SG Langenfeld verliert in der Regionalliga gegen TSV Bonn 33:34

Handball : SGL muss am Ende die Waffen strecken

Der Handball-Regionalligist verliert daheim gegen die TSV Bonn 33:34. Der Angriff bereitet Freude, das Abwehrspiel allerdings nicht. „Man bekommt nicht 34 Gegentore, schon gar nicht zu Hause“, findet Rückraummann Ole Völker. Die Belastung ist derzeit hoch, am Dienstag geht es im HVN-Pokal im Halbfinale bei Liga-Konkurrent SG Langenfeld weiter.

Stark gekämpft, gut gespielt und doch verloren – bei der SG Langenfeld wussten sie am Samstagabend nicht so recht, ob sie sich ärgern oder ob der Leistung eher optimistisch sein sollten. Trainer Markus Becker entschied sich dafür, enttäuscht zu sein. Eine vertretbare Sichtweise, hatten seine Handballer das Spiel gegen den Nordrheinliga-Konkurrenten TSV Bonn rrh. doch knapp mit 33:34 (15:19) verloren. „Total bitter“, sei diese Niederlage sagte Becker und stieg gleich in die Fehleranalyse ein: „Hinten bekommen wir das Deckungszentrum nicht zu.“

Vorne hui, hinten pfui – tatsächlich ließ sich die Leistung der SGL in einer so einfachen Plattitüde zusammenfassen. „Im Endeffekt kassieren wir zu viele Tore“, sagte auch Rückraumspieler Ole Völker. Der 23-Jährige fühlte nach Spielende eine Mischung aus Ärger und Optimismus, denn er erkannte auch die Stärken im Spiel seiner Mannschaft. Doch die vielen Fehler im Abwehrverbund wurmten auch ihn. „Man bekommt nicht 34 Tore – und schon gar nicht zu Hause“, bekräftigte Völker und übte Generalkritik am Defensivverhalten: „Die Abwehr stand nicht diszipliniert genug, da waren zu große Lücken. Da muss sich jeder an die Nase fassen.“

Die Schwäche in der Deckung raubte letztlich den Lohn für die laut Becker „beste Angriffsleistung, die wir in dieser Saison hatten“. Auch Völker fand nur warme Worte für das Kombinationsspiel, in dem vor allem er selbst und die agilen Kreativleute Andre Moser und Andre Boelken hervorstachen. „Wir werfen 33 Tore“, sagte er. „Darüber kann man nicht meckern.“ Auch wenn Bonn zu Beginn gleich ein gutes Tempo vorlegte: Langenfeld hielt gut mit, geriet erst am Ende der ersten Hälfte mit vier Toren in Rückstand. Innerhalb von vier Minuten ließ sich die Mannschaft dann aber abfertigen: „Das kostet dann unglaublich viel Kraft“, klagte Becker.

Also rannte Langenfeld hinterher – und kämpfte sich heran. Die Fehlerquote im Defensivverbund blieb hoch, die Qualität der eigenen Angriffe aber auch. Erst kurz vor Schluss streckte die SGL die Waffen, nachdem Tim Rahmann völlig frei die Chance zum Ausgleich verwarf. „Vorne funktioniert es, hinten müssen wir noch arbeiten“, resümierte Völker, der mit seiner Mannschaft nun auf Tabellenplatz zehn rangiert. Aktuell ist die SGL dem Tabellenende näher als der Spitze, aber das soll ich ja noch ändern.

„Mit den Möglichkeiten über die wir verfügen, haben wir nicht alles herausgeholt“, sagte Völker. Wie so oft: Wenn die Abwehr nicht stehe, sei für den Drittliga-Absteiger wenig zu holen. Dass Coach Markus Becker zuletzt eine neue Deckungsvariante einstudieren ließ, sah sein Rück­raummann eher als Vorteil, aber: „Wenn wir eine 6:0-Deckung neu trainieren, muss das nicht direkt funktionieren.“

Die Trainingszustände sind bei der SGL ohnehin etwas turbulent: Am Donnerstag musste die Mannschaft im Kreispokal bei der Reserve der Bergischen Panther ran, gewann 26:25, verlor aber auch Rückraum-Ass Felix Korbmacher. Der Rechtshänder bekam einen Check von hinten ab, musste mit einer schweren Schulterprellung sogar ins Krankenhaus. Gebrochen ist allerdings nichts, Becker rechnet am kommenden Samstag bei der HG Remscheid wieder mit ihm. Zuvor steht aber auch noch eine Partie im HVN-Pokal an: Am Dienstagabend geht es im Halbfinale zur SG Ratingen. Englische Wochen wie bei den Profis. „Das ist eine zu hohe Belastung“, sagte Becker, ändern kann er daran aber nichts.

Aus dem Spiel gegen Bonn nimmt die SGL nun erst einmal ein paar Lehren mit. „Niederlagen gehören eben dazu“, wusste Völker. Das sagen zu müssen, macht aber eigentlich niemand gern. Als nächstes steht in der Liga mit Remscheid ein Gegner an, zu dem die SGL mit einem Sieg den Abstand wahren sollte. Unsere Marschroute bleibt die gleiche“, verkündete Völker. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das will ja jede Mannschaft.“