Lokalsport: SGL-Zweite beherrscht das Spitzenspiel

Nach dem 31:20 in Ratingen steht das Tor zur Oberliga weit offen für den Tabellenführer der Handball-Verbandsliga. .

Die Frage nach dem Ausgang des Titelkampfes in der Handball-Verbandsliga ist beantwortet und der Meister wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit SG Langenfeld II (SGL) heißen. Das Team von Trainer Olaf Schulz, bereits als Tabellenführer angetreten, entschied das Spitzenspiel beim TV Ratingen zu seinen Gunsten. Mehr noch: Die Gäste nahmen den Verfolger mit 31:20 (14.8) auseinander. Der Kontrast war krass, denn auf der anderen Seite gab es völlig frustrierte und ratlose Ratinger. Drei Runden vor dem Ende der Saison liegt die SGL-Zweite nun mit 39:7 Punkten deutlich vor dem TV, dessen 36:10-Ausbeute sogar vier Zähler Rückstand sind. Langenfeld hat zusätzlich nach dem 30:26 aus der Hinrunde und dem jetzigen Triumph den am Ende bei einem Gleichstand entscheidenden direkten Vergleich auf seiner Seite. Die SGL kann sich höchstens selbst noch aus dem Rennen nehmen - und selbst das wäre schwierig.

Der Verlierer zeigte sportliche Größe. Chris Schweinsberg äußerte sich stellvertretend für seine Teamkollegen - ohne Suche nach einer Ausrede: "Wir haben ausführlich Videos geschaut und wir waren wirklich sehr gut vorbereitet. Und dann konnten wir nichts davon umsetzen. Das ist schade, denn wir wären gerne aufgestiegen. Ich hätte gehofft, dass wir es spannender machen können. Langenfeld hat verdient gewonnen." Die SGL hatte beim 6:3 (12.) erstmals ein Drei-Tore-Polster, ehe übers 9:6 (21.), 10:7 (23.) und 11:8 (25.) für Ratingen fatale fünf Minuten folgten. Nach dem 12:8 (27.) vergaben die Gäste einen Siebenmeter, doch irritieren ließen sie sich nicht. Christian Majeres erhöhte auf 13:8 (30.) und anschließend blockte die SGL-Abwehr einen Wurfversuch. Der folgende Gegenstoß über Max Guggenmos überforderte Ratingen - 14:8. Zwischen diesen beiden Treffern lagen gerade mal zwölf Sekunden.

Langenfeld hatte sich für TV-Rückraumspieler Jan-Moritz Metelmann die perfekte Abschalt-Strategie ausgedacht - und dabei auf eine Dauer-Manndeckung verzichtet. Die trotzdem intensive Bearbeitung meist durch Steffen Hambrock nahm den Linkshänder, der im Hinrunden-Duell elf Mal erfolgreich war, fast komplett aus der Partie. Metelmann traf in der zweiten Hälfte zum 11:18 (39.) und 12:20 (39.), als alles gelaufen war. Kurz darauf durfte der Rückraumspieler gar nicht mehr mitmachen, weil ihm die Unparteiischen wegen seiner unglücklichen Aktion gegen Langenfelds Tim Schickhaus beim Stande von 13:24 (45.) die Rote Karte zeigten.

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Der Tabellenführer lieferte eine genau zum Spitzenspiel passende Leistung ab. Die Abwehr steckte auch die frühe Verletzung von Torhüter Tobias Hanke weg (Hüfte), der seinen Platz beim Stande von 6:4 (14.) für Luca Jahn räumte - der sofort auf Betriebstemperatur war. Daneben zeigte Scholz' Team viel Ruhe im Angriff sowie Leidenschaft und Entschlossenheit. Bester Beleg: Routinier Andreas Nelte hielt als Abwehrchef und Kreisläufer 60 Minuten durch, obwohl er am Donnerstag im Training eine Bänderverletzung erlitten hatte. Hinzu kam die Lust am Spiel - wie in der 39. Minute. Steffen Hambrock schaute in eine ganz andere Richtung, als er den Ball zum 20:11 auf Nelte passte - eine außergewöhnliche Aktion.

Die Partie drohte für den TV zum kompletten Debakel zu werden. Aus dem 20:13 (40.) wurde ein 25:13 (45.), bevor das 30:16 (57.) durch Matthias Herff den größten SGL-Vorsprung brachte. Weit vor der Schluss-Sirene begannen dann die Feierlichkeiten auf der Bank und bei den Fans auf der Tribüne. SGL-Coach Scholz war stolz: "Wir haben über 60 Minuten konzentriert gespielt und uns keinen Durchhänger erlaubt. Eine solche Leistung geht nur, wenn du eine echte Mannschaft hast." Die Kapitäne Max Guggenmos und Matthias Herff, hinter Steffen Hambrock (sieben Tore) mit jeweils sechs Treffern die besten Werfer, waren ebenfalls hervorragend gelaunt. "Wir treffen uns ja nicht umsonst drei oder vier Mal pro Woche", fand Guggenmos, "wir wollten unbedingt gewinnen. Wir sind ein echtes Team." TV-Trainer Ralf Trimborn blieb nur übrig, die Überlegenheit des Gegners anzuerkennen: "Glückwunsch an Langenfeld. Der Sieg war verdient." Natürlich ist auch für Trimborn die Frage nach dem Ausgang des Titelkampfes in der Verbandsliga beantwortet.

SGL II: Hanke, Jahn - Guggenmos (6/4), Herff (6/2), Schlossmacher, Pake, Hambrock (7), Kolletzko (2), Voss (1), Schickhaus (3), Majeres (4), Nelte (2), Ißling.

(RP)
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