Handball: SGL holt sich mit Sieg viel Selbstvertrauen

Handball: SGL holt sich mit Sieg viel Selbstvertrauen

Der Handball-Regionalligist gewinnt ersatzgeschwächt 35:34 in Opladen. Trainer Jurek Tomasik glaubt an einen tollen Effekt.

Der Sieg kommt für die SG Langenfeld (SGL) zur richtigen Zeit. Und wenn die Protagonisten ehrlich sind, ist er für die Spieler und den Trainer des Handball-Regionalligisten auch eine kleine Überraschung. Doch das Ergebnis in der Bielert-Sporthalle des TuS Opladen war unmissverständlich: Mit 35:34 (18:17) gewannen die Langenfelder auch das Rückspiel im Lokalderby, nachdem bereits der Saisonauftakt vor einigen Monaten in einem spektakulären Duell an die SGL gegangen war (25:22).

"Wir haben aus unseren Möglichkeiten das Optimum herausgeholt", urteilte Langenfelds Trainer Jurek Tomasik. Dass seine Mannschaft, die sich weiterhin mit dem punktgleichen TSV Bonn rrh. die Tabellenspitze (25:5 Punkte) teilt, die Partie gewann und damit den ersten Sieg nach zwei Spielen ohne Erfolg landete, war bemerkenswert. Personalprobleme machen dem ehemaligen Drittligisten unverändert zu schaffen. Leistungsträger wie André Boelken oder Maurice Meurer stehen derzeit nicht zur Verfügung.

"So ein Erfolg pusht die gesamte Mannschaft enorm", sagt Tomasik. "Etwas Besseres hätte uns in unserer Situation nicht passieren können." Auch der Coach registrierte, dass er im Training zuletzt nur wenig an spielerischen Komponenten arbeiten konnte. Vielmehr musste er überlegen, welche Spieler er am Wochenende aufs Feld schicken kann. Da kommt der Derbysieg als Motivation gerade recht. In Opladen gehörte ein alter Bekannter zur Mannschaft: Matthias Herff, ehemaliger Kapitän und Stütze in der vergangenen Drittliga-Saison, rückte aus der zweiten Mannschaft ins Team. Er trug zwei Treffer bei und schuf mehrere Überzahlsituationen für die Gäste. "Er hat in wichtigen Phasen getroffen. Er hat seine Sache sehr gut gemacht, seine Qualität ist unbestritten", sagte Tomasik.

Herff war vor dem Beginn der Saison aus freien Stücken zur SGL-Reserve in die Verbandsliga gegangen, um mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Nun soll der Rechtshänder in den kommenden "sechs bis acht Wochen" zum Kader der ersten Mannschaft gehören. Dann - so hofft Tomasik - hat sich die personelle Lage innerhalb seiner Mannschaft entspannt.

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In Opladen sah der Trainer ein Spiel "mit offenem Visier". Starke Abwehrarbeit bestaunten die 375 Zuschauer nicht, weil immer wieder einfache Treffer aus dem Rückraum fielen. Die SGL nahm über die gesamten 60 Minuten Opladens Spielmacher Joscha Rinke aus der Partie und verteidigte mit Fünf gegen Fünf. Die Folge: Immer wieder kam Marius Anger zum Abschluss. Am Ende standen 14 Treffer für den Linkshänder zu Buche.

"Aber das war mir egal. Das gehörte mit zu unserem Plan", sagte Tomasik. Seine Mannschaft profitierte im Angriff vom wendigen Felix Korbmacher, der mit zehn Toren im hektischen Hin und Her immer wieder per Tempogegenstoß zur Stelle war. Torhüter Alexander Riebau parierte zudem kurz vor Schluss viele Bälle.

Am Rande: Rechtsaußen Dominik Jung wird sich ab der kommenden Saison der SGL anschließen. Der 20 Jahre alte Linkshänder kommt von der SG Ratingen und soll den scheidenden Max Adams ersetzen. "Er ist eine riesige Bereicherung für uns und kennt einige Spieler aus dem Team bereits sehr gut. Wir erhoffen uns viel von ihm", sagt Dennis Werkmeister, der Sportliche Leiter.

SG Langenfeld: Riebau - Heider, Wolter (2), Preissegger (2), Heyde (7/3), Adams (4), Schirweit, Korbmacher (10), Herff (2), Mergner (3), Eich (5), Hambrock.

(mol-)