1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

SG Langenfeld verliert gegen VV Humann Essen mit 0:3

Volleyball : SGL zeigt sich ungewohnt lethargisch

Die Langenfelder Regionalliga-Volleyballerinnen verlieren ihr Heimspiel gegen Humann Essen deutlich mit 0:3. Ob die Saison noch weitergeht, ist in der Coronavirus-Pandemie unklar. Immerhin verhielten sich die Fans vorbildlich.

Volleyball in Corona-Zeiten sieht anders aus als gewohnt. Obwohl der regnerische Sonntagnachmittag eigentlich dazu einlädt, finden sich nur rund 35 Zuschauer in der Halle Hinter den Gärten ein. Die Zuschauer verhalten sich vorbildlich, tragen sich in die Anwesenheitsliste ein, behalten ihren Mund-Nasen-Schutz auf und halten durch die geordnete Sitzordnung auch die Abstände von 1,50 Meter ein. Doch die übliche Stimmung kommt nicht auf, denn Sprechchöre sind momentan auch aufgrund der Aerosol-Verbreitung nicht angesagt. Dass die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld sehr deutlich mit 0:3 (22:25, 20:25, 20:25) gegen den VV Humann Essen den Kürzeren ziehen, passt da genau ins Bild.

Der Langenfelder Michael Wernitz hat schon einiges erlebt, weil er schon mehrere Jahrzehnte im Trainer-Geschäft steht. Auch für ihn war es ein denkwürdiger Nachmittag, denn er war mit der Leistung unzufrieden: „Es herrschte auch in der Mannschaft eine komische Stimmung. Alle Mädels haben unter ihren normalen Möglichkeiten gespielt, zumal sie mitunter sehr lethargisch wirkten. Vielleicht hat ihnen die Energie gefehlt. Vielleicht hat die Lockerheit gefehlt. Es ist schwierig, genaue Ursachen ausfindig zu machen. Sicher ist aber, dass sich die Spielerinnen trotz des Rückstandes nicht aufbäumen konnten.“

In der gesamten Partie konnten die Langenfelderinnen ihr hohes Potenzial nicht ausschöpfen. Eigentlich waren sie gewarnt, dass der VV mit Sabrina Große-Wilde über eine groß gewachsene und leistungsstarke Mittelblockerin verfügt. Dennoch schaffte es die SGL nicht, in ihren Angriffen der Verteidigung von Große-Wilde zu entgehen. Und auch die Angriffe von Große-Wilde konnten die Gastgeberinnen nicht hinreichend verteidigen.

Der erste Satz verlief zunächst noch relativ ausgeglichen (4:4, 6:6). Dann kam es überraschend zu einer mehrminütigen Spielunterbrechung, da der Schreiber ein technisches Problem in der Spielberichtserstattung beheben musste. In der ruhigen Halle spielten sich die Akteurinnen die Bälle zu, um nicht auszukühlen. Anschließend wurde die Leistung der SGL schwächer als zuvor, denn sie streute einige Missverständnisse in der Annahme ein. Überdies waren auch zahlreiche Aufschläge ungefährlich, sodass die Gäste ihre Angriffe problemlos aufziehen konnten (12:15).

Das Langenfelder Trainer-Gespann war mit den Entwicklungen unzufrieden – und versuchte, neuen Schwung zu bringen. Tatsächlich konnten die Wechsel der Zuspielerin Carina Zandt für Monika Litwin und der Diagonalspielerin Jana Nahrstedt für Carolin Heydrich helfen, aber es reichte nicht zum Sieg (19:22, 22:25). Wernitz erklärte zudem: „Für Jana wird es wohl das letzte Spiel gewesen sein. Erst fährt sie in den Urlaub, bevor sie in Elternzeit geht. Wir freuen uns alle sehr für sie und wünschen ihr alles Gute.“

Zurück zum Spiel gegen Essen: Die Gastgeberinnen starteten mit viel Elan in den zweiten Abschnitt, in dem sie sich eine knappe 8:7-Führung erarbeiteten. „Dann haben wir uns leider wieder aus dem Konzept gebracht. Weil wir technische Fehler im Aufschlag hatten, haben wir uns selber das Leben schwer gemacht“, stellte der Coach fest. Dadurch konnten die Essenerinnen das Spiel über das 19:18 und 22:19 zum 25:20 drehen.

Auch die Körpersprache der Langenfelderinnen deutete im dritten Durchgang nicht darauf hin, dass sie noch einmal das Blatt wenden würden. Statt sich auf die Grundlagen zu konzentrieren, versuchte sich die SGL bisweilen in künstlerischen Einlagen, die indes nicht funktionierten (20:25). Einziger Lichtblick war die Einwechslung von Jessica Eisler, die Christin Nadolski auf der Libero-Position hervorragend ersetzte. Mit ihren druckvollen Aufschlägen und konzentrierten Annahmen konnte sie eine noch deutlichere Niederlage im dritten Satz verhindern. Da Tina Steinacker aus beruflichen Gründen weiterhin ausfallen wird, könnte Eisler gemeinsam mit Nadolski die Libero-Position bekleiden.

In der Tabelle stehen die Langenfelderinnen momentan mit sieben Punkten auf Rang acht. „Wir schauen jetzt, ob wir trotz der steigenden Infektionszahlen weiterhin spielen dürfen. Der Deutsche-Volleyball-Verband wird sicherlich in naher Zukunft ein Statement abgeben, nachdem der Westdeutsche Volleyball-Verband den Spielbetrieb bereits ausgesetzt hatte. Schon jetzt spielen manche Teams aus unserer Liga nicht, weil sie teilweise Partien gegen Gegner aus Risikogebieten ablehnen“, erklärte Wernitz. Die nächste Partie wäre am Samstag (16 Uhr) beim Spitzenreiter PTSV Aachen II (16 Zähler).